Workation und Expats, Tipps für eine Auslandskrankenversicherung

Frau im blauen T-Shirt sitzt im Urlaub am Laptop macht WorkationWorkation Symbolfoto Photo by Irina Leoni on Unsplash

Im Ausland im Workation Modus oder als Expat arbeiten und leben. Das ist attraktiv, aber nur eine echte Auslandskrankenversicherung bietet umfassenden Schutz und beugt hohen Behandlungskosten vor.

Fangen wir mit einer einfachen Situation an. Innerhalb der Europäischen Union ist man auf einem längeren und kürzeren Urlaub fast immer gut geschützt. Auch wer Workation mit einem deutschen Arbeitsvertrag arbeitet, muss sich real tatsächlich wenig Sorgen machen, denn durch das EU-Recht ist man gut abgesichert. Doch Vorsicht, eine Reisekrankenversicherung gilt natürlich nur für Urlauber, die Ferien machen. Die Risiken eines Workation-Arbeitnehmers sind in der Regel damit nicht abgedeckt. Im Versicherungsfall wird das schon einmal geprüft und dann bleibt man auf den Behandlungskosten sitzen.

Dabei sollte man nicht vergessen, die Gesundheitssysteme rund ums Mittelmeer und in Osteuropa basieren auf einer rudimentären öffentlichen Versorgung. Wer als EU-Bürger im Ausland arbeitet, unterliegt dem Krankenversicherungsschutz des Ziellandes. Dieser entspricht häufig nicht dem deutschen Standard. Aus diesem Grund empfehlen Experten einen zusätzlichen Versicherungsschutz. Wer sich mit Expats oder Menschen, die im Workation Modus arbeiten, empfehlen das häufig auch aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen.

Das Kostenrisiko kann sehr hoch sein

Denn, im Fall einer Erkrankung oder eines Unfalls können schnell relativ hohe Kosten bei einem Arztbesuch oder gar einen Rücktransport anfallen. Nur ausgewiesene Auslandskrankenversicherungen bieten verlässlichen Schutz.

Dolce Vita heißt nicht, dass man nie einen Unfall hat

So ging es auch dem IT-Experten Christopher* aus Hamburg Niendorf: Der Großteil meiner Arbeit erfolgt Remote. Hamburg ist zwar eine tolle Stadt, aber ich wollte einmal Abwechslung, da arbeiten, wo es mehr Sonne hat, Outdoor-Sport machen können und das Leben etwas lässiger ist. Meine Wohnung konnte ich gut für diese Zeit untervermieten.

Ich brauche nur ein sehr stabiles Internet. Na und Sonne und Dolce Vita nach Arbeitsschluss sind schließlich ja nicht zu verachten. Zum Glück habe ich eine Auslandskrankenversicherung vorausschauend abgeschlossen. Um mobil zu sein, habe ich mir eine Vespa gemietet. Tja, in einer Kurve war viel Schotter und eh ich mich versah, lag ich im Straßengraben. Ich hatte Glück im Unglück, ich wurde von einem Rettungswagen abtransportiert und lag sechs Tage im Krankenhaus. Allerdings, dann kam die Rechnung, darauf standen ein paar Tausend Euro. Die hat die Versicherung übernommen.

Frank Tipps wenn man Workation Modus leben und arbeiten möchte:

  • Der Auslandsaufenthalt sollte immer gründlich vorbereitet werden. Einfach so spontan in den Süden fliegen sollte man eher nicht. Deshalb mindestens drei bis fünf Monate dafür einplanen.
  • Achtung: Das Gesundheitssystem des Ziellandes ist fast immer ganz anders organisiert und strukturiert. Das genau checken.
  • Wer wirklich zum Arzt muss, wenn er nicht gerade in einem deutsche Touristen Hot Spots lebt, sollte sich darauf einstellen, dass es kaum einen deutschsprachigen Arzt gibt. Selbst auf Englisch zu kommunizierenkann schwierig sein.
  • Viele Leistungen von Ärzten, Zahnärzten, Ambulatorien, Hospitälern müssen häufig sofort privat bezahlt werden. Wer in ein öffentliches Krankenhaus oder eine Ambulanz geht, sollte sich auf stunden- bis tagelange Wartezeiten einstellen.
  • An Privatpraxen und -krankenhäuser führt aus diesem Grund deshalb kaum ein Weg vorbei.
  • Die Auslandskrankenversicherung sollte vorausschauend, also in Deutschland, abgeschlossen werden. Fünfstellige Behandlungskosten sind keine Seltenheit. Auch private Flugambulanzen sind auch teuer.
  • Deutsche Botschaften oder Konsulate können realativ wenig tun. Sie vermitteln meist nur Hilfen von Vereinen, Kirchen oder Initiativen vermitteln und können Kontaktadressen weitergeben.
  • Ansonsten gilt, auf das Zielland eingehen, versuchen die Landessprache zu lernen, sich an die Sitten und Gebräuche anpassen. Das ist gerade der Reiz,
  • Ganz wichtig: Erfahrungsberichte lesen und daraus lernen.

Die Auslandskrankenversicherung

Die One-fits-it-All Auslandskrankenversicherung gibt es nicht. Es kommt auf die individuelle Situation, sprich dem persönlichen Risikoprofil an. Vergleichsportale sind eine relativ schlechte Quelle. Denn Auslandskrankenversicherungen sind bei weitem nicht so standardisiert als Produkt. Wichtig ist der Service der Versicherung: Wie Hotline, Erreichbarkeit oder Kommunikation in der Muttersprache. Da gibt es durchaus Unterschiede.

Auslandskrankenversicherungs-Anbieter sind u.a.: Hanse Merkur Versicherung aus Hamburg, Cigna, Foyer Global Health,  Allianz Worldwide Care (Reihenfolge ohne Wertung).

*Name geändert

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