Mehr Bemühungen gegen Einbruchskriminalität

EinbrecherGanoven nutzen für Einbrüche gern die Tür Foto: Rike /pixelio.de

Die Zahl der Einbrüche in Häuser und Wohnungen ist in allen Bundesländern wieder angestiegen, wie aus der polizeilichen Kriminalstatistik der Länder (PKS) hervorgeht. Insgesamt sind die Einbruchsdelikte im Jahr 2014 mit 152.123 von der Polizei erfassten Vorfällen um 1,8 Prozent nach oben gegangen. Hamburg zählt zu den Einbrecherhochburgen.

Die Stadtstaaten registrieren in Deutschland die bei weitem höchste Anzahl an Wohnungseinbrüchen: Spitzenreiter ist nach Angaben der Kriminalstatistik Bremen mit rund 541 Einbrüchen je 100.000 Einwohner. Die größte Einbruchsgefahr besteht danach in Hamburg – rund 429 Einbrüche je 100.000 Einwohner verzeichnet die Hansestadt. In Berlin sind es 355 Einbrüche pro 100.000 Einwohner. Hinsichtlich der absoluten Einbruchszahlen nimmt die Hauptstadt jedoch mit insgesamt 12.159 erfassten Fällen von Wohnungseinbrüchen den traurigen ersten Platz ein.

Beim Vergleich der Häufigkeitszahlen in den jeweiligen Bundesländern ist Hamburg mit 7.490 erfassten Wohnungseinbrüchen an die achte Stelle gerückt. Gegenüber Bremen (+3 %) und Berlin (+4 %) hat Hamburg mit einer Zunahme von 7 % jedoch seit 2013 beim Wohnungseinbruchdiebstahl am meisten zugelegt.

Hausratversicherung bietet Schutz

Die Einbrüche treiben die Kosten der Versicherungen in die Höhe. 2014 wurden ganze 490 Millionen Euro von den Hausratversicherern an Zahlungen geleistet. Laut aktuellem Einbruch-Report des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beläuft sich der durchschnittliche Schaden nach einem Einbruchdiebstahl auf 3.250 Euro. Vor zehn Jahren verursachten Einbruchschäden durchschnittlich noch 900 Euro weniger Verlust. Wegen des zunehmenden Schadens, der durch Einbrüche entsteht, sind Hausratpolicen für die meisten Bürger inzwischen unentbehrlich. Dennoch sind viele Haushalte weiterhin nicht versichert – laut GDV etwa 18,6 Prozent. Eine Hausratversicherung abzuschließen, reicht jedoch auch nicht. Damit im Einbruchsfall eine vollständige Schadensregulierung erfolgen kann, ist es wichtig, dass keine zu niedrige Versicherungssumme vereinbart wurde. Bei der Suche nach einer passenden Hausratversicherung sollte man zudem beachten, dass einige Versicherer, so etwa CosmosDirekt, den versicherten Hausrat im Schadensfall sogar zum Neuwert ersetzen.

Hamburg setzt zur Gegenabwehr mit einer Sonderkommission

Auch wenn 78,2 Prozent der versicherten Betroffenen mit der Höhe des Schadensersatzes zufrieden waren: Die Schäden, die aus Einbruchdiebstahl und den damit einhergehendem Vandalismus resultieren, können mit einer Hausratversicherung zwar finanziell ausgeglichen, aber nicht verhindert werden.

Neben umfassenden Sicherheitsvorkehrungen, die Hauseigentümer und Mieter zur Abwehr von ungewollten Besuchen treffen können, sowie erhöhter Wachsamkeit erfordert der Einbruchschutz daher auch ein konsequentes Eingreifen der Polizei. In Hamburg wurde daher eine 90-köpfige Sonderkommission der Polizei einberufen, die aktiv gegen die steigende Einbruchskriminalität vorgehen soll. Die Soko „Castle“ ist Anfang August in den Einsatz gegangen. Das Ziel von „Castle“ sei es, Hamburg für Einbrecher unattraktiv zu machen, wie Kriminaloberrätin Alexandra Klein, die Leiterin der Abteilung, in Interviews verlauten ließ. Die Soko soll außerdem bei der Aufklärungsarbeit unterstützen, die mit einer Quote von nur 8,3 % im Jahr 2014 nicht herausragend war.

Privater Einbruchsschutz wird ab 2015 subventioniert

Wegen der besorgniserregend hohen Einbruchzahlen planen auch Politiker der Union und der SPD Maßnahmen für einen besseren Einbruchschutz. Von mehr Investitionen in die innere Sicherheit und in die Polizei ist die Rede wie auch von einer steuerlichen Abzugsfähigkeit von einbruchsicheren Fenstern, Türen und Schlössern. Ein neues Förderprogramm „Kriminalprävention durch Einbruchsicherung“ wurde schon im Rahmen des Nachtragshaushaltes 2015 vom Haushaltsausschuss des Bundestags im Mai beschlossen. Haus- und Wohnungseigentümer und Mieter können durch das Programm Zuschüsse für Investitionen in den Einbruchschutz unabhängig von Baumaßnahmen wie energetischen Sanierungen oder altersgerechten Umbauten beantragen.

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