Unternehmerstadt Hamburg – ein schmaler Grat zwischen Erfolg und Bauchlandung

SpeicherstadtTopp bei Jungunternehmern: Büroräume mit viel Ambiente in der Hamburger Speicherstadt Foto: ganz-hamburg.de

Die Kombination aus wirtschaftlichem Potential und einer hohen Lebensqualität macht aus Hamburg eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen Europas. Die gut ausgebaute Infrastruktur zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft verschafft der Hafenstadt einen großen Vorteil gegenüber anderen Standorten. Zusammen mit Berlin gehört sie außerdem zu Deutschlands Startup-freundlichsten Städten. Doch der Ort der Niederlassung allein reicht nicht aus, um einen Betrieb erfolgreich auf dem Markt zu etablieren. Diese Erfahrung müssen derzeit viele, meist junge Unternehmer machen, denn die große Anzahl an Firmenpleiten in Hamburg entwickeln sich entgegen dem Trend der Bundesrepublik. Das sind dabei die häufigsten Fehler, an denen Startups scheitern.

Sieben große Fehler von Jungunternehmern

Aus einer Analyse der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) geht hervor, dass die Geschäftskonzepte von Jungunternehmern vor allem aus den folgenden Gründen scheiterten:

  • Mangelhafte Branchenkenntnis: Gerade in der Gründungsphase mangelt es oft an den wirtschaftlich wichtigen Kontakten zu Kunden und Lieferanten. Einige Unternehmen scheitern auch an fehlenden, für das Gewerbe notwendigen Genehmigungen.
  • Fehlerhafte Finanzplanung: Oftmals wird das benötigte Kapital zu knapp bemessen. Jungunternehmer vergessen dabei nicht selten die teuren Kredite und Versicherungen. Auch für unvorhergesehene Ereignisse fehlen oft Rücklagen.
  • Unzureichendes Detailwissen: Am Anfang fallen viele Geschäftsbereiche zusammen. Existenzgründer fehlt dann oft die nötige Erfahrung in der Marketingkommunikation, sodass das Produkt die Zielgruppe nicht erreicht.
  • Zielgruppe nicht genau definiert: Wenn es zwar mit der Kommunikation klappt, jedoch keine genaue Zielgruppe definiert wurde, scheitern laut IHK-Bericht 34 Prozent der Unternehmen. An der Zielgruppen-Analyse richtet sich das komplette Marketing eines Betriebes aus.
  • Zu hohe Umsatzeinschätzungen: Beflügelt von der eigenen, supertollen Idee, begehen Gründer häufig den Fehler einer subjektiven Umsatzkalkulation, die den erwarteten Gewinn schmälert und die Unternehmung gefährden kann. Abhilfe schafft hierbei eine repräsentative Umfrage.
  • Kaufmännische Mängel: Die Ausbildung zum Kaufmann hat nicht jeder durchlaufen, der eine gute Idee hat. Experten sehen diesen Mangel jedoch als am wenigsten gravierend an, da er sich durch Weiterbildungen und Trainings schnell beheben lässt.
  • Nutzloses Produkt: Das „Worst Case“ Szenario bildet ein ungenügendes Produkt. Ideen ohne Nutzen und Mehrwert sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Am Anfang jeder Existenzgründung sollte sich ein Unternehmer die Frage stellen, was sein Produkt von den anderen abgrenzt.

Wie es richtig gemacht wird

Unter den jährlich rund 20.000 Gewerbeanmeldungen in Hamburg befinden sich jedoch auch einige Erfolgsgeschichten. Heute millionenschwere Unternehmen wie die Spieleschmiede für Browsergames Bigpoint, der Statistik-Lieferant Statista, das Bewertungsportal Qype oder das bekannte Business-Netzwerk Xing haben ihr Wurzeln in der größten Hafenstadt der Bundesrepublik. Doch auch für international tätige Unternehmen, sogenannte Global Player, ist Hamburg ein attraktiver Standort geworden. So eröffnete mit ReachLocal erst kürzlich eines der international führenden Online Marketing Unternehmen ein Büro in der Hansestadt, um ihre Erfahrungen im lokalen Suchmaschinenmarketing an die kleinen und mittleren Unternehmen der Umgebung weiterzugeben. Weiterhin haben hier auch die Luftfahrtriesen Airbus und Lufthansa einen Sitz mit jeweils mehr als 10.000 Beschäftigten.

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