Jede zehnte Frau betroffen: Regelschmerzen und unerfüllter Kinderwunsch

Albertinen-KrankenhausDAs Albertinen-Krankenhaus in Hamburg Foto: Andreas Rieß

Schon viele junge Frauen sind von der Endometriose betroffen. Das Problem, die wenigsten wissen, dass sie ernsthaft erkrankt sind 

Das Problem, die wenigsten Frauen denken, wenn sie während ihrer monatlichen Regelblutung von heftigen Schmerzen geplagt werden, dass sie eine ernsthafte Erkrankung haben könnten. Sie nehmen die Schmerzen einfach hin, ertragen sie, wollen sich nicht so „anstellen“, denn es geht ja in absehbarer Zeit vorbei.

Achtung, wenn Sie regelmäßig starke Regelschmerzen haben

Starke Unterleibsschmerzen sind kein Normalzustand. Frauen, die unter starken Regelschmerzen leiden, sollten unbedingt eine Gynäkologen aufsuchen, rät PD Dr. med. Olaf Buchweitz (Leiter des Endometriose-Zentrums an der Tagesklinik Altonaer Straße). Immerhin ist in bis zu 70-80 Prozent der Fälle eine Endometriose Ursache für die Schmerzen bei der Regel, beim Geschlechtsverkehr und häufig auch für ungewollte Kinderlosigkeit.

Die Krankheit ist häufig

In Deutschland ist schätzungsweise jede zehnte Frau im Alter zwischen 15 und 50 Jahren von einer Endometriose betroffen, darunter auch viele junge Frauen. Was wenig bekannt ist. Die chronische Erkrankung setzt oft schon mit der ersten Regelblutung ein. Nach wie vor dauert es durchschnittlich jedoch sechs bis sieben Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Jahre die bestimmt durch die regelmäßig auftretenden Schmerzen nicht unbedingt schön sind.

„Dabei ist eine frühe Diagnose wichtig, um rechtzeitig eine Therapie einzuleiten und beispielsweise spätere Unfruchtbarkeit zu verhindern. Bei einem unerfülltem Kinderwunsch sollten Frauenärztinnen und -ärzte immer auch an Endometriose denken, denn häufig leiden diese Frauen unter der chronischen Erkrankung“, sagt Dr. Ingo von Leffern ( Leiter des Endometriosezentrums und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Albertinen-Krankenhaus, Hamburg)

Aufklärung tut Not!

Deshalb laden in Hamburg die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Albertinen-Krankenhaus und das Endometriose-Zentrum an der Tagesklinik Altonaer Straße in Zusammenarbeit mit der Europäischen Endometriose Liga, am Montag, den 29. Mai 2017, zu einer Informationsveranstaltung über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ein.

Ein Ärzteteam und eine Dipl.-Psychologin informiert und steht den Besucherinnen für Fragen zur Verfügung. Sehr hilfreich für Betroffene ist, dass zudem berichten betroffene Frauen über ihre Erfahrungen berichten.

Endometriose – Was ist das?

Die gute Nachricht, Endometriose ist gutartig, lästig aber behandelbar! Unter einer Endometriose versteht man die gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Herde von ‚versprengtem‘ Gebärmuttergewebe können sich an unterschiedlichen Stellen im kleinen Becken ansiedeln, die sich im weiblichen Zyklus auf und wieder abbauen. Blutungen und häufig starke Schmerzen treten auf.

Doch anders als in der Gebärmutter kann das Blut nicht nach außen abfließen. Die Endometrioseherde werden mit der Zeit immer größer und es können sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen bilden.

Die geeignete Therapie wird jeweils nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung empfohlen. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin kann das der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation, sein. In jedem Fall sind ein zügige Diagnose und eine gute Betreuung der Frauen wichtig!

Informationsveranstaltung Endometriose

Wann:
Montag, 29. Mai 2017, 18.30 Uhr
Wo:
Casino, Kassenärztliche Vereinigung Hamburg, Heidenkampsweg 99, 20097 Hamburg
Die Teilnahme ist kostenlos

Die Referenten:

  • PD Dr. med. Olaf Buchweitz, Leiter des Endometriose-Zentrums an der Tagesklinik Altonaer Straße
  • Dr. med. Ingo von Leffern, Leiter des Endometriosezentrums an der Klinik fürGynäkologie und Geburtshilfe, Albertinen-Krankenhaus, Chefarzt der Klinik für
    Gynäkologie und Geburtshilfe, Albertinen-Krankenhaus, Direktor der AlbertinenFrauenkliniken
  • Barbara von Leffern, Dipl.-Psychologin
  • Dr. med. Kerstin Knauth, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Endometriosezentrum für Rehabilitation Röpersbergklink Ratzeburg
  • Dr. med. Nassrin Moussavi, Fachärztin für Anästhesiologie und Schmerztherapie, Park-Klinik Manhagen, Großhansdorf