Handelskammer: Norbert Aust wird in schwerer Zeit neuer Präses

Norbert Aust Präses der Hamburger Handelskammer (c) Handelskammer / Volker Strey

Professor Norbert Aust wurde mitten in der Corona-Krise zum neuen Präses der Handelskammer Hamburg gewählt. Vor ihm liegt eine gewaltige Aufgabe.

von Angelika Fischer
Professor Norbert Aust ist vom Plenum der Handelskammer Hamburg am 3. April 2020 mit 51 von 57 abgegebenen Stimmen zum neuen Präses der Handelskammer Hamburg gewählt worden. Als Vorsitzender des Tourismusverbandes Hamburg e.V. und ehemaliger Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Politik war Aust als Spitzenkandidat des Bündnisses „Starke Wirtschaft Hamburg“ angetreten.

Der studierte Jurist und Volkswirt gilt als bestens vernetzter und umtriebiger „Macher“ sowie allseits anerkannter Gesprächspartner in der Hamburger Wirtschafts- und Kulturlandschaft. Auch politisch ist Aust gut vernetzt.

Als Norbert Aust sich entschloss für das Plenum der Hamburger Handelskammer zu kandidieren, konnte kein Mensch etwas von der Corona-Krise und ihren verheerenden Folgen für die Wirtschaft ahnen.

Auf Aust wartet ein wahrer Problemberg

„Alle Mann an Deck, wir müssen an die Arbeit“, lautete denn auch seine erste Reaktion. „Sie haben mir eine hohe Verantwortung und Bürde aufgeladen. Die Arbeit werde ich nicht allein schaffen…!“

Gilt es doch die Handelskammer aus ihrer tiefen Krise herauszuführen. Holzschnittartig gesagt, hat sein zurückgetretener Vorgänger Tobias Bergmann von den sogenannten Kammerrebellen einen gewaltigen Trümmer- und Problemberg hinterlassen. Dazu kommt, dass die Handelskammer parallel dazu einen großen Bedeutungsverlust erfahren hat. Auch die internen Strukturen sind zerrüttet. Leistungsträger haben entnervt die Kammer verlassen.

Jetzt ist nicht nur die Stärkung der Kammer erforderlich. Zur Überwindung des Corona- Shutdowns des Wirtschaftslebens sind Ideen, Konzepte und mit den anderen Kammern in Norddeutschland abgestimmte Strategien gefragt. Immerhin sieht fast jedes Hamburger Unternehmen negative wirtschaftliche Auswirkungen, und viele kämpfen um ihr Überleben.

Auch muss schnellstens ein neuer Geschäftsführer, die Position ist mit dem Weggang der ehemaligen Geschäftsführerin Christi Degen seit Sommer 2019 (!) vakant, gefunden werden, um auch hier wieder Handlungsfähigkeit zu haben.

Die Hansestadt Hamburg hat Norbert Aust als Theatergesellschafter, Netzwerker, Stadtentwickler und Hotelier in den letzten Jahren wie kaum ein anderer mit geprägt. Sein Engagement für die Stadt hat viele Facetten und ist von großer Leidenschaft und Beharrlichkeit geprägt. Mit den Schmidt-Spielstätten hat er das erfolgreichste Privattheater-Unternehmen in Deutschland mit aufgebaut und unterstützt als wichtiger Mentor die Vielfalt der Hamburger Theaterszene.


Geboren am 2. Mai 1943 in Schlesien, gründete Aust 1991 gemeinsam mit Corny Littmann das Hamburger Theaterunternehmen Schmidts Tivoli GmbH, zu dem heute das Schmidts Tivoli, das Schmidt Theater und das Schmidtchen sowie zwei Bars, zwei Restaurants und der Angie’s Nachtclub zählen.

Mit Corny Littmann und weiteren Partnern plante und realisierte er das 2015 eröffnete Klubhaus St. Pauli. 2017 übergab er den Geschäftsführerposten an seine Tochter Tessa Aust, die gemeinsam mit ihrem Schwager Hannes Vater die Leitung neben Littmann übernahm.

Norbert Aust ist auch weiterhin als Gesellschafter und Repräsentant der Bühnen aktiv. Sein jüngstes Projekt, das er gemeinsam mit Hotelier Kai Hollmann, den Brüdern Frederik und Gerrit Braun sowie Sebastian Drechsler realisiert hat, ist das Hotel „Pier Drei“ in der HafenCity, das im September 2019 Eröffnung feiern konnte.

Für sein vielfältiges Engagement wurde Norbert Aust im Mai 2013 mit der Biermann-Ratjen-Medaille des Hamburger Senats und im Dezember 2018 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

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