Erfolgreich auftreten, mit diesen fünf Tipps klappt es garantiert!

Sascha Oliver MartinDer Hamburger TV-Moderator und Coach Sascha Oliver Martin hat Spaß auf der Bühne Foto: SOM

Der Hamburger TV-Moderator und Coach Sascha Oliver Martin: Mit diesen 5 Tipps treten Sie ab sofort überall erfolgreich auf!

von Sascha Oliver Martin
Laut einer auf statista.com veröffentlichten Erhebung  haben mehr Menschen Angst davor, öffentlich zu reden, als vor Krankheit oder Tod. Und auch meine persönliche Erfahrung aus rund 30 Jahren vor Kameras und Mikrofonen und als Auftrittscoach haben mich gelehrt: Selbst knallharte Verhandler, gestandene Geschäftsführer oder kreative Werber schrumpfen oftmals zu einem verunsicherten Kind zusammen, wenn sie in der Öffentlichkeit stehen. Die Maske, die sie dabei aufsetzen, unterscheidet sich zwar stark. Der eine mutiert zum Hulk, der andere zum lieben Mädchen oder schüchternen Buben. Aber die Verunsicherung, die dahinter steckt, die ist vor öffentlichen Auftritten gleichermaßen vorhanden und hindert die Redner meist daran, erfolgreich aufzutreten und mit ihrem Anliegen zu überzeugen.

Dabei ist es wohl der Traum der meisten Menschen, souverän, eloquent und natürlich aufzutreten. Verständlich, denn es ist ein wunderbares Gefühl, Menschen begeistern und überzeugen zu können, mitreißende Reden oder gefühlvolle Ansprachen zu halten, wichtige Pitches zu gewinnen und sich privat und im Beruf durchzusetzen, ohne Angst vor einer Blamage zu haben oder erst später zu Hause die richtigen Worte zu finden.

Aber ist so ein Auftritt nicht nur einigen wenigen Naturtalenten vorbehalten? Sowohl als TV-Moderator als auch als Auftrittscoach sage ich eindeutig: Nein. Ich habe in drei Jahrzehnten im Beruf noch keinen Menschen erlebt, den ich nicht innerhalb kürzester Zeit in einem bemerkenswerten Maß zu einem erfolgreichen Auftreten verhelfen konnte, obwohl er sich das bis dahin nicht zugetraut hätte.

Natürlich gehe ich als Auftrittscoach auf jeden Klienten individuell ein. Daher mache ich auch mehr Coachings als Seminare. Andererseits gibt es aber auch einige übergreifende Elemente, die jedem Menschen gleichermaßen zu seinem erfolgreichen Auftritt helfen. Das ist wiederum der Grund, aus dem ich auch weiterhin noch Seminare gebe, die viel bei den Teilnehmern bewegen. Heute will ich fünf elementare Werkzeuge für ein erfolgreiches Auftreten aus meinem goldenen Koffer auspacken und Ihnen präsentieren.

Auftritts-Tipp Nr. 1: Bleib auf dem Teppich!

Es kann auch Parkett, Laminat, Linoleum oder Beton sein. Entscheidend ist: Wir Menschen verspüren intuitiv ein starkes Bedürfnis nach festem Boden unter den Füßen. Das geht selbst auf einem Schiff. Hauptsache, unsere Füße stehen auf festem Boden, der uns trägt.

Ein solcher fester Boden steht uns fast überall zur Verfügung. Problem eins ist nur, wir sind uns dessen oft nicht bewusst, und das macht uns unsicher. Problem zwei ist, wir verlassen diesen festen Boden oft aus Versehen, indem wir wackelige Haltungen einnehmen.

Was bedeutet das in der Praxis? Überall, wo wir ein wichtiges Gespräch führen, eine Rede halten, eine Präsentation moderieren, machen wir uns ganz kurz zu Beginn bewusst, dass wir festen Boden unter den Füßen haben. Und solange noch nicht die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer auf uns gerichtet ist, nutzen wir die Gelegenheit, diesen Boden ganz kurz mit der linken und der rechten Fußsohle einige Sekunden bewusst zu berühren. Kurz ein, zwei kreisende Bewegungen oder die Füße auf dem Boden ein paar Zentimeter nach vorne und hinten schieben, schon fühlen wir ihn: Den festen Boden, der uns sicher trägt.


