Brandanschlag auf Hamburger Rathaus-Chef

SPD Rathauschef Jan PörksenJan PörksenFoto: Flickr.com / SPD Schleswig-Holstein / https://www.flickr.com/photos/spd-sh/3961540423

Im Oktober 2019 wurde in Hamburg ein Brandanschlag auf den Hamburger Rathaus-Chef verübt. Dumm gelaufen: Die Brandstifter zündeten das falsche Auto an.

In einer Nacht im Oktober diesen Jahres kam es zu einem Knall, anschließend leuchtete ein Feuerschein in Hamburg auf. Ein Fahrzeug war Ziel eines Brandanschlags. Dieser Anschlag galt dem Senatskanzlei-Chef der SPD, Jan Pörksen. Das angezündete Auto stand in der Auffahrt zum Haus von Pörkens. Zum Einsatz kamen elf Streifenwagen, allerdings nach ihrer Fahndung ohne Ergebnisse.

Bekennerschreiben im Internet

Zum Anschlag bekannt hat sich eine linksextreme Gruppe, die eigenen Aussagen zufolge “für eine höhere Sache” kämpft. Die Gruppe rühmt sich, sie habe einen “dicken Audi” angekündigt. Sie drohen außerdem damit, die “Köpfe der Hamburger Stadtregierung” angreifen zu wollen.

Die Brandstifter solidarisieren sich in ihrem Bekennerschreiben mit den “Drei von der Parkbank”. Damit waren drei Personen gemeint, die im Juli 2019 während des G20-Jahrestages aufgegriffen wurden.

Es handelt sich um Felix R. (31 Jahre), Ingmar S. (27 Jahre) sowie eine 28-jährige Frau. Die drei Personen berherzigten die Forderungen des Hamburger ADFC und fuhren „umweltfreundlich“ auf Fahrrädern und verhielten sich verdächtig, so dass das Trio anschließend von der Polizei überprüft wurde

Eine dieser Personen (Felix R.) gilt als Anführer in der linksextremen Szene. Auch bei seiner Festnahme im Eimsbütteler Park in Hamburg wurden Feuerzeuge, Handschuhe, Grillanzünder sowie Brandbomben sichergestellt. Seine Begleiter trugen außerdem Wechselkleidung bei sich.

Damals hatte Felix R. damals außerdem Adressen, die auf eine Senatorin, ein Wohnungsunternehmens sowie einer Maklerfirma hinwiesen. Sowohl Felix R. als auch dem ebenfalls aufgegriffenen Ingmar S. drohen bis zu 15 Jahre Haft, sofern es zu einer Anklage kommt.

Für die Sicherheitsbehörden ist dies ein großer Erfolg, denn in der Regel sind derartige Personen zumeist Phantome der Szene. Felix R. hat keine digitalen Spuren hinterlassen und es gab keine Bilder von ihm – bis zu seiner Verhaftung.

Audi A6 gehörte einer Nachbarin

Der Anschlag auf das Fahrzeug bezog sich auf Pörkens, allerdings gehörte das Fahrzeug gar nicht ihm. Stattdessen handelte es sich um einen A6 einer 78-jährigen Nachbarin. “Da aus dem Fahrzeug der Nachbarin Benzin auslief, fing auch ein Fahrzeug Feuer, welches am Straßenrand parkte.”, verraten die Autoexperten von Meisterbob. Glücklicherweise fingen nicht noch mehr Fahrzeuge Feuer.

Zum Brandanschlag wollte man sich bislang im Rathaus nicht äußern, allerdings heißt es, die Tat werde sehr ernst genommen. Der Polizeisprecher Daniel Ritterskamp gab außerdem an, dass die weiteren Ermittlungen vom Staatsschutz übernommen wurden.

Gerade aufgrund der Tatsache, dass sich die Bekenner auch zur Szene rund um Felix R. äußerten, ist davon auszugehen, dass der Anschlag einen deutlich ernsten Hintergrund hat. Im Bekennerschreiben allerdings wurde bekanntgegeben, dass “Menschen nicht gefährdet gewesen seien” und es auch zum Wohnhaus in Eimsbüttel ausreichend Sicherheitsabstand gegeben habe. Im Schreiben wurde zudem damit gedroht, weitere Anschläge zu verüben, wenn die drei festgenommenen Personen nicht freigelassen werden.

Bitte folgen und liken Sie ganz-hamburg.de
Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial