Jagdszenen im Supermarkt – der laufende Hamburger Wahnsinn Kapitel 2

Hamburg Blick auf die ElbeHamburg Blick auf die Elbe © ganz-hamburg.de

Ein vonne hoffnungslosen Fälle – der ganz normale Hamburger Wahnsinn geht in die zweite Runde mit Jagdszenen im Supermarkt

von Manuela Treudorf-Mies*
Hallo Leute, ich bins ma wieder, eure Manuela, die Schulfreundin von uns Norbert. Der Hamburger Wahnsinn schrie nach einer Fortsetzung! Wollt mich ma bei euch melden, weils mir grad so richtig gut geht. Hab  diese Woche sowas wie Urlaub! Nich, was ihr jetzt denkt, Urlaub mit frei vonne Arbeit. Nee, viel besser: Arbeit, aber mit frei von Chef! Das  Schweinchen is nämlich auf Urlaub, und das is für uns anne Kasse sowas wie Urlaub im Quadrat!

Endlich könn wir Weiber ma quatschen, wie uns der Schnabel gewachsen is… Wenn wenig Kundschaft is, dann unternander, und wenn mehr los is, dann mit unsere Kunden. Ham ja ganz viel Stammkunschaft hier im Viertel… Alles so Problemfälle, die bei uns ma reden könn, weil zu Hause, da hört ihn ja keiner zu. Entweder, weil kein ein da is, oder weil se zu Hause bei ihrer Ollen nix zu melden ham. Wir anne Kasse hörn ersma zu, und geben denn auch gleich unsern Senf dazu, ob se das nu hörn wolln oder nich…

Sven… – na denn

Ein von meine „Lieblings-Problemfälle“, das is der Sven. Einglich ein vonne Netten, auch mit was in Kopp. So irgendwie inne Fuffziger, hat ma Sport studiert. War denn über Jahre als Sportreporter bei son Anzeigen-Käseblatt, das an Ende von ein Verlagskonzern aufgekauft und platt gemacht wurde. Seit da isser arbeitslos, wohnt nu wieder bei Mutti, lebt von seine Stütze und von ihre Rente. Um ma von Mutti wech und anne frische Luft zu kommen, trainiert er ne Jugend-Fußballmannschaft – ehrenamtlich. Soweit wär ja alles o.k., wenn er nich noch ein dringendes Riesenproblem hätte: Er sucht ne Frau, und zwar händeringend! Akuter Fall von notgeil, würd ich  ma sagen…

Jagdszenen im Hamburger Supermarkt

Von seine vergebliche Anbaggerversuche tut er mir nu in schöne Regelmäßigkeit berichten. Kommt immer so kurz vor sechs, schnappt sich die letzten frischen Brötchen, schiebt die Einkaufskarre so lange durche Gänge, bis die Uhr auf sechs springt, weil ab dann gibs die Brötchen zum halben Preis. 

Jagdszenen im Supermarkt

Vorsicht: Hier geht Sven auf die Jagd © ganz-hamburg.de

Wenn das Schweinchen nich oben in sein Überwachungsglasksten is, denn quatscht er mich anne Kasse so lange voll, bis es sechs is. Wenn plötzlich „Schweinealarm“ is, ham wir mit unsere Stammkundschaft ein Kot-Wort – heißt glaubich so – abgemacht: Wenn eine von uns sagen tut: „Ich glaub, mein Schwein pfeift…“, dann wissen se alle, das Big Brother uns überwacht, schieben ihrn Einkauf übers Band und sagen: Na denn ma tschüß bis morgen…

Aber nochma zu mein notgeilen Sven: Wenner mit sein Fußballtraining durch is, da komm ja genuch alleinerziehende Muttis ihre Jungs abholn, von den die eine oder annere sicher nich ganz abgeneigt wäre… Aber er, der Blödmann, pickt sich zum Anbaggern immer genau von die Sorte eine raus, wo er absolut nullkommanull Chancen hat: So eine von die schicken, gestylten Luxusweiber in Designerklamotten, die ihre Herren Söhne im vom Ex finanzierten Sportkabrio abholen kommen. Die suchen prinzipiell zwar auchn neuen Galan, aber nich so ein wie Sven! Ich mein nich, von wegen seine seine nich vorhandene Haare, das wär denen egal, aber von wegen seine nich vorhandene Kohle! Das er mit null Kohle bei diese Art Frauen kein Stich sieht, kapiert ja nu jeder, womit ich mein: jeder – außer Sven!

Ich versuch denn ja, ihn das ma ganz schonend beizupuln – so von hinten durch die Brust ins Auge… Erzähl ihn ma von meine Oma, die über Typen, die immer drei Nummern zu hoch hinaus wollten, sachte: „Will mit den großen Hunden pinkeln, und kanns Bein nich heben!“ Da lacht er denn ja auch drüber, kommt aber nich auf die Idee, das ma ein Stück weit auch auf sich zu beziehn… Is eben ein vonne hoffnungslosen Fälle – womit ich mein: ein vonne ganz und gar hoffnungslosen!

Der laufende Hamburger Wahnsinn – Manuela Treudorf-Mies packt aus

*Die Autorin ist ganz-hamburg.de (leider) bekannt. Bei Redaktionsbesprechungen weigert sie sich sich standhaft die Cognac-Flasche für alle zu holen, stattdessen trinkt sie lieber Chai Latte. 
Die Personen, Begebenheiten und die Handlung dieses Blogbeitrages (Der laufende Hamburger Wahnsinn) sind frei erfunden – schlimmer noch, ein Produkt der überbordenden Fantasie von Manuela Treudorf-Mies, die bekanntlich zu Tagträumen der dritten Art neigt.  Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig und sind natürlich nicht beabsichtigt. Ganz großes Indianer-Ehrenwort!

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