Branchenuntersuchung zeigt aktuelle Foodtrends im Außer-Haus-Markt

Bernd Aufderheide und Karin TischerMesse-Chef Bernd Aufderheide und Food-Trendforscherin Karin Tischer präsentierten gemeinsam den „Internorga FoodZoom 2020“ (c) Hamburg Messe und Congress

Internorga FoodZoom 2020 – Die Gegenwart und Zukunft des Essens

von Angelika Fischer
Die Zeichen im Außer-Haus-Markt stehen auf Veränderung. Die von der Hamburg Messe in Zusammenarbeit mit der Food-Trendforscherin Karin Tischer entwickelte Branchenuntersuchung  „Internorga FoodZoom“ gibt einen interessanten Uberblick über aktuelle Trends, die  den Markt bewegen.

„Der Außer-Haus-Markt ist stets in Bewegung. Um hier mithalten zu können, brauchen  Gastronomen, Hoteliers, Bäcker und Konditoren frühzeitig Inspiration und Orientierung. Die  Internorga ist seit jeher Treiber für Trends und setzt immer wieder neue Akzente. Davon  können Marktteilnehmer profitieren und damit ihren Unternehmenserfolg vorantreiben“,

so Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress, bei der Präsentation der Studie im Vorfeld der Internorga.

Karin Tischer, Food-Trendforscherin und Inhaberin von „food & more“ in Kaarst, analysierte im Auftrag der Hamburg Messe und Congress die aktuellen Entwicklungen im  internationalen Außer-Haus-Markt und fasste die Ergebnisse im „Internorga FoodZoom 2020“ zusammen. lm Fokus standen dabei Gäste-Erwartungen hinsichtlich Qualität und Angebotsvielfalt, Produktneuheiten und Trends im Food-Bereich sowie der Einfluss der wachsenden  Handelsgastronomie auf den Außer-Haus-Markt.

Foodtrend #1: Genuss und Qualität

Die Herausforderungen des Außer-Haus-Marktes sind hoch: Der Kostendruck auf Gastronomie und Lieferanten steigt, Fachkräfte sind rar, und gleichzeitig steigt die  Preissensibilität seitens der Gäste. Damit Genuss und Qualität in diesem Spannungsfeld  nicht zu kurz kommen, sind nachhaltige Lösungen gefragt.

Neue Technologien liefern spannende Ansätze, um in Zeiten von knappen Ressourcen eine  gleichbleibende Qualität zu gewährleisten und dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz, zum Beispiel von Robotern, kann zu mehr Produktivität fuhren, etwa  bei der Zubereitung hochwertiger, frischer Speisen, beim Bezahlvorgang oder im Vending-Bereich. Verbesserte Convenience-Angebote spielen in Zukunft ebenfalls eine relevante Rolle: Produkte zu speziellen Nährwertanforderungen oder zu pflanzenorientierter Kost können Gastronomen Entlastung bringen. 

Foodtrend #2: Saucen – das gewisse Extra auf dem Teller 

Saucen und Dips werden bei Mahlzeiten und im Snack-Bereich immer wichtiger und avancieren zum  Unterscheidungsmerkmal der Gastronomen. Dabei ist das Segment der Saucen und Aufstriche vielfältig und variantenreich: Verschiedene Texturen, neue, wiederentdeckte oder ungewöhnliche Zutaten und  Zubereitungsmethoden machen die Sauce zum Star auf dem Teller. Dips und Creme-Toppings werden für den starken Wachstumsbereich Snacks und beim Fingerfood immer  gefragter. Neue kreative Anwendungen in der Gastronomie finden sich etwa bei Wraps,  Sandwiches oder als cremige Toppings für Baked Potatoes. 

Eine Poké Bowl
Eine Poké Bowl im Merceds me Store Foto: ganz-hamburg.de

Foodtrend #3: Casual – man isst leger 

Ob beim Snacking oder im Fine Dining: Gäste mögen es leger. Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist von Gastronomen zunehmend ein hohes Maß an Flexibilität gefragt.

Authentisches Finger Food für situatives Snacken, trendige Bowls und  Burger sind weiterhin beliebt. Die gehobene und die Sterne-Gastronomie hat den innovativen Casual Style ebenso für sich entdeckt und serviert „instagrammable“ Gerichte. Betont casual gibt sich auch das Restaurant-Marketing und macht sich in Zeiten wachsender Digitalisierung neue Technologien zunutze: Influencer werden eingebunden und informieren potenzielle Gäste digital über spezielle Deals, und Gastronomen erhöhen so ihre  Sichtbarkeit im Social Web.  

Foodtrend #4: Hauptsache gesund 

Gesundheitsorientierte Ernährung ist und bleibt ein relevanter Faktor für den Außer-Haus-Markt. Bowls, Smoothies, Shots und Salate gehören zu den „healthy“ Snacks und Speisen.

Pflanzenorientierte Ernährung spielt in diesem Kontext  ebenfalls eine wichtige Rolle. High-Protein-Meals stehen insbesondere bei Fitness-Liebhabern hoch im Kurs. ln diesem Segment haben sich neben eiweißhaltigen Zutaten wie  Fleisch, Skyr, Tofu oder Erbsenprotein auch neue Protein-Quellen aufgetan, wie etwa  Produkte auf Insektenbasis. 

FoodSky Essbereich
FoodSky Essbereich Foto: ganz-hamburg.de

Foodtrend #5: Markthalle als Konzept: Shopping und Essen unter einem Dach mit den Foodcourt

Der Einzelhandel, insbesondere Shopping Malls, in Hamburg z.B. der Food Sky in der Europa Passage, werden zunehmend gastronomisch und bieten Kunden kulinarische Erlebnisse rund um den Einkauf. Dabei können Handel und Gastronomie wechselseitig  voneinander profitieren.

Moderne Markthallen, unter deren Dach unterschiedliche gastronomische  Konzepte vereint sind, treffen den Zeitgeist. Trendiges Design wird  mit urbaner Industriearchitektur und Speisen auf höchstem Niveau kombiniert. Markthallen wie in Paris, Lissabon oder Barcelona machen es vor und bescheren den Konsumenten Shopping-Erlebnisse in Kombination mit Street-Food-Feeling.

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