Auftritts-Tipp Nr. 2: Eine aufrechte Haltung ganz ohne Mühe

Jeder von uns sackt mal unbewusst mehr oder weniger in sich zusammen. Besonders leicht geschieht dies, wenn wir schon einen anstrengenden Tag hinter uns haben oder wenn eine besonders große Herausforderung „auf unseren Schultern lastet“. Oft kommt auch noch beides zusammen. Was können wir dagegen tun, ohne steif und unnatürlich zu wirken?

Als Coach gebe ich meinen Klienten ein unauffälliges Zeichen, wenn ich bei einem wichtigen Auftritt dabei bin und merke, dass sie sich etwas hängen lassen. Aber es gibt auch einen genauso einfachen wie wirkungsvollen Tipp, der Ihnen sofort hilft, ohne dass ich Sie persönlich begleite.

Stellen Sie sich einfach vor, auf der Oberseite Ihres Kopfes, hinten am Scheitel, wäre ein angenehm starkes Gummiband montiert. Stellen Sie sich weiter vor, dieses Gummiband ist über Ihnen befestigt und läuft in einem unendlichen System von Schienen. Ob das an der Decke des Raumes ist, weit oben im Himmel oder wie ein Netz von Oberleitungen einer Straßenbahn aufgebaut.

Sie können sich in jede Richtung frei bewegen und sich auch setzen und wieder aufstehen. Doch immer nehmen Sie eine elastisch-aufrechte Haltung ein, die Sie nicht nur gut aussehen lässt. Sie fühlen sich auch hervorragend und strahlen viel mehr Sicherheit aus.

Auftritts-Tipp Nr. 3: Die Luft macht’s

Sie können die inhaltlich beste Vorbereitung der Welt haben, dazu festen Boden unter den Füßen und eine wunderbar aufrechte Haltung – doch wenn Sie atmen, wie es die meisten Menschen in der westlichen Welt heutzutage tun, dann geht Ihnen bei Ihrem Auftritt bald die Luft aus. Dann ziehen Sie die Schultern hoch, Sie atmen zu stark in den Brustkorb und zu wenig in den Bauch, verkrampfen immer mehr und verlieren die Kraft, die Sie für das Vermitteln Ihrer Botschaft benötigen.

Wie können Sie das vermeiden? Lassen Sie Ihre Schultern entspannt leicht hängen und atmen Sie statt in den Brustkorb tief in Ihren Bauch, der sich dabei gerne sichtbar wölben darf. Dann lassen Sie Ihren Atem ganz von alleine wieder ausströmen und beginnen nach ein, zwei Sekunden des Ausatmens mit dem Sprechen. So vermeiden Sie, dass Ihre ersten Worte unnatürlich laut herausplatzen und wirken souveräner. Atmen Sie auch zwischendurch immer wieder mal bewusst tief in Ihren Bauch und entspannen Sie sich beim Ausatmen. Sie werden sehen, das beruhigt und gibt Ihnen die nötige Energie für Ihren Auftritt.

Übrigens gibt es einige Auftrittscoach-Schlaumeier, die sich in der jüngsten Zeit damit hervortun, zu sagen „Atmen Sie nicht tief durch, das verkrampft.“ Warum machen die das? Haben die etwa recht? Nein, ich kann Sie beruhigen. Ein Teil davon ist einfach zu doof, um „Durchatmen“ zu unterscheiden von „Einatmen und dann die Luft anhalten.“ Sie sollen natürlich durchatmen. Und der andere Teil schafft Verwirrung, um auf sich aufmerksam zu machen. Um dann später im Auftritts- oder Rhetorik-Training doch wahrheitsgemäß zu sagen, dass das tiefe Durchatmen sehr wichtig für Ihren Rede-Erfolg ist.

Auftritts-Tipp Nr. 4: Die perfekte Körpersprache

„Was soll ich bei der Rede mit meinen Händen machen?“ ist eine Frage, die mir als Auftritts-Coach meist gleich zu Beginn gestellt wird. Das ist verständlich, denn sobald wir uns beobachtet fühlen, scheinen unsere Hände zu unheimlichen Fremdkörpern zu mutieren, die von allen Zuschauern strengstens beäugt werden. Und plötzlich stellen sich auch die Füße nicht mehr von alleine richtig hin, sondern wollen bewusst manövriert werden. Die Beine werden zu störenden Stelzen. Die Arme scheinen uns kaum zu gehorchen. Plötzlich fühlen wir uns verkrampft und stehen unnatürlich da. Gibt es ein Rezept dagegen? Ja, das gibt es.

