Hamburgerin Johanna Urban gewinnt German Design Award

DEU, Frankfurt, 12.02.2016. German Design Award (GDA) 2016 wird vom Rat für Formgebung verliehen. Portrait.

Im Gespräch bei Hamburgs GANZE Frauen: Johanna Urban

Mit ihrem ausgezeichneten Design-Objekt hat sie etwas Neues ausprobiert. Als Abschlussarbeit für ihr Studium hat die Hamburgerin Johanna Urban ein Buch erfunden, das deutlich macht, was alles auf und aus Papier möglich ist. Dafür hat die 27-jährige Absolventin des IN.D Hamburg vor zwei Wochen den German Design Award 2016 in Frankfurt verliehen bekommen. Sozusagen den Oskar der Designbranche!

Sie haben vor zwei Wochen den German Design Award  2016 gewonnen – was genau bedeutet dieser Award?

Der German Design Award ist laut Jury der Oskar der Designbranche.

Wie sind Sie hierfür nominiert worden?

Ich habe mich – im Gegensatz zum red dot 2014, für den ich mich selber bewerben musste – nicht beworben. Eines Tages bekam ich ein Anschreiben per Post mit der Nominierung zum Award. Ich habe ihr natürlich zugestimmt, schließlich ist eine solche Nominierung eine Ehre. Gerade die Nachwuchsförderung des German Design Award macht den Preis so attraktiv und authentisch. So können sich nicht nur zahlungskräftige Unternehmen den Preis leisten (im Falle eines Gewinnes muss man nämlich dafür zahlen), sondern auch Jungdesigner, die von den Kosten größtenteils befreit werden.

Sie haben studiert? Haben Sie als Schülerin schon eine Berufsvorstellung gehabt?

Ja, seit der 9. Klasse war mir klar, dass ich eine Ausbildung zur Mediengestalterin machen möchte. Studieren wollte ich nie – „Da bin ich nicht der Typ für“ dachte ich immer. Nach erfolgreich beendeter Ausbildung war mir klar, dass ich noch mehr möchte – vor allem kreativer werden.

Die Entscheidung Grafik Design zu studieren stand dann fest und wie sind  Sie dann nach Hamburg gekommen?

Angefangen zu studieren habe ich am IN.D in Düsseldorf. In der Stadt bin ich habe nie so richtig angekommen. Ich bin dann nach zwei Semestern zur Dependance nach Hamburg gewechselt und mir hätte nichts Besseres passieren können.

Was war in der Studienzeit aus ihrer Sicht ihr Schlüsselerlebnis?

Zwei Dinge:

Der Wechsel nach Hamburg. Die Nähe der Hochschule zur freien Wirtschaft (Unternehmen und Werbeagenturen), haben mich unglaublich motiviert. Wir haben Kampagnen, Logos, Broschüren uvm. für die Wirklichkeit kreiert. Das motiviert natürlich viel mehr als eine fiktive Semesterarbeit, die man für’s Regal produziert. Die Auszeichnung „reddot Award Winner 2014“ für meine Abschlussarbeit des Studiums. Große Unternehmen träumen von dieser Auszeichnung, diese am Ende eines Studiums zu bekommen hat mir gezeigt – alles ist möglich.

Gab es etwas, was Ihnen an Hamburg und an ihrer Studienwahl besonders gefallen hat?

Der Impuls der Stadt generell – natürlich auch im Bereich der Werbung. Hier sitzen schließlich viele der großen Agenturen.

Meinen Sie Hamburg als kreative Medienstadt ist auch wichtig in der Studienzeit und erst bei Berufseintritt?

Für mein Studium definitiv. Für meinen Berufseintritt nicht im Bezug auf die großen Agenturen als Arbeitgeber, weil ich mich direkt selbstständig gemacht habe. Hamburg als Medienstadt bietet mir aber natürlich super tolle und vielfältige Kunden, nicht zuletzt Start-Ups mit innovativen Ideen, die es gilt durch Design würdig zu präsentieren. Hier ist es nicht selten, dass man auch mal mit einem App-Design beauftragt wird. Aufträge, von denen man in einer kleineren Stadt wohl nur träumt.

Warum ist es heute so wichtig Awards zu gewinnen? Hatten Sie hierfür Vorbilder?

Vorbilder hatte ich keine. Ein Award gibt einem Interessenten, der sich auf meiner Webseite umsieht, die Sicherheit dass ich Design wirklich beherrsche. Der Kunde hat kein Fachwissen im Bereich Design und kann nur sagen was ihm gefällt oder nicht. Ob das professionell ist oder nicht kann er aber unter Umständen nicht beurteilen. Ein Preis, der von einer international unabhängigen Jury vergeben wurde, gibt ihm vll die Sicherheit, dass meine Produkte wirklich professionell und durchdacht sind.

Konnte Ihnen das Institute of Design in diesem Sinne helfen?

Oh ja. Ohne das Institute of Design (IN.D), genauer gesagt die IN.D  Institutsleitung Frau Ulrike Krämer, wäre ich nie auf die Idee gekommen mich beim ersten Preis, dem reddot 2014, zu bewerben. Das IN.D hat sogar die Hälfte der Kosten für die Bewerbung und den Gewinn übernommen. Ohne das IN.D hätte ich mir nicht nur der Mut gefehlt mich zu bewerben, ich hätte mir den Preis auch nicht leisten können.

Joahanna-Urban und Ulrike Krämer-IND-Hamburg

Joahanna-Urban und Ulrike Krämer-IND-Hamburg

Wenn Sie anderen jungen Frauen einen Tipp geben dürften, was wäre es fürs Studium?

Glaub‘ an dich. Wo ein Wille da ein Weg. Und denke niemals: Ach, das schaffe ich doch nicht (oder in meinem Fall: da gewinne ich doch eh nicht). An sich glauben und sich etwas zuzutrauen lohnt sich – das hat sich bei mir gezeigt.

Und was für die Berufswahl?

Such’ dir den Beruf für den du brennst. Denn wenn du wirklich Lust auf einen Job hast, dann wirst du auch gut darin sein. Und vor allem: höre da ganz allein auf dich und dein Gefühl, niemand anders kann beurteilen was der richtige Job für dich ist.

Sie sind gleich nach dem Studienende 2015 das Risiko einer Selbstständigkeit eingegangen, was genau machen Sie heute?

Ich habe ein Büro in Hamburg, liebe meinen Job, habe tolle Kunden und kann auch gut von meinem Verdienst leben.

Würden Sie gerade Frauen diesen Weg empfehlen?

Ja, auf jeden Fall. Ich würde ihn aber auch jedem Mann empfehlen. Auch hier gilt wieder der Grundsatz: Traue dir selber etwas zu. Habe keine Angst vor Fehlern und wenn du fällst – steht wieder auf. Wenn du an dich glaubst, dann brennst du für deinen Job und das merken die Kunden – im Umgang mit Ihnen und vor allem in den Ergebnissen.

In meinem (jungen) Alter war der Weg in die Selbstständigkeit der perfekte Zeitpunkt, weil ich nur mich selber und meine kleine Wohnung unterhalten muss. Später sind die monatlichen Verbindlichkeiten viel höher und dadurch das Risiko natürlich auch.

Und was braucht es noch mehr aus ihrer Sicht, dass Frauen es in der Medienwelt schaffen können?

Für jeden einzelnen: Selbstvertrauen. Und Durchhaltevermögen. Das ist der Schlüssel.

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Der Link zum Film des ausgezeichneten Buches: vimeo.com/91190129

Webseite: urban-designed.de

Website Designfakultät :  www.ingd.de

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