Speicherstadt Hamburg – wie alles begann

Speicherstadt, HamburgSpeicherstadt Hamburg © ganz-hamburg.de

Hamburg hat viele Gesichter. Gerade der Hafen als Warenumschlagplatz und die Stellung der Hansestadt als eine der deutschen Musical-Metropolen sorgen für einen regen Besucherstrom nach Hamburg. 2014 beherbergten die rund 350 Hotelbetriebe der Stadt mehr als sechs Millionen Gäste (Quelle: Hamburg Tourismus). Zu den Highlights, die fast jeden Besucher der Hansemetropole in ihren Bann ziehen, gehört auch die Speicherstadt.

Das weltberühmte und inzwischen zum UNESCO-Welterbe gehörende Areal erstreckt sich über circa 1,5 Kilometer mal rund 250 Meter am Hamburger Hafen. Insgesamt nimmt die Speicherstadt Hamburg eine Fläche von etwa 26 Hektar ein – auf den ehemaligen Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm. Das schaurige Hamburg Dungeon, das Miniatur Wunderland (die größte Modelleisenbahn der Welt), der Zieselpark  und bald die Elbphilharmonie sind Top-Adressen für Hamburg Touristen.

Die Speicherstadt – von der Gründung bis zum Wirtschaftsfaktor

Beginn der Geschichte ist die Gründung des Deutschen Reichs 1871. Hamburg war zu dieser Zeit ein sogenanntes Zollanschlussgebiet. Um im Zuge der territorialen Veränderungen den Kaufleuten auch weiterhin die zollfreie Lagerung und Verarbeitung von Waren aus dem Import zu ermöglichen, musste ein Freihafen entstehen – die Speicherstadt Hamburg. Die folgende Tabelle zeigt die bewegte Geschichte der Speicherstadt Hamburg etwas genauer auf:

Jahr Ereignis
1871 Gründung des deutschen Reichs und damit Zollprobleme in der Zollanschlusszone Hamburg
1881 Planung und Startschuss für die Speicherstadt Hamburg, damit Importwaren im Deutschen Reich weiter zollfrei gelagert und verarbeitet werden konnten.
1883 Startschuss für den Bau der Speicherstadt und Abriss der Stadtviertel auf den Elbeinseln Kehrwieder und Wandrahm. Insgesamt wurden 20.000 Menschen umgesiedelt.
1888 Einweihung des ersten Bauabschnitts mit Schlusssteinlegung.
1898 Fertigstellung von zwei Dritteln der Speicherstadt.
1914 Noch vor dem Beginn des ersten Weltkriegs wurde die Speicherstadt in Hamburg komplett fertiggestellt.
1943-1945 Zum Teil verheerende Luftangriffe im zweiten Weltkrieg sorgen für die Zerstörung von fast zwei Dritteln der Bausubstanz.
1967 Der Wiederaufbau nach Vorbild des Originals ist komplett abgeschlossen.
2004 Die komplette Speicherstadt ist kein Freihafen mehr, sondern zollrechtlich wieder komplett dem Inland zuzuordnen.
2009 Die ersten Teile der neuen HafenCity werden mit dem Revier „Am Dalmannkai/Sandtorkai“ fertiggestellt.

 

Die Hamburger Speicherstadt ist heute ein historischer Kern der HafenCity, die sich ihrerseits zumindest teilweise noch im Bau befindet.

Rohstoffhandel in Hamburg – immer noch ein Wirtschaftsfaktor

Hamburgs Speicherstadt ist heute in das Stadtbild als Geschäfts- und Kulturpunkt eingegliedert. Ursprünglich standen aber Handel und Logistik im Mittelpunkt der Entstehung. Auch wenn sich diese Prämisse geografisch verlagert hat – Hamburg ist immer noch einer der wichtigsten Häfen Europas und die Hafenmetropole in Deutschland.

Neben Fertiggütern und Lebensmitteln, die aus aller Welt in Hamburg eintreffen, ist es auch der Rohstoffhandel, wie z.B. Kaffee, welcher an dieser Stelle eine Rolle spielt. Unter anderem ist die Mineralölverarbeitung in Hamburg sehr stark vertreten. Laut Statistikamt Nord hat dieser Industriezweig im Jahr 2015 einen Gesamtumsatz von 33,2 Milliarden Euro erzielt.

Import- und Exportzahlen des Hamburger Hafens (2011 – 2015)
Jahr Importumschlag Exportumschlag Gesamtumschlag
2011 76 Mio. Tonnen 56 Mio. Tonnen 132 Mio. Tonnen
2012 73 Mio. Tonnen 57 Mio. Tonnen 130 Mio. Tonnen
2013 77 Mio. Tonnen 61 Mio. Tonnen 138 Mio. Tonnen
2014 81 Mio. Tonnen 64 Mio. Tonnen 145 Mio. Tonnen
2015 77 Mio. Tonnen 60 Mio. Tonnen 137 Mio. Tonnen

 

An diesen Umschlagszahlen haben Rohstoffe ihren Anteil. Der Rohstoffhandel ist für den Großteil der Bevölkerung nach wie vor ein eher abstrakter Wirtschaftszweig. In den letzten Jahren rückt er aber zunehmend in den Fokus – auch oder gerade wegen verschiedener Möglichkeiten, welche die breite Masse am Rohstoffhandel beteiligen.

Die Rede ist von den sogenannten CFDs. Hier handelt es sich um Finanzprodukte – sogenannte Differenzkontrakte. Hier liegen häufig Rohstoffe (Commodities) als Basiswert zugrunde. Über einen mit dem Broker vereinbarten Hebel bewegt der Anleger Kapital und kann so an den Wertentwicklungen von Rohstoffen – wie sie auch im Hamburger Hafen umgesetzt werden – teilhaben. Die Bandbreite beim CFD-Handel ist bei Unternehmen wie cmcmarkets breit gefächert. Von Gold über Rohöl bis hin zu Rohrzucker oder Weizen ist vieles handelbar.

Fazit: Die Hamburger Speicherstadt ist in der Moderne angekommen

Hamburg ist neben Rotterdam und Antwerpen einer der großen europäischen Häfen und Warenumschlagplätze. Die Hansestadt ist aber inzwischen weit mehr als nur ein Handelszentrum. Hamburg hat sich auch zur norddeutschen Kulturmetropole entwickelt. Deutlich wird diese Entwicklung – neben der allgemeinen Wahrnehmung in der Bevölkerung – gerade an der Speicherstadt. Ursprünglich als Freihafen geplant und entstanden, ist das Areal inzwischen Teil eines neuen Stadtkonzeptes der HafenCity. Die Hamburger Speicherstadt macht deutlich, dass sich eigentlich gewerblich-funktionale Stadtplanung in ein urbanes Lebensumfeld transformieren lässt. Historisch gesehen, war vor den Bau der Speicherstadt hier ein Wohngebiet.

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