Kreuzfahrten: Deutsche Wirtschaft profitiert von mehr Passagieren

Die MSC Magnifica auf der der Elbe Foto: ganz-hamburg.deDie MSC Magnifica steuert Hamburg auf der Elbe bei Schulau an Foto: ganz-hamburg.de

Die Kreuzfahrtbranche hat tüchtig Wasser unterm Kiel: Aktuelle Zahlen, die der Branchenverband CLIA (Cruise Lines International Association) in Hamburg präsentierte, zeigen, dass bei dem Anstieg der Passagierzahlen längst kein Ende in Sicht ist. Neben den Reiseveranstaltern und Tourismusverbänden profitieren vor allem die norddeutschen Werften von dem Aufschwung.

Deutschland bleibt Spitzenreiter

Immer mehr Menschen in Europa entdecken den Urlaub auf dem Schiff für sich: Wie das Handelsblatt berichtet, haben fast 6,6 Millionen Europäer im vergangenen Jahr eine Kreuzfahrt gebucht. Damit bringen allein die europäischen Seereisenden 30 Prozent des weltweiten Passagieraufkommens auf. Deutschland hält sich dabei wacker als Spitzenreiter und gewissermaßen als „Kreuzfahrt-Europameister“: 1,8 Millionen Deutsche zog es demnach im vergangenen Jahr auf die immer größer werdenden Schiffe. Damit machten sie mit einem Anteil von 27,5 Prozent einen Großteil der europäischen Reisenden aus. Kein Wunder: Kreuzfahrten werden zum einen immer günstiger und leichter über Internetportale wie Cruneo vergleichbar und zum anderen immer vielfältiger: Die Schiffe bieten von Erholung bis Shopping ein breites Angebot, das längst nicht mehr nur die ursprüngliche Kernzielgruppe der über 50-Jährigen anspricht. Helga Grammerstorf von CLIA ist optimistisch und hält für das laufende Jahr 2 Millionen Passagiere für möglich.

Werften freuen sich über neue Aufträge

Optimistisch können die auch die norddeutschen Werften und ihre Zulieferer in die Zukunft schauen: Hierzulande sind derzeit zwölf Schiffe in Auftrag gegeben, die bis 2019 fertig gestellt werden sollen. Die Reedereien lassen sich die Fertigung 8,9 Milliarden Euro kosten. Die Schiffe sollen insgesamt eine Kapazität von 39.000 Betten haben – zusätzlicher Platz, der dringend benötigt wird, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. So erklärt Grammerstorf der Rheinischen Post, dass die Nachfrage der Gäste im letzten Jahr „noch größer“ gewesen sei. Es gab Lieferengpässe bei den neuen Schiffen, was dazu führte, dass die bestehende Flotte vielfach ausgebucht war.

Auch auf den Arbeitsmarkt in Norddeutschland wirkt sich dieser Trend positiv aus: Die Meyer Werft in Papenburg und die Lloyd Werft Gruppe mit zusammen rund 5.500 Mitarbeitern werden dank des Baus und der Ausstattung von Kreuzfahrtschiffen auch künftig für Arbeit sorgen – das berichtet der NDR. Zudem sollen in Mecklenburg-Vorpommern an den Werftstandorten Wismar und Stralsund neue Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Auch im Hamburger Hafen wird kräftig vom Kreuzfahrtboom profitiert: Erst kürzlich wurde die Queen Mary 2 um 50 zusätzliche Kabinen erweitert. Zudem wird der Hafen jährlich Dutzende Male angelaufen. Für 2016 steht ein neues Rekordjahr an: Ganze 160 Anläufe von 33 verschiedenen Schiffen sind geplant.

 

 

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