Kein Zug fährt nach nirgendwo, etwas Schnee legt den Zugverkehr im Norden lahm

Winter mit Schnee in einem Hamburger VorgartenWinter in Hamburg © ganz-hamburg.de

Bekanntlich hat die Deutsche Bahn vier ganz große, mächtige und hinterlistige Gegner: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Damit steht sie in direkter Linie zur Plan- und Landwirtschaft in der DDR oder Sowjetunion. Da hätten die Ernten immer plangerecht geklappt, wenn das Wetter nicht gewesen wäre. Ebensolche Probleme gab es in der Produktion.

Gut, was ist passiert? Es hat Ende Januar im Norden von Freitag auf Samstag trotz Corona geschneit. Schuld hat natürlich ein alter Weißer Mann namens Tiefdruckgebiet Olaf. Hui, ganze 5 Zentimeter (!) Schnee und gleich sind Weichen eingefroren. Trotz Klimawandel kommt das vor.

Aber es ist schon klar, dass eines der wichtigsten deutschen Infrastrukturunternehmen, das im Staatsbesitzt und ergo jedem Bürger gehört, dann sofort in die Knie geht. Die seligen Zeiten von: “Alle Reden vom Wetter – wir nicht” sind eben lange vorbei.

Zum Ausgleich gibt es bei der Bahn jede Menge Manager*Innen, Beauftragte für Gedöns aller Art und eine aufgeblasene Verwaltung, die edel edel im Bahntower am Potsdamer Platz in Berlin residiert und der in jede Menge ausrangierte Politruks auf fetten Pfründen sitzen.

Da man bekanntlich Geld auch bei der Bahn nur einmal ausgegeben kann, wurde das Geld, das man für Bahn-Bonzen benötigt, im eigentlichen Betrieb eingespart. Ob Gleise, fehlende Überholgleise, maroder Oberbau und Brücken sowie verfallende Bahnhöfe. Der Investionsstau ist gewaltig und im Tagesbetrieb wird der Mangel, sprich aus ‘Scheiße soll Gold gemacht werden’, verwaltet. Es sind die Betriebsbahner, die teilweise fast unmögliches schaffen. Es ist der deutschen politischen Elite ziemlich egal, dass Volkseigentum verkommt und vernichtet wird.

Bahn-Bonzen und Politiker zum Schneeschippen!

Genaugenommen kann es den Bahn-Bonzen samt der Politiker, die sie überwachen sollen, egal sein, ob schon etwas Schnee den Betrieb durcheinanderbringt oder nicht.

Erstens, sie selbst müssen keinen Schnee schippen. Zweitens, das Gehalt ist trotzdem pünktlich auf dem Konto. Drittens, sie stehen fast nie auf einem Bahnsteig, frieren und warten auf einen Zug, die nicht einmal nach nirgendwo fährt. Nur gut, dass die Deutsche Bahn nicht die Transsibirische Eisenbahn betreibt, denn dann gäbe es von November bis März sicherlich keinen Zugverkehr auf dieser Strecke. Sie wissen schon, Klima, Wetter und so…

Aber, bevor Sie sich aufregen. Das ist normal in Deutschland, dieses unser Land, in dem wir jeden Morgen frisch und froh das Impfchaos begrüßen dürfen. Zum Ausgleich faseln Regierungspolitiker darüber, in welchen Schritten der Lockdown aufgehoben werden soll. Gleichzeitig regiert der Punk auf Impf-Hotlines, die schon nach 5 Minuten zusammen gebrochen sind.

Doch, denken wir positiv. Bei unseren Nachbarn wurde Deutschland in der Vergangenheit wegen seiner hohen Effizienz und guten Organisation eher gefürchtet als geliebt. Tja, heute bekommen wir Mitleid und das sogar gratis.

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