Büroformen: Welche ist die beliebteste?

Schild Büo zu vermietenMaklerschild Büro zu vermieten am Gänsemarkt © ganz-hamburg.de

Einzelbüro, Großraumbüro oder eine ganz andere Form? Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Büroformen, die sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringen. In welchem Büro fühlen sich Mitarbeiter am wohlsten und sind am produktivsten? Hier kommt die Übersicht.

Unterschiedliche Büroformen im Überblick

Zwischen dem Einzelbüro und dem Großraumbüro gibt es eine ganze Reihe weiterer Büroformen mit verschiedenen Stärken und Schwächen. Zellenbüros und Gruppenbüros, Kombi- und Open-Space Büros sind ebenfalls in zahlreichen Unternehmen zu finden. Auch das Homeoffice, das in den letzten beiden Jahren an Bedeutung gewonnen hat, sollte in der Auflistung nicht fehlen. Welches Büro das Beste ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. In Unternehmen mit Teamwork ist es der Produktivität dienlich, wenn das zusammengestellte Team ein gemeinsames Büro nutzt. Bei Tätigkeiten, die höchste Konzentration und Ruhe erfordern, stehen Einzelbüros hoch im Kurs.

Vintage Büro
So sahen Büros einmal aus, Heute undenkbar. Man beachte nur das Telefon!
Foto: Old New Stock nos.twnsnd.co – Flickr Commons

In modernen Unternehmen gibt es verschiedene Bürokonzepte, wodurch sich für jedes Projekt und jeden Mitarbeiter eine geeignete Räumlichkeit findet. Denn neben den Vor- und Nachteilen der einzelnen Raumkonzepte, spielen auch die persönlichen Bedürfnisse der Belegschaft keine unwichtige Rolle. Während einige Menschen sehr gerne in Gesellschaft arbeiten, können sich andere Mitarbeiter in einem Büro mit mehreren Arbeitsplätzen nur schlecht konzentrieren.

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Büros im Überblick

Das Einzelbüro erfreut sich mit Abstand der größten Beliebtheit, was nicht verwundert, da es doch einige Vorteile mit sich bringt. Man kann sich in Ruhe konzentrieren und hat im Vergleich zu anderen Büroformen die meiste Privatsphäre. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist auch die Raumgestaltung, bei der man in Einzelbüros freie Hand hat und sich nicht am Geschmack der Kollegen orientieren muss. Bezieht man sich auf die Ergebnisse von Umfragen, ob Einzelbüros gegenüber Großraum-Büroflächen in Hamburg bevorzugt werden, ist das laut Statistik bei 33 Prozent der Befragten der Fall.

Allerdings aktuell sind Einzelbüros im Rückgang. Die Nachteile von Einzelbüros beziehen sich hauptsächlich auf die Kosten, die der Unternehmer trägt. Für die Teamarbeit sind separate Büros ebenfalls nur bedingt geeignet, da die notwendige Kommunikation mit Wegen verbunden ist. Gesellige, meist jüngere Menschen fühlen sich im Einzelbüro isoliert und arbeiten lieber in einem Zwei- oder Mehrplatzbüro. Immobilienentwickler setzten in Hamburg verstärkt auf Open-Space Konzepte in Neubauten. Bestehende Kontor- und Bürohäuser, wie z.B. der Geesthof in St. Georg, werden daraufhin umgewandelt.

Mehrpersonenbüros bieten Vorteile bei Teamprojekten. Sie bieten Platz für zwei bis fünf Mitarbeiter, die in Ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl bestärkt und motiviert werden. Man unterstützt sich gegenseitig und kann miteinander kommunizieren, ohne dass es im Büro unangenehm laut ist.

Diese Variante bringt nur Vorteile, wenn sich die im Büro zusammensitzenden Kollegen verstehen. Ist das nicht der Fall, sind “dicke Luft” und regelmäßige Konflikte vorprogrammiert. Wer sich nur schwer konzentrieren kann, hat im Mehrpersonenbüro ein höheres Risiko für Fehler durch  Unaufmerksamkeiten.

Die rote Klinkerfassade des Geesthof in Hamburg
Der Geesthof in Hamburg St. Georg am Besenbinderhof (c) Cushman & Wakefield

Für maximale Flexibilität sorgen Kombibüros und Open Space Büros. Hierbei handelt es sich um die Kombination verschiedener Büroformen mit Mehrpersonenbüros, Gemeinschaftsräumen und Lounge-Bereichen. In den USA hat sich dieses Konzept vor allem in der Kreativ- und IT-Entwicklungsbranche etabliert. Auch hierzulande erfreut sich dieser Trend in jungen, dynamischen Unternehmen wachsender Beliebtheit. Die Mitarbeiter können in Ruhe, im Team und genau dort arbeiten, wo sie sich im aktuellen Moment wohlfühlen und motiviert sind. Allerdings ist dieses Bürokonzept nur in den wenigsten Unternehmen umsetzbar, da ein Open Space- oder Kombibüro viel Platz benötigt.

