Deswegen kommt die Cannabis-Legalisierung in Hamburg (noch) nicht

Grüne Blätter von CannabisHanf wird seit Jahrtausenden als Nutz- und Heilpflanze angebaut Bild von Alissa De Leva auf Pixabay

In Hamburg konnten sich die Parteien Grüne und SPD bei ihren Koalitionsverhandlungen in vielen Bereichen einigen, beispielsweise, wenn es um die Themen Gesundheit- und Verbraucherschutz, Flucht und Integration, Arbeitsmarkt oder Soziales ging. Eine Ausnahme bildete allerdings die Legalisierung von Cannabis.

Die Grünen haben in Hamburg, wie in vielen anderen Bundesländern auch, im Zuge der Koalitionsverhandlungen gefordert, Cannabis zukünftig zu entkriminalisieren. Sie wollten ein Modellprojekt durchsetzen, welches die legale Abgabe von Marihuana und Haschisch an Erwachsene möglich macht. Darüber hinaus sollte die Menge von Cannabis erhöht werden, deren Besitz in der Hansestadt strafrechtlich nicht verfolgt wird.

Das Thema stand bereits mehrfach auf der Tagesordnung, beispielsweise, als die zukünftige rot-grüne Innenpolitik diskutiert wurde. Doch auch im letzten Versuch bei den Verhandlungen zum Thema Gesundheit, waren die beiden Parteien nicht in der Lage, sich auf die Legalisierung von Cannabis zu einigen.

Diejenigen, die trotzdem ganz legal von den positiven Auswirkungen der Hanfpflanze profitieren möchten, können allerdings auch einen anderen Weg als den illegalen Kauf gehen – bestellen Sie die besten Cannabis Samen ganz einfach und unkompliziert bei einem seriösen Händler im Internet.

Keine Strafe, sondern schnelle Hilfe für Jugendliche

Dennoch konnten sich Die Grünen und die SPD darauf einigen, dass junge Erwachsene und Jugendliche, welche mit illegalen Drogen von der Polizei erwischt werden, der Strafverfolgung in Zukunft entgehen können, indem sie sich innerhalb eines Zeitraumes von 72 Stunden Hilfe bei einer Drogenberatung suchen und von der Jugendhilfe im Anschluss Angebote erhalten.

Die Gesundheitssenatorin der SPD, Cornelia Prüfer-Storcks, sieht dies als ein Weg der besonders schnellen Intervention an. Der Grundgedanke hinter diesem Versuch lautet, schnell zu helfen, statt zu bestrafen.

In der Corona-Krise steigt die Nachfrage nach Cannabis

Generell sorgt die Zeit der Corona-Pandemie für höhere Absätze in der Cannabis-Industrie. Allerdings führt dies dazu, dass viele Lieferungen wegen Lieferengpässen nicht ausgeführt werden können. In Deutschland deutet sich deswegen bereits an, dass die noch größere Engpässe als sonst durch das Virus entstehen können.

Natürlich kann Cannabis nicht mit Grundnahrungsmitteln wie Brot oder Milch verglichen werden. Allerdings bekommt das Cannabis in Zeiten des Corona-Virus an einigen Orten der Welt seinen Segen auch von einer offiziellen Seite. Trotz des anhaltenden Lockdowns durften Cannabis-Shops in einigen Bundesstaaten der USA weiterhin geöffnet bleiben. Sie genießen damit das gleiche Recht wie Bäckereien oder Supermärkte.

Dies macht deutlich, dass der Konsum von Cannabis in der gesellschaftlichen Mitte tief verankert ist. Schließlich wurde das Cannabis als ein notwendiges Gut eingestuft.

Durch die Corona-Krise sind Investoren in allen Bereichen der Wirtschaft wesentlich vorsichtiger geworden. Da bildet auch die Cannabis-Branche keine Ausnahme. Es handelt sich bei dieser um einen neuen Bereich der Industrie, für den viel Geld benötigt wird, beispielsweise für Personal, Technologie, Maschinen und natürlich die Lobbyarbeit. Für viele Firmen in diesem Segment ist es während der Pandemie sehr schwer geworden, an finanzielle Mittel zu gelangen.

Lockdown führt zu Absatzrekorden

Dies ist mit Sicherheit auch darauf zurückzuführen, dass die Züchter von generell Cannabis nicht den angesehensten Ruf genießen. Dem Kiffen haftet noch immer ein Schmuddel-Image an. Außerdem mussten viele Firmen in der Vergangenheit bereits aufgeben, das Geld der Investoren war damit verloren.

