Neuer Genussankerplatz im Oberhafen-Quartier – die Hobenköök

Gastraum der Hobenköök mit GästenDie Hobenköök - der Gastraum Foto: Angelika Fischer

Die Hobenköök startet mit einem Mix aus Markthalle und Restaurant, vor allem nachhaltig und regional

von Angelika Fischer
Die Hobenköök (plattdeutsch für „Hafenküche“) ist der neue kulinarische Ankerplatz im Hamburger Oberhafen. Wenn Sie sich fragen, Oberhafen wo? Der Oberhafen liegt rund einen Kilometer südlich vom Hamburger Hauptbahnhof, am östlichen Rand der HafenCity, hier war das Areal des ehemaligen Hamburger Hauptgüterbahnhofs.

Ein vergessenes Quartier

Der Oberhafen ist die letzte zentrale Stadtbrache in Hamburg. Mit der Einstellung des Stückgutverkehrs fiel das weitläufige Gelände in einen Dornröschenschlaf und wurde vergessen. Nur wenige Hamburger kennen das Quartier, das durch die Bahnviadukte und das Oberhafenbecken von der Stadt abgetrennt ist. Das ganze Areal wirkt wie eine aus der Zeit gefallene Insel. Holpriges Kopfsteinpflaster, rissiger Asphalt mit Unkraut prägen das Viertel. Auf dem Bahnviadukt ziehen ICEs, IC, S-Bahnen, Metronom Züge und Güterzüge donnernd vorbei. Die meisten Lagerschuppen und Umschlagsgebäude wurden nach dem Krieg schnell und billig hochgezogen oder repariert. Doch langsam belebt sich der Oberhafen. Das Areal bietet viel Freiraum für Künstler, Kreative und Initiativen.

Neue Gastronomie im Oberhafen Hobenköök Aussenansicht

Die Hobenköök im Hamburger Oberhafen Quartier Foto: Hobenköök

Die Hobenköök

Nach der Halle 424 hat  jetzt die Hobenköök  in der Halle 2 ihre Herde angeheizt und öffnet die Pforten der Markthalle. Die drei Gründer Frank Chemnitz, Neele Grünberg und Thomas Sampl (ex Vlet) haben Genießer, Foodies und Fans regionaler Lebensmittel als Gäste und Kunden im Visier. 

Das Gründertrio der Hobenköök

Das Hobenköök-Team: Thomas Sampl, Neele Grünberg, Frank Chemnitz Foto: Angelika Fischer

Die Hobenköök bietet regionale und saisonale Lebensmittel an und bereitet daraus überraschende und natürliche norddeutsche Speisen zu – in einem einzigartigen Zusammenspiel aus Restaurant und Markthalle. Das Restaurant hat seine Türen täglich mittags und abends für Genießer und Fans regionaler Lebensmittel geöffnet, die Markthalle montags bis samstags von acht bis einundzwanzig Uhr. Wer genau wissen will, woher seine Lebensmittel kommen, der ist in der Hobenköök genau richtig. Auf gut 600 Quadratmetern bietet das Team um Spitzenkoch Thomas Sampl Lebensmittel von bis zu 200 Produzenten rund um Hamburg an. Gäste und Kunden können sie sowohl in der Markthalle kaufen, als auch vor Ort im Restaurant genießen.

„Unser Herz schlägt für eine einfache, authentische und überraschende Küche. Und lecker ist sie natürlich auch“, sagt  Thomas Sampl. „Wir wollen den Produzenten ein Gesicht geben, vom Land in die Stadt, vom Feld auf den Teller sozusagen. Alle Produkte, die von kleinen Lieferanten, Bauern und Manufakturen aus der Umgebung kommen, werden in unserem Markt präsentiert, und es gibt sie auch bei uns zu essen.“

Ganzheitliches interessantes Prinzip

Wie Sampl weiter erläutert, arbeitet die Hobenköök nach einem ganzheitlichen Ansatz: „Wir Köche bedienen uns in der Markthalle, wo wir die Produkte der jeweiligen Saison vorfinden. Jeden Tag aufs Neue entstehen so kleine, feine Variationen der Speisekarte im Restaurant. Vom Gemüse am Markstand wird alles verwendet, Radieschenblätter werden zu Suppe, aus den Schalen der Gemüse wird Brühe gekocht, Käseabschnitte aus der Käsetheke finden ihre Bestimmung im Käsesalat der Salatbar. So muss kaum etwas weggeworfen werden.“

Markthalle der Hobenköök

Blick in die Markthalle der Hobenköök Foto: Hobenköök

Die hohe helle Halle im Industrial Design macht einen einladenden Eindruck. Über Hipster sollten sich Gäste nicht wundern. Erfahrungsgemäß zieht ein solches Ambiente Hipster wie Licht  die Motten an. 

Nun, der Name Hobenköök ist sehr schön, aber leider auch ein wenig Camouflage. Genau genommen wurde im mittlerweile historisch gewordenen Hafen nie wirklich gekocht. Ausnahmen waren die Kaffeeklappen und Kantinen, aber hier ging es stets um volle Teller und große Portionen die satt machen. Ein eigentlicher Hafen mit viel Umschlagsbetrieb war der Oberhafen nicht. Hauptsächlich waren hier Binnenschiffe, Ewer und Schuten vertäut, um dann an den Kais oder direkt an den Frachtern Ladung zu löschen und zu übernehmen. 

Gastraum der Hobenköök

Gastraum Hobenköök Foto: Hobenköök

Bei null fangen die drei Gründer nicht an. Schon seit fast zwei Jahren gibt es das Hobenköök Catering, welches erfolgreich Privat- und Firmenevents verköstigt. Die Hobenköök ist Mitglied bei Slow Food (Convivium Hamburg). Ebenfalls ist sie Teil der Regionalwert AG Hamburg, die sich die Förderung guter Lebensmittel und einer ‚enkeltauglichen Landwirtschaft‘ auf die Fahnen geschrieben hat.  Die Regionalwert AG hat 100.000 Euro in den Aufbau der Hobenköök investiert. Auch eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext hat zur Finanzierung beigetragen.

Hobenköök

Die Öffnungszeiten:
Markthalle: Mo. – Sa. 08.00 – 21.00 Uhr
Restaurant:
Mo – Fr. 11.30 – 22.00 Uhr, Sa. 09.00 – 22.00 Uhr, So. 09.00 – 18.00 Uhr

Restaurant & Markthalle, Stockmeyerstraße 43, 20457 Hamburg

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