Einfühlsamer Abschied mit einer Prise Humor

Die Trauerrednerin Claudia MeihmDie Hamburger Trauerrednerin Claudia Mihm Foto: Elisa Föhring

Ein Schicksalsschlag eröffnete einer Hamburger Schauspielerin die Berufung zur Trauerrednerin

von Susanne Plaß
Claudia Mihm ist eine besondere Frau, die es versteht, sich in Menschen hineinzuversetzen und sie auf eine Reise mitnimmt – anfangs als Schauspieler und seit vier Jahren als Trauerrednerin. Diesen besonderen Moment, wenn ein liebgewonnener Mensch verabschiedet wird, gestaltet sie mit großem Einfühlungsvermögen und, wenn angebracht, mit einer wohltuenden Prise Humor!

Halt und Hilfe beim Verein Verwaiste Eltern Hamburg

Die Mutter von vier Kindern führt ein bewegtes und bewegendes Leben. Im Oktober 1963 geboren lernte sie Friseurin, um dann ihrer Leidenschaft ‚Schauspielerei‘ den Vortritt zu lassen. 1987 war für Claudia Mihm ein glückliches Jahr, denn sie bekam ihr Abschlussdiplom an der Schauspielschule und Tochter Kira. Engagements an verschiedenen Hamburger Bühnen wie St. Pauli Theater, Kleine Komödie, Ohnsorg Theater und am Kindertheater sowie freie Produktionen in Schleswig-Holstein folgten.

Tochter Kira trat früh in die Fußstapfen der Mutter, begleitete sie am Set und wirkte in TV-Produktionen mit. Das Familienglück war mit den Söhnen Calvin, Cedric und Luca perfekt. Dann schlug das Schicksal am 14. November 2009 zu, als ihre Tochter Kira Mihm-Sene mit 22 Jahren durch einen alkoholisierten Geisterfahrer auf der A1 starb. Die Schauspielerin suchte mit ihrer Familie Halt beim Verein „Verwaiste Eltern Hamburg‘. „Dabei entstand der Gedanke, andere Menschen in ihrem Abschiednehmen zu begleiten. Ich machte die Ausbildung zur Trauerbegleiterin beim Institut für Trauerarbeit“, sagt Claudia Mihm.

Stilvoller Abschied durch Trauerrednerin auch für die, die keiner Kirche angehören!

Sie lernte während der Ausbildung die Bestatterin Nicola Föhring kennen, die sie zum Beruf der Trauerrednerin ermunterte. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser. Ich war noch nie so aufgeregt, wie bei meiner ersten Rede“, berichtet Claudia Mihm: „Es ist für mich eine Ehre, das Leben der Verstorbenen mit seiner Begabung, Liebe und seinem Humor, ja auch mit seinen Fehlern vor dem inneren Auge der Hinterbliebenen entstehen zu lassen.“

Um sich vorzubereiten, besucht die Rednerin die Hinterbliebenen, notiert sich Lebenslauf und Charakterzüge des Verstorbenen, nimmt Anekdoten auf und schreibt danach das Drehbuch – die Trauerrede. „Es ist spannend, über die Vielschichtigkeiten des Lebens zu erzählen“, sagt Claudia Mihm die ehrenamtlich zwei Trauergruppen im ‚Verwaiste Eltern Hamburg e. V.‘ begleitet. Mit ihrer ausgebildeten Stimme, guter Intonierung und Empathie führt sie durch die Abschiedszeremonie. „Ich möchte helfen, unsere Verstorbenen in Liebe, Ehre oder zumindest in Frieden zu bewahren. Dies beginnt mit der Trauerrede, die eher eine Erinnerungsreise ist.“

Claudia Mihm geht in ihrem neuen Beruf auf und wagt sich jetzt auf neues Terrain als Rednerin auf freien Hochzeiten. www.trostworte-hamburg.de

 

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