Maßnahmen der Hamburger Behörde gegen Online Casinos

Hamburger Hafen am Abend. Blick auf die Überseebrücke mit ElbphilharmonieHamburger Hafen, die Überseebrücke mit der Cap San Diego und der Elbphilharmonie in der Abendsonne © ganz-hamburg.de

Maßnahmen der Hamburger Behörde gegen Online Casinos

Seit 2012 war es alles andere als ruhig um das Online Glücksspiel in Deutschland und in Europa. Die Regeln konnten seitdem nicht unterschiedlicher sein. Was in Europa beim Glücksspiel im Internet erlaubt ist, gilt laut deutschem Recht noch lange nicht als legal. Doch, da Deutschland Mitgliedsstaat der EU ist, sind die EU-Richtlinien zum Glücksspiel maßgeblich und für alle in Deutschland tätigen Online Casinoanbieter und Bookies bindend. Diesen Zusammenhang müssen vor allem erst die Vertreter der einzelnen Bundesländer verstehen und akzeptieren bis es dann ab dem 01. Juli 2021 endlich eine bundesweite Regelung für Glücksspiele im Internet geben wird.

Hamburgs Beschwerden gegen Online Casinoanbieter

Bisher hat sich Schleswig-Holstein als einziges der 16 Bundesländer seit 2012 für die Vergabe von Glücksspiellizenzen und legales Spielen um Geld im Internet ausgesprochen. Wer seitdem einen Wohnsitz in diesem Bundesland besitzt und Online im Casino spielt oder auf Sportereignisse wettet, ist auf der sicheren Seite. Wettkunden und Casinospieler aus den anderen Bundesländern bewegen sich mit ihren Spielen und Wetten noch immer in der Grauzone.

Wird zum Beispiel in Berlin eine Online Casino 5 Euro Einzahlung vorgenommen, kann sich der Spieler den strengen Gesetzen des geltenden Glücksspielstaatsvertrags Deutschlands strafbar machen. Die gute Nachricht ist allerdings, dass es keine Abläufe zur Ahndung von Spielern und Wettkunden in den 15 Bundesländern gibt. In Hamburg gibt es allerdings Aufruhe. Denn aktuell wird dem Bundesland vorgeworfen, dass es aktiv nichts gegen die Bereitstellung von Glücksspielen im Internet macht.

Vor allem die drei Glücksspielanbieter bwin, Tipico und Bet3000 wurden als illegale Anbieter von Online Casinospielen genannt. Die drei Sportwetten- und Casinoanbieter sind vor allem Sportfans ein Begriff, da sie auf den Trikots von unter anderem deutschen Fußballteam zu finden sind:

  • Bet3000 ist Sponsor von 1860 München
  • Bwin fördert Borussia Dortmund
  • Tipico sponsort Bayern München

Seit dem jüngsten Glücksspielstaatsvertrag sind nur Sportwetten legal und eben die Casinoangebote in Schleswig-Holstein. Bisher hat es keine Strafverfolgung, Gerichtsverhandlung und auch kein Urteil gegen einen der beliebten und erfolgreichen Casinoanbieter gegeben.

Der Hintergrund für Casinowerbung

Als einer der stärksten Kritiker gegen das Angebot von Online Casinos und Sportwetten tritt der Vorsitzende des Deutschen Verbandes für Telekommunikation und Medien aus Hamburg, Renatus Zilles, auf. Durch die ausbleibende Kontrolle etablierter und vor allem neuer Online Casinoanbieter würden die Rechte der Verbraucher mit Füßen getreten und profitgierigen Unternehmen aus der Karibik und Asien alle Tore geöffnet.

Er fordert die Regulierung und vor allem die Überprüfung der Vertragsrichtlinien des Glücksspielstaatsvertrags von jedem einzelnen Bundesland. Vor allem Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sollen seiner Meinung nach aktiver gegen Casinoanbieter im Internet vorgehen.

Die betroffenen Betreiber selbst verweisen auf das EU-Recht hinsichtlich des Online Glücksspiels und appellieren an der daraus folgenden Ungültigkeit der deutschen Rechtsprechung zum Internetglücksspiel. Zilles fordert, dass die drei Anbieter sofort ihre Online Casinoangebote aus dem Internet einstellen und entfernen sollen. Da es noch keine Klageerhebung und kein Urteil gibt, bleibt das Angebot der Online Casinos und Sportwetten in Deutschland vorerst wie bisher bestehen.

Doch einfacher wird es bis zum Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags im Sommer 2021 nicht. Denn seit Januar 2020 bilden sich klar die Lager der Befürworter und der Gegner. Schon viele Gegner haben in den letzten Jahrzehnten probiert dem Online Glücksspiel in Deutschland ein Ende zu setzen. Bisher ohne Erfolg. Sollte der Glücksspielstaatsvertrag in seiner neuen Fassung in Kraft treten, dann wird es endlich klare Richtlinien für jedes Bundesland geben und eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen und Klärungen aus Sicht der Bundeslandvertreter, der Glücksspielanbieten und letztlich auch der Spieler und Wettkunden.

Noch im Gespräch ist die Pflicht für Glücksspielanbieter im lizenzgebenden Bundesland eine gewisse Anzahl an Mitarbeitern anzusiedeln. Damit würden Arbeitsplätze geschaffen und die Legalisierung würde durch mehr Sicherheit auf Kundenseite zu höheren Steuereinnahmen der einzelnen Bundesländer führen.

Dieser Artikel ist keine Aufforderung Online-Glücksspiele zu spielen. Das muss jeder Spieler für sich persönlich entscheiden.
Allerdings, jeder Online Spieler sollte wissen, dass in Deutschland Online Glücksspiele noch nicht erlaubt sind. Hier erfahren Sie die Hintergründe.
Grundsätzlich gilt: Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst.
Rat und Hilfe:
Tel. 0800 1 372700 (kostenlos, anonym) – www.spielen-mit-verantwortung.de