Zinsen bekommen Anleger nur noch im europäischen Ausland

GeldFoto: Flickr Euro 2 wfabry CC BY 2.0

Die Digitalisierung hat die deutsche Finanzbranche erfasst. Start-ups aus dem Internet mischen den Markt mit Anlageprodukten auf und fordern etablierte Banken heraus.

Auf dem deutschen Anlagenmarkt ist ohne Risikoinvestitionen nicht mehr viel zu holen. Sparer haben sich an den Gedanken gewöhnt, dass die Zinsen auf ihrem Konto bestenfalls dem Werterhalt ihrer Rücklagen dienen – bald vielleicht nicht einmal das. Anders sieht es im europäischen Ausland aus. Denn der Markt für Sparanlagen ist nicht so homogen, wie man es angesichts eines einheitlichen Leitzinses der Europäischen Zentralbank (EZB) vermuten könnte. In Ländern wie Bulgarien, Portugal, Tschechien, Polen oder Irland locken Banken mit sehr viel höheren Zinsen, als deutsche Anleger es von den hiesigen Geldinstituten gewohnt sind. Diese Zinsunterschiede macht sich die Internetplattform Weltsparen.de seit Ende 2013 zunutze. Das geniale Konzept des Anlagenmarktplatzes: Weltsparen vermittelt ausländische Festgeldkonten an deutsche Anleger, ohne dass diese für die Kontoeröffnung ins Ausland reisen müssen. Das Start-up kümmert sich dabei um sämtliche Formalitäten und kassiert dafür eine Provision von den Banken. Über eine Banklizenz verfügt das Unternehmen jedoch nicht. Alle Festgeldgeschäfte laufen daher über die deutsche MHB Bank.

Zehn Partnerbanken in ganz Europa hat Weltsparen.de mittlerweile im Angebot. Angefangen hat alles vor 18 Monaten mit der bulgarischen Fibank. Gemessen am Gesamtvermögen ist die First Investment Bank, wie das Geldinstitut mit vollem Namen heißt, die drittgrößte Bank Bulgariens mit Hauptsitz in Sofia. Festgeldeinlagen zwischen 10.000 und 100.000 Eure können deutsche Kunden über Weltsparen.de bei der Fibank anlegen. Belohnt werden sie dafür mit Rekordzinsen von bis zu 3 Prozent. Die Höhe des Anlagenvolumens ist nicht zufällig gewählt. Grund dafür ist die Europäische Einlagensicherung, die bis zu einer Summe von 100.000 Euro pro Kunde und Bank greift. Sollte eine der europäischen Partnerbanken der Vermittlungsplattform insolvent gehen, haftet der jeweilige EU-Mitgliedstaat für die Einlagen der Bankkunden.

Dass das Konzept des Anlagemarktplatzes funktioniert, zeigen nicht nur die Bewertungen begeisterter Kunden. Mit den Online-Portalen Savedo und Zinspilot hat Weltsparen bereits erste Nachahmer gefunden.

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