Kleine Burger-Kunde: Der Hamburger kommt aus Hamburg

Peter Pane BurgerPeter Pane Burger jetzt auch im Bleichenhof © ganz-hamburg.de

Der Hamburger auch kurz Burger genannt ist wie kein anderes Gericht auch der Inbegriff für die USA an sich, quasi das kulinarische Wahrzeichen des Landes und das, obwohl, wie der Name dem aufmerksamen Beobachter verrät, dieses Gericht seinen Ursprung in Deutschland hat. Vielleicht käme noch der Hot Dog als kulinarisches Wahrzeichen in Frage, aber auch die hierfür verwendeten Würstchen haben einen Deutschlandbezug, da sie in den USA Frankfurter genannt werden.

Während der Hamburger bzw. Burger heutzutage allgegenwärtig ist und auch zu den einfachen Grundlagen in vielen Restaurants gehört, war das Konzept einer Hackfleischfrikadelle zwischen zwei Brötchenhälften seinerzeit revolutionär. Zwar geht die “Erfindung” des Sandwichs schon auf den Earl von Sandwich gegen Ende des 18. Jahrhundert zurück, aber das Rezept der Hackfleischfrikadelle war dann zumindest im Amerika des 19. Jahrhunderts noch ein Novum.

Burger – Umstrittene Herkunft

Heute geht die Food-History davon aus, dass der Name Hamburger tatsächlich auf die Stadt Hamburg zurückzuführen ist und nicht etwa mit dem englischen Wort für Schinken “ham” in Verbindung steht. Doch die genauen Zusammenhänge dieser Benennung sind nicht ganz geklärt.

Vom Rundstück warm zum Burger

So gibt es mehrere Theorien über die Herkunft und die Bezeichnung des Hamburgers. Eine gängige Theorie besagt, dass die Wurzeln des Hamburgers auf dem Gericht: “Rundstück warm” basieren. Ein Rundstück warm ist ein Bratenscheibe in einem aufgeschnittenen Rundstück (Hamburgisch für Brötchen oder Semmel) das mit Bratensoße übergossen wurde. Einwanderer aus Hamburg haben dieses einfache Rezept im 19. Jahrhundert mit nach Amerika gebracht. Hier wurde es alternativ auch mit einer Hackfleischfrikadelle zubereitet wurde, welche ebenfalls auf deutschen Rezepten beruhte. Dieser Snack soll dann ursprünglich einfach als “Hamburg” populär geworden sein.

Das Hamburger Steak

Eine weitere Theorie beruft sich auf ein Kochbuchrezept für ein “Hamburger Steak” aus dem Jahre 1842, was dem Namen nach ebenfalls auf ein Einwandererrezept zurückzuführen ist.

Ebenso wird spekuliert, dass der Name auf die Stadt Hamburg im Bundesstaat New York nahe dem Erie See zurückgehe. Sie wurde im Jahr 1812 von deutschen Einwandern so benannt.

Ab 1868 fand einmal jährlich in Hamburg die ‘Erie County Fair‘ oder ‘Hamburg Fair‘ statt und zog von nah und fern viele Besucher an.

A Hamburger Steak Zeitungsartikel
A Hamburger Steak aus dem BUFFALO EXPRESS 4. August 1885 Quelle: E. H. Butler Library at Buffalo State College

Die beiden Lebensmittelhändler Frank und Charles Menches haben auf der Hamburg County Fair im September Hamburger Steaks verkauft. Sie stellten ein Sandwich mit Rinderhackfleisch, Kaffee, braunem Zucker und anderen Zutaten her und verkauften es mit Ketchup und geschnittenen Zwiebeln. 

Allerdings, fünf Wochen vorher hat der BUFFLO EXPRESS von diesem Rezept, das auch einem Restaurant in Philadelphia stammt, berichtet. Es ist wie immer, der Erfolg hat viele Väter. In die Hamburg erinnert man sich an die Menches Brüder als kleine PR-Genies.

Der moderne Burger

Seit einiger Zeit erleben wir einen wahren Burger Boom in Deutschland. Alles fing mit dem Start von McDonalds und Burger King in den 1970er Jahren an. Da waren die Burger eher pappig und hatten wenig Eigengeschmack. Vor gut zwölf Jahren entdeckten ambitionierte und Trend-Gastronomen den Burger und rollten mit ihren Edel- und Premium-Burgern den Markt auf. Die Luft für McDonalds und Burger King wurde enger. Denn handwerklich herstellte Burger mit guter Fleischqualität schmecken einfach besser. Kein Wunder das Burgerketten wie Hans im Glück, Peter Pane oder Jim Block von Block Gruppe schnell expandieren.

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