Zwischen welchen Kreditarten können Verbraucher wählen?

Eine alte Registerkasse aus den 1950er JahrenBild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

Auch wenn die Zinsen niedrig sind. Bei den Kreditarten gibt es wichtige Unterschiede.

Wenn Freunde oder Familienmitglieder nicht helfen und einen Kredit von privat zur Verfügung stellen können, beginnt die Suche nach einem externen Darlehensgeber. In den meisten Fällen führt der Weg dann zu einer der vielen Banken, deren Angebote miteinander verglichen werden sollten. Ob Kreditsumme, Zinsen, Finanzierungszweck oder Rückzahlungsbedingungen: Die Unterschiede können enorm sein. Doch welche Kreditarten stehen privaten Kunden eigentlich am Finanzmarkt üblicherweise zur Verfügung?

Die Varianten des Ratenkredits

Ratenkredite sind zweifelsfrei die Kreditart, die Privatkunden häufig beantragen. Diese Verbraucherkredite kennzeichnen sich dadurch, dass die Monatsraten zur Tilgung identisch sind. Wie hoch jene letztlich ausfallen, bestimmen die Darlehenssumme, der effektive Jahreszins sowie die Laufzeit des Kredits. Um die zu den eigenen Bedürfnissen passenden Konditionen zu finden, sollten Verbraucher unbedingt Kredite online vergleichen. Denn mittlerweile stehen neben den Angeboten der Hausbank oder anderer Filialbanken diverse Onlinekredite zur Auswahl.

Deren Konditionen sind häufig attraktiver, da Kosteneinsparungen der Anbieter beispielsweise aufgrund fehlender Filialmieten an Kunden weitergegeben werden können. In der Regel ist ein Ratenkredit zur freien Verwendung, so dass Verbraucher vom Urlaub bis zur Renovierung alles Mögliche finanzieren können. Kredite mit festem Verwendungszweck wie ein Autokredit dürfen nicht anderweitig genutzt werden. Zudem gibt es Kredite mit besonders schneller Auszahlung (Sofortkredite) und geringer Summe (Kleinkredit).

Tilgungs- und Annuitätendarlehen

Die monatlichen Raten im Rahmen der Kreditrückzahlung bestehen aus dem Tilgungsanteil und den Zinsen. Wie es der Name bereits andeutet, steht beim Tilgungsdarlehen der Tilgungsanteil im Fokus. Jener bleibt jeden Monat gleich, allerdings nimmt der Zinsanteil kontinuierlich ab. Dadurch werden bei Tilgungsdarlehen die monatlichen Raten immer geringer. Anders ist dies beim Annuitätendarlehen. Hier sind die Monatsraten die gesamte Zeit über identisch. Lediglich der Anteil von Zins und Tilgung verändert sich.

Kreditnehmern ist aber normalerweise egal, wie sich ihre Raten zusammensetzen. Vielmehr können sie jeden Monat mit derselben finanziellen Belastung rechnen, was für viele Verbraucher am angenehmsten ist. Mit einem Annuitätenrechner lassen sich beispielsweise Immobiliendarlehen im Vorfeld kalkulieren, wodurch Verbraucher die Eckdaten ihrer maßgeschneiderten Finanzierung identifizieren. Wer lieber mit kleinen Raten startet und am Ende den Großteil abzahlen möchte, kann eine Ballonfinanzierung ins Auge fassen.

Dispo, Kredit ohne Schufa und Pfandkredit

Filial- und Onlinebanken sind nicht die einzigen Anlaufpunkte, um sich Geld zu leihen. Um eher geringere Summen schnell in Anspruch zu nehmen, bietet sich der Dispokredit an. Kunden können ihn normalerweise mit ihrer Bank vereinbaren, wenn sie ein Girokonto eröffnen. Das Konto kann dann überzogen werden, allerdings lassen sich Banken diesen Service teuer bezahlen. Zinsen im zweistelligen Bereich sind keine Seltenheit. Aufgrund dessen sollte der Dispo nur für zwei bis drei Monate genutzt werden.

Allein schon deshalb ist es besser, wenn Verbraucher die eigene Kreditwürdigkeit verbessern, um ihre Chancen auf einen klassischen Kredit zu erhöhen. Wer eine Zeitlang auf sein Kfz verzichten kann, der könnte an einer Autopfandleihe Gefallen finden. Dabei bestimmt der Pfandwert des Fahrzeugs die Höhe des Pfandkredits. Kredite ohne Schufa stammen meist aus dem Ausland und sind mit Vorsicht zu genießen.

Darlehen rund um Immobilien

Immobilienfinanzierungen umfassen in der Regel deutlich höhere Summen als Ratenkredite. Nicht selten laufen sie mehrere Jahrzehnte, weshalb die Konditionen besonders wichtig sind. Bei diesen Darlehen handelt es sich um Kredite mit einem festen Verwendungszweck, da sie ausschließlich für die Immobilie genutzt werden dürfen. Dies deckt jedoch weit mehr ab als den reinen Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses. Wer sanieren und renovieren muss, dafür aber nicht das nötige Geld hat, der kann dieses Vorhaben ebenfalls mit einem Immobilienkredit angehen.

Eine Baufinanzierung, die seit einiger Zeit eine Art Auferstehung erlebt, ist der Bausparvertrag. Nach dem Ansparen erfolgt die Zuteilung, die das angesparte Eigenkapital mit einem Kredit erweitert. Im Rahmen eines Hypothekendarlehens wird im Grundbuch eine Hypothek vermerkt, damit die Bank die Immobilie im Falle ausbleibender Tilgungszahlungen verwerten darf.

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