Hamburgensie – das ist das die Quintessenz des Hamburger Lebens

Die Binnenalster im Winter StichHamburgensie von dne Gebrüder Suhr, † 1842 und 1857 - Von Pincerno am 26. Mai 2008 in die deutschsprachige Wikipedia geladen., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4131456

Hamburgensie, das ist nicht nur ein liebenswert altmodisch klingendes Wort. Eine Hamburgensie ist etwas unverwechselbares und (nur) auf Hamburg bezogenes Vorkommendes. Rein sprachlich gesehen ist es das latinisierte Form des Adjektives „hamburgisch“.

Wie kam es zu diesem Wort und was soll es uns sagen?

Ursprünglich wurde der Begriff für erschwingliche Gebrauchskunst geprägt.

Die Hamburgensie als Bildmotiv

Anfang des 19. Jahrhundert ermöglichte die moderne Drucktechnik höhere und preiswerte Auflagen. Drucke wurden für breitere bürgerliche Kreise erschwinglich.

Die Initialzündung kam von den Hamburger Gebrüder Suhr. Sie gaben ab den 1820er Jahren lithographische Serien wie „Ansichten von Hamburg und der Umgebung. Gezeichnet nach der Natur“ mit mehr als 100 Motiven heraus.

Von Christoffer Suhr – der Ausruf in Hamburg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17464414

Dazu kamen noch die Serie „Der Ausruf in Hamburg“ mit 120 kolorierten Kupferstichen oder eine Serie, die sich mit Hamburger und Vierländer Trachten, beschäftigte. Für diese Arbeiten prägten sie erstmals den Begriff Hamburgensie.

Die Suhrs waren nicht nur produktiv sondern durchaus geschäftstüchtig. Schon gehörten Suhrsche Drucke zur Ausstattung vieler bürgerlicher Wohnungen in Hamburg.

Schon damals wurden Trends kopiert. Es fanden sich vielen Nachahmer, die bis zur Mitte der 20. Jahrhundert eine Vielzahl von historischen oder aktuellen Bildmotiven auflegen. Ob Stadt-, Gebäude- oder Hafenansichten, Abbildung der Hamburger Alltags- und Arbeitskultur. Parallel entwickelte sich auch eine rege Sammlerszene.

Neuzeitliche Hamburgensien

In dieser Tradition arbeitet auch die Hamburger Malerin und Zeichnerin Hilde Hudemann und ihre Tochter Christel Hudemann-Schwarz. Sie haben Hamburg seit dem Wiederaubau nach dem Krieg mit Serien wie „Rund um das Hamburger Rathaus“, „Hamburg“, „Große Hamburger Hafenrundfahrt“, „Bergedorf, Vier- und Marschlande“ mit feinen Strich und eine Prise Humor porträtiert.

Hamburger Senatsbock Flasche
Bestes Craft Beer aus Hamburg und nur für kurze Zeit: Hamburger Senatsbock Foto: Brauerei

Die Hamburgensie als Ausdruck Hamburger Lebensart und Kultur

Hamburg ist einigen Dingen ganz anderes als andere Städte. Als Hansestadt war sie nie Residenzstadt eines Fürsten, Bischofs oder einer Landesregierung.

Seit seiner Gründung hat Hamburg vom Handel, der Schifffahrt und seinen internationalen Verbindungen gelebt. Die prägende Schicht in Hamburg war immer die Kaufmannschaft. Selbst die Geistlichkeit spielte keine große Rolle. Hamburger galten in der Vergangenheit als ziemlich weltlich.

Das ist der Grund, warum es keine feudalen Repräsentationsgebäude gibt. In Hamburg sollte sich stets alles „rechnen“ und/oder „bezahlbar“ sein. Prunk und Bracht kostet und bringt keinen Eintrag. So sucht man breite Prachtstraßen und -Plätze vergeblich im Stadtbild vergeblich.

Speicherstadt, Hamburg
Speicherstadt Hamburg © ganz-hamburg.de

Natürlich wurde Wohlstand und Reichtum gezeigt. Die Häuser der wohlhabenden Kaufleute waren solide. Wenn Reichtum zeigen, da wo er geschaffen wird. Deshalb erinnern die Speicher in der Speicherstadt an Schlösser und Burgen.

Das gute Leben, Wohlstand und die gehobene Lebensart wurden in Hamburg immer geschätzt. Gutes Essen und Trinken gehörte stets dazu. Nur selbst heute darf in Hamburg Reichtum nur dezent gezeigt werden,. Nur kleine Signale, die Mitgliedschaften in bestimmten Clubs, die Wahl des Stadtviertels sind die Chiffren.

Die Alsterarkaden Foto: ganz-hamburg.de
Die Alsterarkaden Foto: ganz-hamburg.de

Hamburger Hamburgensien

  1. Die Alster mit Binnen- und Außenalster
  2. Das Hamburger Rathaus, das mit der Hamburger Handelskammer durch eine Tür verbunden ist.
  3. Die historische Speicherstadt
  4. Die Alsterarkaden und das Hamburger Passagenviertel
  5. Die Elbphilharmonie
  6. Die Reeperbahn, die sündigste Meile der Welt.
  7. Der Hamburger Dom, ein Jahrmarkt der größte Volksfest des Nordens ist und dreimal jährlich abgehalten wird.
  8. Das „Hamburger Sie“, eine ganz speziell Anrede – die gleichermaßen Nähe und Distanz aufzeigt und nicht plump vertraulich ist.
  9. Die Hamburger „Originale“ Hans Hummel und Zitronenjette
  10. Die Museumschiffe Cap San Diego und Rickmer Rickmers
  11. Die Landungsbrücken mit den Hafenbarkassen
  12. Das Franzbrötchen ein Zimt-Butter-Gebäck
  13. Salmix Lakritze lieben die Hamburger. Süddeutsche essen das nur, wenn man ihnen eine Belohnung verspricht.
  14. Der Hamburger Senatsbock, das Gemeinschafts-Bockbier der Hamburger Craft Beer Braumeister.

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