Droht Hamburgs Casinos jetzt das Aus?

Spielhalle - LichtwerbungHamburger Spielhalle auf der Reeperbahn Foto: ganz-hamburg.de

Wie viele Hamburger Spielhallen werden schließen müssen? Droht Dasselhallen das Aus?

Zahlreiche Hamburger Spielotheken, auch Daddelhallen genannt, stehen vor dem Aus. Mit Juli 2017 endet der Bestandsschutz – ab diesem Zeitpunkt gilt der neue Glücksspielstaatsvertrag auch für die alten Spielhallen. Ab Juli müssen dann Mindestabstände und Werbebeschränkungen eingehalten werden; Daddelhallen die gegen Vorlagen verstoßen, droht der Verlust der Konzession.

Daddelhallen haben es künftig schwer

Der neue Staatsvertrag verfolgt zwei Absichten – das Glücksspiel soll einerseits eingeschränkt angeboten werden, andererseits wollen Bund und Länder die Spielsucht bekämpfen. Jedoch haben Bund und Länder die Rechnung ohne die Wirte gemacht – die Online-Spielanbieter profitieren von der Gesetzesänderung, da sich nun viele Zocker bei Online-Anbietern anmelden. Das wissen auch die Casino-Verantwortlichen, die sich gegen diese „Willkür“ zur Wehr setzen wollen.

Die Verantwortlichen bereiten bereits die ersten Klagen vor

„Es wird eine Flut an Klagen geben. Hier geht es um Arbeitsplätze, die vernichtet werden. Das werden wir nicht zulassen“, so ein Sprecher des Automatenverbandes. Interessant ist vor allem der Vorschlag, dass per Los entschieden werden soll, welches Casino bleiben darf. So soll zumindest in Niedersachsen geklärt werden, welche Spielothek den Betrieb einstellen muss und welcher Standort weiterhin Blackjack und Roulette anbieten darf. Ob auch das Los entscheidet, welche Hamburger Casinos schließen müssen? Bislang gibt es keine Informationen, wie die Hamburger Spielcasino-Betreiber vorgehen werden.

Daddelhalle

Daddelhalle (Spielhalle) in Hoisbüttel bei Hamburg Foto: ganz-hamburg.de

Am Ende hofft man jedoch, dass die Flut der Klagen dafür sorgen wird, dass es zu einer Verbesserung des aktuellen Gesetzes kommt. Viele Chancen dürfen sich die Verantwortlichen aber nicht machen – die Stimmen, die von einer „positiven Entwicklung zur Suchtbekämpfung“ sprechen, befinden sich (noch immer) in der Mehrheit. Auch wenn die Online-Spieleanbieter wohl ignoriert werden, so freuen sich die Casino-Gegner, dass nun weniger Spielotheken in Hamburg zur Verfügung stehen werden.

Online-Casinos profitieren

Experten gehen davon aus, dass 0,79 Prozent der Deutschen spielsüchtig sind. Das sind – so die aktuellen Schätzungen – 670.000 Menschen. Drei von vier Süchtigen sind klassische Automatenspieler.

Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, der mit 1. Juli 2012 in Kraft getreten ist, soll den Betroffenen geholfen werden. Nach einer fünfjährigen Übergangsfrist sind nun die alten Spielhallen an der Reihw. Sie müssen sich nun an die neuen Bestimmungen halten. Wer gegen Werbebeschränkungen verstößt, kann seine Konzession verlieren. Zwischen den Casinos muss auch ein Mindestabstand vorliegen – auch hier droht der Verlust der Konzession, sofern die Betreiber die Regelungen nicht einhalten.

Doch auch wenn das Gesetz dafür sorgt, dass den Süchtigen geholfen werden kann, darf man keinesfalls die Kehrseite der Medaille vergessen: Arbeitsplätze in den Daddelhallen werden zerstört, der Staat verliert eine nicht zu unterschätzende Summe an Steuern und am Ende registrieren sich die Süchtigen wohl bei Internet-Anbietern, die – auch das zeigen die Zahlen – immer beliebter werden und davon stark profitieren.

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