Besonders in Kanada, das zu den größten Cannabis-Nationen überhaupt gehört, war die Freigabe für die Industrie, die im Jahr 2018 stattfand, eher ernüchternd. Die prognostizierte Explosion der Gewinne blieb hier aus. Dies war auch der Grund, weshalb die Kurse der Aktien nahezu aller Cannabis-Unternehmen massiv sanken.

Bezüglich des Potentials von Cannabis sind die Investoren wieder zu einer realistischeren Einschätzung zurückgekehrt. Ihre Expansionspläne haben viele Unternehmen schon gestrichen und Personal abgebaut. Canopy Growth, der wertvollste Cannabis-Konzern überhaupt, hat zum Beispiel seine Aktivitäten in Afrika und Lateinamerika reduziert.

Seit Beginn der Pandemie des Corona-Virus kann die Cannabis-Branche allerdings wieder einen neuen Aufschwung verbuchen. Als der Lockdown angekündigt wurde, stieg der Verkauf von Marihuana in den USA an einigen Tagen im vergangenen März um fast 50 Prozent gegenüber den Vormonaten an. Mehr Cannabis wurde darüber hinaus auch in Kanada verkauft, obwohl Restaurants und Bars rigoros geschlossen wurden.

Aktuell handelt es sich bei Kanada um das einzige Industrieland, das Cannabis flächendeckend legalisiert hat. Doch auch Neuseeland möchte seine Bevölkerung am 19. September dieses Jahres zu dem Thema abstimmen lassen. Folgen könnten dem Vorhaben auch die USA, wenn die neue Wahl des Präsidenten erfolgt ist. Z

Cannabisblüten im Glas
Cannabis sorgt für Börsen-Hype Photo by Get Budding on Unsplash

u medizinischen Zwecken, oder sogar gänzlich, ist Cannabis dort bereits in 33 Bundesstaaten legal und die Aktien der Firmen haben einen Börsen-Hype ausgelöst. Allerdings herrscht noch immer ein Verbot unter dem Bundesgesetz der Vereinigten Staaten. Experten gehen davon aus, dass dieses Wählerpotenzial selbst von dem amtierenden Präsidenten Trump keinem Konkurrenten überlassen werden wird.

Der Cannabis-Markt in Deutschland wächst ebenfalls

Der Freizeitkonsum von Cannabis ist in Deutschland nach wie vor nicht erlaubt, auch, wenn die Politik bereits seit einiger Zeit hitzig darüber diskutiert. Um bestimmte Krankheiten zu lindern können sich die Deutschen allerdings schon seit über drei Jahren Cannabis von ihrem Arzt verschreiben lassen. Es gibt sogar Fälle, in denen die Krankenkasse für diese Therapie aufkommt.

Laut der Statistik des Bundesinstitutes für Medizinprodukte und Arzneimittel steigen die Zahlen sei Ende des Jahres 2019 kontinuierlich an. Der Umsatz mit dem medizinischen Cannabis ist in der Bundesrepublik insgesamt auf 120 Millionen im Jahr 2019 gestiegen. Doch in diesem Bereich herrscht ein großer Konkurrenzdruck. Es gibt mittlerweile über 50 Firmen, die eine Erlaubnis für den Import von Cannabis besitzen.

Heute kann noch nicht abgesehen werden, ob die Krise durch die Corona-Pandemie auch in Deutschland auf den Cannabis-Umsatz einen Einfluss hat. Experten gehen allerdings davon aus, dass es langfristig nicht zu einem starken Anstieg bei der Zahl der Cannabis-Konsumenten kommen wird.

Die Corona-Pandemie könnte vor allem durch den Mangel an Schutzkleidung Spuren hinterlassen. In Deutschland stellen Apotheken Medikamente aus Cannabis-Blüten selbst her oder sie überprüfen das Medikament bzw. die Dosierung. Allerdings gehören viele Cannabis-Patienten zu der sogenannten Risikogruppe, weshalb während der Arbeit der Apotheker verpflichtend eine Schutzkleidung getragen werden muss. Daher gibt es bereits die ersten Patienten, die darüber klagen, keine Cannabis-Blüten mehr erhalten zu haben. Darüber hinaus suchen aktuell generell weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch die Anzahl der Verschreibung von Cannabis ebenfalls beeinflusst wird.

Die erste deutsche Ernte?

Aktuell wird das Cannabis aus Kanada und den Niederlanden in die Bundesrepublik importiert. Doch auch der Logistikbereich ist von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen. Bereits vor Beginn der Pandemie wurden durch die Patienten und die Apotheken häufig Engpässe bei den Lieferungen beklagt.

Ein kontrollierter deutscher Anbau soll dafür die Lösung sein. Der Staat hat dazu bereits im Jahr 2017 eine Ausschreibung veröffentlicht. Allerdings konnten erst im April des Jahres 2019 drei entsprechende Unternehmen ausgewählt werden.