Klassische Glücksspiele verlieren Teilnehmer

RouletteRoulette Foto: ganz-hamburg.de

In Deutschland ist die Teilnahme an Glücksspielen in den letzten Jahren gesunken. Bei den Frauen sind es nur noch 73%, die bereits an einem Glücksspiel teilgenommen haben im Vergleich zu 84,1 Prozent im Jahr 2007. Bei den Männern ist die Teilnahme am Spiel ebenfalls zurückgegangen, von 88,9 Prozent auf 82,2 Prozent. Die Studie war von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung in Auftrag gegeben worden.

Die aktuelle „Schulbus“-Studie der „Sucht Hamburg gGmbH“ über das Verhalten von Hamburger Jugendlichen zeigt, dass weniger getrunken und gekifft wird, dafür stehen Videospiele und Online-Glücksspiel höher im Kurs. Insgesamt ist die Teilnahme an Glücksspielen in Deutschland allerdings gesunken. Um die chaotische rechtliche Lage der Glücksspielanbieter zu regulieren, haben sich einige Branchenteilnehmer zusammengetan, um am Verbraucherschutz zu arbeiten.

Verantwortungsvolles Spielen

Dem Glücksspiel sollte man sich stets verantwortungsvoll und in Maßen zuwenden. Das fördert auch eine Kampagne der Deutschen Automatenwirtschaft gegen Spielsucht. Besonders wichtig ist es, Minderjährige vor Glücksspiel zu schützen, denn erst ab 18 Jahren ist die Teilnahme an Spielen um Geld erlaubt. Dennoch haben laut der Schulbus-Studie viele Hamburger Jugendliche bereits Glücksspiele ausprobiert. Am häufigsten geschah das durch den Kauf von Rubbellosen. Sportwetten werden ebenfalls gerne schon in der Schulzeit ausprobiert. Das Automatenspiel habe allerdings bei Jugendlichen nachgelassen (13 Prozent im Jahr 2015 im Vergleich zu 17 Prozent im Jahr 2012).

Wichtig ist allgemein, nur vertrauenswürdige Seiten aufzusuchen, wenn man sich dem Glücksspiel im Internet widmet. Zweitlotterien sind beispielsweise auch im Gewinnfall oft in der Lage, die Auszahlung zu verweigern, weil ihr Rechtssitz in anderen Ländern liegt und sie nur schwer zurückverfolgt werden können. Wer Lotto spielen will, sollte das also besser bei den offiziellen Landeslotteriegesellschaften wie „LOTTO Hamburg“ tun.

Regulierung unübersichtlich

Das Online-Glücksspiel ist dagegen rechtlich in einer Grauzone reguliert. Grund ist der Glücksspielstaatsvertrag, gegen den bereits mehrere Wettbüros erfolgreich geklagt haben. Denn offiziell sieht der Vertrag die Vergabe nur weniger Lizenzen vor, mit denen legal Glücksspiel angeboten werden darf. Dieses Vorgehen steht allerdings im Widerspruch zu geltendem europäischem Recht. Um der Branche aus der Patsche zu helfen, haben sich einige Vertreter von Glücksspielanbietern in Deutschland zum „Düsseldorfer Kreis“ zusammengetan.

Ihre Vorschläge sollen der Regulierung aller Glücksspiel- inklusive Online-Wettanbieter dienen. Ein ehrgeiziges Unterfangen, denn die Branche ist vielfältig und reicht von Online-Casinos wie DrückGlück, das sogar Partner der Handball-Mannschaft THW Kiel ist, über Automatenaufsteller bis hin zu den Lotto-Gesellschaften der Bundesländer. Von den Mitgliedern des Kreises wird nun eine Selbstregulierung angestrebt. Ihr erstes Thema lautet Verbraucherschutz, für den Richtlinien zu Datensicherheit und Reklamationen erarbeitet werden.

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