Selbständig machen: Unternehmenskauf oder Unternehmensgründung?

Werbefigur hält Schild Sale oder LeaseKauf oder Neugründung? Beide Wege können zum Erfolg führen. Symbol Photo by Randy Laybourne on Unsplash

Rund 542.000 Unternehmen und Betriebe wurden im Jahre 2020 neu gegründet. Sowohl der Kauf eines bereits bestehenden Unternehmens als auch das Aufbauen eines neuen Betriebes bringen diverse Vorteile mit sich. In jeder Hinsicht ist es notwendig, sich den damit einhergehenden Rechten sowie Pflichten bewusst zu sein.

Der Unternehmenskauf

Der Entscheidung, ein Unternehmen zu kaufen, geht im Idealfall eine lange und intensive Analyse voraus. Als ein sehr gutes Beispiel erscheint hier der Unternehmenskauf der 25hours Hotelgruppe in Hamburg, da bereits im Jahre 2019 erste Grundsteine für diese Entwicklung gelegt wurden. Das Erwerben bringt diverse, verlockende Vorteile mit sich: Zunächst besitzt das Unternehmen einen gewissen Ruf, der Jahre lang aufgebaut wurde und übernommen wird. Auch verfügt es über eine gewissen Stammkundschaft, die für regelmäßige Umsätze sorgen, wenn die Qualität beibehalten oder gar gebessert werden kann.

Darüber hinaus sind bereits einige Strukturen etabliert, beispielsweise wird es eine funktionierende Kommunikationskultur geben. Je nachdem, wie effizient diese gestaltet wurde, kann sie übernommen oder optimiert werden. In jedem Fall ist sie eine wichtige Grundvoraussetzung, damit die linke Hand weiß, was die rechte tut.

Steht ein Unternehmensverkauf bevor wird dies in der Regel auch ein Team eingearbeiteter Mitarbeiter übergeben bzw. übernommen, sodass sämtliche Prozesse weitergeführt werden und es zu keinem Stillstand kommt, der den Umsatz sowie Gewinn maßgeblich reduzieren würde. Darüber hinaus sind gefestigte Beziehungen zu Lieferanten gegeben, die wiederum wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen.

Verlässliche Partner zu finden, die ihre Leistungen zu angemessenen Preisen anbieten, kann eine zeitintensive Herausforderung darstellen, die nicht unterschätzt werden sollte. Auch ist es möglich, aufgrund der Umsätze der letzten Jahre zukünftige Einnahmen zu prognostizieren und somit auch festzustellen, zu welchem Zeitpunkt der Kaufpreis wieder amortisiert werden kann. Die Planbarkeit sowie Übernahme bereits funktionierender Strategien, der jahrelang aufgebaute Ruf und viele weitere Faktoren sprechen für einen Unternehmenskauf, denn oftmals dauert es Jahre, bis ein Unternehmen Gewinne abwirft. In dieser Zeit ist es durchaus möglich, dass der Kaufpreis bereits eingenommen wurde.

Unternehmensgründung

Eine Unternehmensgründung steht für einen Neustart: Bei jedem Schritt des Unternehmens involviert zu sein und diesen nach seinen Wünschen und Bestrebungen leiten zu können. Manche dieser Entscheidungen werden im Nachhinein eventuell revidiert werden. Abhängig von dem bereits vorhandenen Erfahrungsschatz können die Folgen von getroffenen Urteilen besser oder eben schlechter abgewogen werden. Beim Realisieren einer neuen Idee, die bis dato noch nicht am Markt ist, wird die Unternehmensgründung die richtige Wahl darstellen. Denn diese zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass das Unternehmen sich seinen Ruf selbst aufbauen muss und sich bei Kunden beweisen kann bzw. darf. Das impliziert, dass Kunden die Produkte oder Dienstleistungen vorgestellt werden, die ihnen einen wesentlichen Mehrwert bringen, und somit eventuell eine neue Marktnische erklommen werden kann.

Eine wesentliche positive Seite der Unternehmensgründung ist, dass sämtliche Ideen tatsächlich realisiert werden können. Im Zuge einer Unternehmensgründung müssen nicht nur Kunden, sondern auch Lieferanten für sich gewonnen werden. In den meisten Fällen nimmt auch die Zusammenarbeit mit Banken eine wesentliche Rolle in Hinblick auf Darlehen und Kredite ein – Auch diese müssen sich erst mit dem Unternehmenskonzept auseinandersetzen, um eine Risikoeinschätzung des Unternehmens vorzunehmen und Zinssätze festlegen zu können. Dies ist wiederum mit einem erhöhten Zeitaufwand verbunden, bis Geld geliehen werden kann.

Fazit

Eine Neugründung gestaltet sich auf den ersten Blick kostensparender, jedoch bei Weitem zeitintensiver. Je nach dem, wie schnell das Konzept Anerkennung und Wertschätzung durch Kunden erhält, erweist sich diese Strategie als günstiger. Der Unternehmenskauf ermöglicht einen sofortigen Eintritt in den Markt – ohne Kompromisse. Gleichzeitig bedarf es jedoch eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den bestehenden Konzepten, Strategien und Prozessen. Die Übernahme von Vertragspartnern repräsentiert einen wesentlichen Vorteil, der nicht vor allem in Hinblick auf die zeitlichen Ressourcen unbedingt beachtet werden muss. Planungssicherheit und die bereits etablierte Marktposition des Unternehmens sprechen abermals für den Unternehmenskauf. 

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