Wir brauchen vor allem einen hilfreichen Anfang, eine Grund- oder Ruhehaltung. Wenn wir mit dem Reden erst einmal begonnen haben und aufs Thema konzentriert sind, genügt es, unsere Körpersprache ganz natürlich fließen zu lassen. Und das ist sie dann, die perfekte Körpersprache. Nämlich Ihre eigene, die von ganz alleine zu Ihren Worten und Ihrer Botschaft passt.

Finden Sie also Ihre persönliche Grund- oder Ruhehaltung in einer ungestörten Minute heraus, am besten vor einem großen Spiegel. Wichtig ist, dass Sie eine einzige Position finden, in der Sie sich wohl und sicher fühlen. Zum Beispiel beide Füße in etwas weniger als schulterweitem Abstand locker auf dem Boden. Und eine Hand ruht in Magenhöhe in der anderen. Es darf aber auch eine Hand in der Tasche stecken, während die andere einen Stift, einen Pointer, eine Fernbedienung oder gar nichts hält. Auch ein lockeres Festhalten der einen Hand mit der anderen ist möglich. Hauptsache, Ihre Haltung liegt einigermaßen im Rahmen dessen, was Ihre Zuschauer noch als unauffällig betrachten, und Sie fühlen sich wohl damit.

Diese Lieblingshaltung, mit der Sie sich wohl fühlen, die merken Sie sich. Und so beginnen Sie künftig jeden Auftritt vor anderen Menschen. Sobald Sie mit dem Sprechen beginnen, lassen Sie dann aus Ihrer Ruhehaltung heraus auch ganz natürlich Ihre Bewegungen zu, Ihre Körpersprache, ohne weiter darauf zu achten. Und wenn Ihnen zwischendurch danach ist, Sie eine kleine Pause machen, jemand eine Frage stellt oder Sie am Schluss Ihren Applaus genießen, dann nehmen Sie wieder Ihre Ruhehaltung ein und fühlen sich wohl und sicher.

Auftritts-Tipp Nr. 5: Bitte lächeln!

„Wer nicht lächeln kann, sollte kein Geschäft eröffnen.“ lautet ein altes chinesisches Sprichwort. Dasselbe gilt auch für Ihren Auftritt.

Hinstellen, den Boden unter den Füßen spüren, das imaginäre Gummiband installieren, einmal schön durchatmen, dabei die Ruhehaltung einnehmen und noch während des Ausatmens und des Sprechens Ihrer erste Worte locker mit dem Lächeln beginnen. Das tut Ihnen selbst und Ihren Zuhörern und Zuschauern gut – und lässt auch Ihre Stimme schöner klingen.

Aber es ist ein ernstes Thema? Und im Publikum sitzen vielleicht auch Menschen, die Sie nicht mögen und die nur auf Fehler von Ihnen warten? Das kann ja sein. Aber Sie sollen ja auch weder albern noch unterwürfig werden. Haben Sie noch nie einen tollen Kerl oder eine beeindruckende Frau gesehen, die freundlich gelächelt hat und gerade dadurch so gut wirkte? Probieren Sie es aus. Ich bin mir sicher – Sie werden sich noch sicherer und souveräner fühlen und noch mehr Spaß an Ihrem öffentlichen Auftritt haben.

Ist das alles? Nein, natürlich gibt es noch vieles mehr, das ich im persönlichen Training mit Ihnen üben würde. Vor allem, wenn es um die Vorbereitung auf ein ganz konkretes Ereignis geht. Aber auch, um generell Ihre persönliche Wirkung und Überzeugungskraft noch weiter auszubauen. Mehr geht immer, auch beim besten Redner.

Aber wenn Sie von heute an diese fünf Tipps umsetzen, dann können Sie eines ab sofort vergessen:

Ihre Angst vor öffentlichen Auftritten.  Ich wünsche Ihnen dabei stattdessen viel Spaß und Erfolg!

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