Hamburg nach dem Dornröschenschlaf: Chancen für neues Gewerbe

Start upStart up Building - Photo by Allie Smith on Unsplash

Der Lockdown hat Unternehmern deutschlandweit teilweise übel mitgespielt. Während einige Branchen wie die Online Erotik Industrie oder die Sportindustrie vom Lockdown profitieren konnten, spürten Gastronomie, Kulturbranche und einige andere Geschäftsbereiche Leidensdruck: Sie mussten ihre Pforten schließen oder zumindest stark umstrukturieren, um überleben zu können.

Nun hält auch in Hamburg wieder immer mehr Normalität Einzug und man stellt fest: Die Stadt erwacht aus ihrem pandemiebedingten Dornröschenschlaf. Gewerbetreibende und solche, die es werden möchte, sind dabei innovativer, motivierter und ehrgeiziger als jemals zuvor. Es werden neue Nischen entdeckt, alte Geschäftsmodelle neu interpretiert oder es wird schlichtweg ein Weg zurück zur Ursprünglichkeit und Nachhaltigkeit gefunden. Das ist spannend, bunt und wunderschön – so wie ganz Hamburg.

So kommen Bars, Cafés und Restaurants aus der Krise

Schon seit einiger Zeit ist es wieder möglich, ohne Termin und Test ins Restaurant zu gehen. Hamburgs Gaststättenbetreiber freut das natürlich sehr. Doch viele von ihnen haben im letzten Jahr neue Vertriebswege gefunden und ausgebaut. Dieser Aufwand macht sich auch jetzt bezahlt: Lieferdienste, to go-Karten für das Take away von Speisen und Getränke oder ganze Menüs zum Buchen und Abholen – die Branche hat zwangsläufig einen Wandel erlebt, der nun trotz Lockerungen fortgeführt und gut angenommen wird.

Nachhaltigkeit und Gesundheit im Fokus

Während des Lockdowns hatten viele Menschen Zeit, um ihren Lebensstil zu überdenken. Es wurde mehr Sport getrieben, gesünder gegessen und nachhaltiger eingekauft. Dieser Trend macht sich auch in der Gastro bemerkbar. Auch vor der Krise gab es einige Lokale, die vegane Speisen angeboten haben, doch seit einigen Monaten gibt es sehr viel mehr davon: Ob Saftstände, Teestände oder Gaststätten mit regional-saisonaler Küche – der Stil liegt am Puls der Zeit und hat durch die Pandemie einen ordentlichen Boom erlebt, auf den Gastronomen reagieren.

Nils Petersen (SC Freiburg ) und Kiyoshi Fujii (ex Fussballprofi FC Bayern ) sind Inhaber vom KIU dem neuen Japanischen Bistro mit japanischer Hausmannskost in Eimsbüttel in der Osterstrasse 91 Foto: Heike Ross

Neueröffnungen und Gastro Start ups

Nicht jeder Gastronomiebetrieb hat die Pandemie überstanden. Einige Gasthäuser mussten ihre Türen deshalb dauerhaft schließen. Und obwohl die Branche für eine ungewisse Zeit stark eingeschränkt war, haben viele Unternehmer sich getraut und ein leerstehendes Lokal gepachtet oder gekauft. Gerade erste hat die Ratsherrn Brauerei ein neues eigenes Objekt in Eimsbüttel eröffnet. oder der Hamburger Fußball Profi Nils Petersen, der mit KIU [ku’o:] japanische Hausmannskost als Street Food in der Osterstraße 91 anbietet.

Mit einem Konzept und Business Plan, die fit für die Zukunft sind, können sie ihr Gewerbe anmelden und die Finanzierung sicherstellen. Indem sie ein kostenloses Businesskonto beantragen, das alle wichtigen Dienste beinhaltet, und staatliche Förderungen ausnutzen, können sie die Zeit nach dem Lockdown möglichst effektiv nutzen. So legen sie die Basis für ein langfristig erfolgreiches Unternehmen.  Wer mit einem passenden Geschäftskonto einen idealen Überblick über die Finanzen hat und gut wirtschaftet, zeigt Verantwortung und Weitblick.

Verteilung der Start Ups
Verteilung der Start ups nach Bundesländern Quelle: Statistica

Technologie-Start ups

Die Digitalisierung ist schon seit Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Dadurch, dass während der Pandemie Homeschooling und Homeoffice zur gängigen Alternative zu Präsenzveranstaltungen wurden, hat sich auch in diesem Bereich viel bewegt. Hamburg gehört zu den deutschen Start up Metropolen, obwohl der Abstand zu Berlin relativ groß ist. Neue Technologien und der Ausbau bestehender Technologien führen dazu, dass immer mehr Unternehmen in der IT-Branche ihre Pforten öffnen und die Digitalisierung noch weiter vorantreiben. Blockchain ist dabei nur eines der wichtigen Schlagworte, um mit dezentralen Datenbanklösungen Vertragsabschlüsse, externes Speichern von Dokumenten und Internetzahlungen auszubauen.

Coworking Office
Coworking Office in Hamburg in der Otto Group für Start ups © ganz-hamburg.de

Hamburg hat sich als Technologie-Standort bewährt und bietet Startups alles, was sie für die Abwicklung ihrer Geschäfte benötigen. Neben innovativen Co-Working Spaces und Mittelstandszentren ist es vor allem die interkulturelle und beschwingte Atmosphäre, die Jungunternehmern Aufschwung gibt.

Nachhaltiger Einzelhandel

Wie bereits angeschnitten, ist Nachhaltigkeit ein immer wichtiger werdendes Thema. Das haben wir einerseits Greta und ihrer Fridays for Future Bewegung zu verdanken, die auch in Hamburg Wellen schlug. Andererseits sorgte aber auch die Angst vor Lebensmittelengpässen dafür, dass das Vertrauen in Globalisierung, Lieferketten und Just-in-Time-Konzepte geringer wurde.

Hamburger Bürger und Bürgerinnen setzen nun bevorzugt auf nachhaltig produzierte Güter, die idealerweise aus der Region kommen und saisonal hergestellt wurden. Kleine Lebensmittelläden, die man beinahe schon Lebensmittel-Boutiquen nennen könnte, überzeugen ihre Kunden durch ein zwar kleines, dafür aber absolut durchdachtes Sortiment und liegen somit am Zahn der Zeit. Im Rahmen der Pandemie ergänzten immer mehr Einzelhändler ihr Angebot um Online Shopping Möglichkeiten und arbeiten deshalb nun besonders innovativ, was Shopping-Hassern gefallen dürfte.

Ein weiterer Trend, der in Zusammenhang damit, noch stärker wurde, ist der, der Unverpackt-Läden. Dort können Kunden und Kundinnen Lebensmittel oder Haushaltsprodukte kaufen und gleichzeitig Verpackungsmüll reduzieren. 

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