Corona treibt die Arbeitslosigkeit besonders in den Stadtstaaten

Schild wir stellen auf EnglischBild von Gerd Altmann auf Pixabay

Schlechte Zahlen: Hamburg liegt beim Zuwachs der Arbeitslosigkeit auf Platz 2 in Deutschland

Es ist klar, wenn weite Teile des Wirtschaftslebens, insbesondere die Hotellerie, Gastronomie, Kultur, Messen, Events, Touristik und andere Dienstleistungen mehr oder weniger komplett geschlossen werden, dann schlägt das auf den Arbeitsmarkt durch. So ist es kein Wunder, dass die  Arbeitslosenquote in allen Bundesländern gestiegen ist. Auch wenn die extrem ausgeweiteten Kurzarbeiterregelungen die Statistik pimpen. Davon sind am stärksten die Metropolen und auf Bundesländerebene die drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen betroffen.

Die Arbeitslosigkeit im April klettert weiter

Quelle: statista / Bundesagentur für Arbeit

Unter den drei Stadtstaaten hat Hamburg die geringste Arbeitslosenquote, dass ist gute Nachricht. Allerdings auch im bundesweiten Vergleich den zweithöchsten Zuwachs hinter Berlin zu verzeichnen. Doch das hat auch systemimmanente Gründe. Metropolen haben aufgrund ihrer soziodemographischen Struktur, zumeist durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an tendenziell gering qualifizierten Migranten und Flüchtlingen sowie einer hohen Anteil an Alleinerziehenden, eine höhere Arbeitslosenquote. Dazu kommt, dass viele im Beschäftigungsverhältnis stehende Menschen und Gutverdiener in den Vororten und Umlandgemeinden wohnen und nur um Arbeiten in die Stadt pendeln. Sie verzehren auch die Statistik.

Der Arbeitsmarktexperten Wolfgang Dauth (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)) warnt in einem Interwie mit dem Portal nordbayern.de davor, eine höhere Arbeitslosenquote automatisch mit einem wirtschaftlichen Niedergang gleichzusetzen:

“Eine höhere Arbeitslosenquote in der Stadt kann auch ein Signal dafür sein, dass dort eine höhere wirtschaftliche Dynamik herrscht und die Menschen sich von einem Zuzug Perspektiven versprechen. Deswegen müssen wir uns neben der Arbeitslosenquote auch weitere Kennzahlen wie die Abwanderung oder die Zuwanderung aus anderen Regionen ansehen.“

In Krisenzeiten macht sich eine höhere Dynamik in Metropolen daher auch in einem stärkeren Anstieg der Arbeitslosenquote bemerkbar. Für die langfristige Entwicklung sind andere Faktoren entscheidend. Wie beurteilt die Wirtschaft und die Unternehmen die künftige wirtschaftliche Entwicklung und die Nachfrage nach Waren sowie Dienstleistungen? Das beeinflusst die Einstellungsentscheidung entscheidend. Aber auch kleinliche bürokratische Regeln und kontraproduktive Gesetze sind Einstellungsbremsen und verstetigen Arbeitslosigkeit.

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