Immer häufiger taucht der Begriff Non-territoriales Büro auf. Was ist das? Hierbei handelt es sich um flexible Arbeitsplätze, die man sich ganz nach der Aufgabenstellung und dem persönlichen Befinden an jedem Tag neu aussucht. Auch das Homeoffice spielt in diesem Konzept eine wachsende Rolle. Non-territoriale Büros benötigen allerdings auch viel Fläche, außer, die Arbeitszeiten sind flexibel und es herrscht ein ständiges “Kommen und Gehen”. Mitarbeiter, die einen festen Arbeitsplatz brauchen und sich nicht täglich neu umsehen möchten, werden mit diesem Konzept nicht glücklich. Die junge Generation hingegen schätzt die Flexibilität. Fernab von Standardbüros an seinem Lieblingsplatz zu arbeiten kann durchaus motivierend und produktivitätssteigernd sein.

Coworking Office
Offenes Arbeiten im Coworking Office in Hamburg in der Otto Group © ganz-hamburg.de

Generationsbedingte Unterschiede sind offensichtlich

Unübersehbar ist, dass jüngere Mitarbeiter gerne flexibel und im Team arbeiten, während ältere Mitarbeiter ihr Einzelbüro und die damit verbundene Privatsphäre schätzen. Für einen alteingesessenen Mitarbeiter sind moderne Büroformen mit Lounge-Areas und flexiblen  Arbeitsplatzwechseln  unvorstellbar. Die tägliche Rückkehr an den angestammten Schreibtisch gibt ihnen Sicherheit und ist die Grundlage dafür, den Arbeitstag in seinen gewohnten Abläufen zu gestalten. Je jünger die Mitarbeiter sind, desto wichtiger werden flache Hierarchien. Der angestammte Schreibtisch und der feststehende Desktop-Computer spielen für die wenigsten Millenials eine wirkliche Rolle.

Ein offenes Raumkonzept, Gemeinschaftsbereiche und eine stylische Kaffee-Ecke sind ihnen ebenso wichtig wie die Möglichkeit, am Laptop überall im Büro arbeiten und sich täglich einen neuen Platz aussuchen zu können. Wie harmonisch das Büroklima ist, hängt zu einem nicht unerheblichen Teil auch vom richtigen Bürokonzept ab. Wenn Unternehmer neue Mitarbeiter suchen, sollten sie diesen Aspekt in die Auswahl einfließen lassen und beispielsweise nicht versuchen, Mitarbeiter ab 40 in einem flexiblen Arbeitskonzept unterzubringen.

Empfangsbereich Kallmorgen Tower Hamburg
Impressionen aus dem Space Coworking Office im Kallmorgen Tower © ganz-hamburg.de

Darum sollten Büromitarbeiter mit entscheiden

Besteht die Möglichkeit, sind Mitarbeiterbefragungen in der Planung neuer Büroflächen hilfreich. Das funktioniert natürlich nur, wenn das Unternehmen verschiedene Varianten nutzen und beispielsweise Kombibüros errichten kann. Fehlt es an räumlichen Kapazitäten, kann es auch hilfreich sein, die entsprechenden Büroflächen in Hamburg zu mieten und nicht alle Mitarbeiter direkt in den unternehmenseigenen Räumlichkeiten zu beschäftigen. Würde sich ein Großteil der Belegschaft für Einzelbüros entscheiden, doch deren Errichtung ist nicht möglich, kann die Option der Flächenanmietung eine praktische und die produktivitätsfördernde Lösung sein.

Um unter allen Möglichkeiten der Büroformen die passende Lösung zu finden, sollten sich Arbeitgeber ihre Belegschaft anschauen und das Gespräch suchen. Wenn sich das Team mit der Arbeitsplatzlösung wohlfühlt und jeder so arbeiten kann, wie er es vorzieht, werden die Ergebnisse überzeugen. Eine Alternative, wenn Einzelbüros aus Platzgründen ausgeschlossen sind, aber der Bedarf besteht, wäre der Umzug einzelner Mitarbeiter ins Homeoffice. Wer sich selbst dafür entscheidet und diese Möglichkeit vom Arbeitgeber erhält, wird seine Energie und seine Leidenschaft in die Arbeit investieren und viel produktiver sein, als er es in einem Mehrpersonen- oder Großraumbüro wäre.

Das passende Büro – eine Grundlage des Unternehmenserfolgs

Zufriedene, glückliche Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource des Unternehmens. Ein schönes, zu den eigenen Vorstellungen passendes Büro ist hierbei besonders wichtig. Es gibt zwei Büroformen, die auf der Beliebtheitsscala mit deutlichem Vorsprung abschneiden. Das Einzelbüro steht bei älteren Mitarbeitern hoch im Kurs, während flexible Büroformen bei Mitarbeitern bis zum 30. Lebensjahr bestens ankommen. Weniger gefragt sind Zellenbüros und Großraumbüros oder Mehrpersonenbüros, wenn diese nicht mit den Lieblingskollegen geteilt werden. Erfolgreiche Unternehmen kennen ihre Mitarbeiter und nutzen ihr Wissen, um die richtigen Büros zu gestalten und die persönlichen Präferenzen des Einzelnen zu beachten.

Wie sich der Trend in Zukunft entwickelt und welche Rolle das Homeoffice als Einzelbüro dabei einnehmen wird, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nur erahnen. Vielleicht wird es das klassische Einzelbüro ablösen und eine vorteilhafte Alternative für viele Arbeitnehmer sein.

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