Der laufende Hamburger Wahnsinn – dieses Mal: Der typisch männliche Blick

Foto: ganz-hamburg.deIhre Zeit ist gekommen, die Weihnachtsmänner sind da Foto: ganz-hamburg.de

Immer‘n paar Nummern zu groß… und das zu Weihnachten! Da wird sowieso ganz Hamburg laufend wahnsinnig

von Manuela Treudorf-Mies*
Hallo, ihr Lieben, da bin ich ma wieder, eure Manuela. Also Männer jetz ma wechhörn, aber an alle Fraun ma die Frage: Kennt ihr das auch, das Männer, wenn se die Größe von was Männlichen schätzen solln, sich grundsätzlich immer um paar Nummer nach oben vertun? Also alles immer viel zu groß? Ja, nich nur was ihr jetzt denkt… Das zwar auch, aber ich mein jetzt ma so ganz generell, und in diesn spezielln Fall auch was gänzlich  anneres…

Mann mit dicken Bauch

Männer – oder wie man die Welt sich schön sehen kann Foto: pexels.com / rawpixelcom CC0 License

Vorweihnachtszeit in Hamburg

Mussich euch ma erzähln: Also was mein Schulfreund Norbert is, für den sein Blog ich  ja  nu  ab und an ma schreibn tu, der fracht mich neulich: Sachma, Manuela, du hast doch jetzt inne Vorweihnachtszeit grad ‘n paar Tage Urlaub? Ja, sachich, habbich, weil die annern, mit kleine Kinder, die wolln ja lieber über Weihnachten.  Und du tust auch nich verreisn? Nee, sachich, wohin denn, und vor alle Dinge, wovon denn? Na prima, sachter, denn kannstu ja für mich und mein Blog ma aufn Termin gehn. Is ne Werbeveranstaltung vonne ganz bekannte Schokoladenmarke. Is ne Promi-Frau da, von der machstu paar Fotos mitn großn Schokoladenweihnachtsmann inne Hand, und an Ende kristu denn auch son riesengroßn Schokoladenweihnachtsmann als Geschenk. Wiegt ein Kilo  und tut in Geschäft über 30 Euro kostn. Aber vergess bloß nicht den Foto-Blitz, sonst wirste nicht für voll genommen!

Ich sach: Norbert, da habbich aber schiss vor… Was sollich den denn da sagn? Ach, meinter, sagn musstu da ganix, einfach nur immer schön die Kamera draufhaltn und abdrückn. Und an Ende den Weihnachtsmann einsackn, sonst nix.

Laufender Hamburger Wahnsinn in der Speicherstadt

Also lange Rede kurzn Sinn, er mich angemeldet und ich da hin! War in son olln Klinkerbau inne Speicherstadt. Von aussn nix dolles. An Eingang stand sonne Tussi mitte Gästeliste, un tatsächlich: Ich sach mein Name, und sie sacht: Herzlich willkomm, Frau Treudorf-Mies! Binnich ersma sprachlos. Denn Treppe hoch, un ich komm ganz oben an in son superschickes Loft vonne total angesachte Werbeagentur.

Schuhe einer Frau

Heels bei laufenden Hamburger Wahnsinn in der Speicherstadt © ganz-hamburg.de

Liefn alles so unrasierte Kerle rum in Schlabberhosn und Wollmützn mit Riesenkameras aufe Schulter und genauso riesige Akkus an Gürtel um Bauch. Die Weiber dafür umso schicker, entweder Haare lang runter oder Dutt obn aufm Kopp, Kilo Schminke aufe Visage,  popokurzn Minirock und High Hiel-Stilettos Marke Knöchelbruch. Von mir nahm zum Glück kein ein notiz. Krichtn Glas Sekt inne Hand gedrückt, und sonst tut ersma nix passiern.

Wo ich das Glas denn so aushabn tu, kuckich ma aufe Uhr: Is schon halbe Stunde rum! Frachich denn so eine vonne Stiletto-Tussis, wann das denn ma so losgehn tut? Dauert noch etwas, sachtse, wir warten noch auf Frau Soundso… Den Name kenn sogar ich, is dauern in Fernsehn, entweder quasselt se als Moderatorin, oder se macht für irgendwas Werbung, so wie hier un heute ja auch.

Foto- und Kameramänner – egal, dafür aber immer wichtig!

Plötzlich ein Blitzlichtgewitter: Die Promi-Dame rauscht auf! Alles drängelt sich vor sonne riesige Reklame-Fotowand vonne Schokoladenmarke, wo sie sich mit Dauergrinsn davorstelln tut. Und ich seh keine Chance, mich zwischen die dicken Kerle mit ihre Riesenkameras irgendwie dazwischen zu wühln! Denn heißt es plötzlich: Interview-Termin mitn Fernsehn hinter ne verschlossene Tür. Ich in meine Not tu mich da einfach ma mitschleichn, in Windschattn von breitn Rückn von Tontechniker. Und es klappt tatsächlich: Ich bin mit drin! Stell mich ganz nach hinten, versuch, nich dumm aufzufalln, warte das Interview ma ab und bin baff: Die Promi-Tante sieht zwar aus wie ne dreimal geliftete Barbie-Puppe, aber was sie da von sich gebn tut, is nich doof, in Gegenteil, zeucht von ein gesundn Menschenverstand! Und wie se ihre Kinder erziehn tut, denkich nur: Hut ab!

Das sach ich ihr denn auch ganz spontan so, als das Interview mitn Fernsehn vorbei is, un frach sie höflich, ob se für mich ma ganz kurz mit son Weihnachtsmann inne Hand in mein Kamera kuckn könnt. Sacht se nix drauf, tuts aber, mit dasselbe Profi-Grinsn wie draussn für die ganzen Kerle… Ich sach noch danke und stolzier nach draussn… Glück gehabt, denk ich, mussja auch ma sein!

Schokoladen-Weihnachtsmann

Mein Freund der Weihnachtsmann Foto: ganz-hamburg.de

Willkommen im Land der Mogelpackungen

Wo ich denn gehn will, drückt mir eine von die Tussis vonne Werbeagentur noch das offizielle Präsent vonne Schokoladenfirma inne Hand: Is ne Weihnachtstüte voll mit Tannbaumbehang – alles  Sterne, Glockn, Engel und Weihnachtsmänner… Ein etwas größeren is auch dabei – aber ein Kilo schwer soll der sein??? Ich tu den ma rausholn und schau aufe Rückseite: Da steht 100 Gramm! Naja, denk ich, typisch männliche Einschätzung – immer ‘n paar Nummern zu groß! Und fertig ist mein Blogbeitrag: Der laufende Hamburger Wahnsinn zur Weihnachtszeit.

*Die Autorin ist ganz-hamburg.de (leider allzu) bekannt. Bei Redaktionsbesprechungen weigert sie sich sich standhaft die Cognac-Flasche für alle zu holen, stattdessen trinkt sie lieber Chai Latte. 
Die Personen, Begebenheiten und die Handlung dieses Blogbeitrages (Der laufende Hamburger Wahnsinn) sind frei erfunden – schlimmer noch, ein Produkt der überbordenden Fantasie von Manuela Treudorf-Mies, die bekanntlich zu Tagträumen der dritten Art neigt.  Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig und sind natürlich nicht beabsichtigt. Ganz großes Indianer-Ehrenwort!

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