La Chance: Essen wie Gott in der Hamburger Neustadt

Zwei Inhaber vor dem La ChanceDie neuen Inhaber des La Chance: Caglar Bozkurt und Dzemazi Saini vor ihrem Restaurant in der Wexstraße 33 (Hamburg-Neustadt). Foto: La Chance

Das La Chance erwacht aus Pandemie-Winterschlaf und ist frisch und munter.

In Hamburg mangelt es beileibe nicht an guten Restaurants. Die Hansestadt ist mit seiner großen Auswahl an Speisegaststätten mit Gerichten aus allen möglichen Ecken der Welt geradezu ein Mekka für Feinschmecker. Um sich da herauszuheben, bedarf es schon einer außergewöhnlichen Küche. Genau dies ist der Fall beim La Chance in der Hamburger Neustadt. Seit der Gründung im Jahre 2009 hat es sich einen hervorragenden Namen unter allen Freunden von französischem und orientalischem Essen erarbeitet. Die Pandemie war zwar auch in diesem Fall – wie bei fast allen anderen – ein Showstopper, doch nun sind die Signale auf Go! und man will dies Anfang Juni mit einer Grand Re-Opening Party zelebrieren.

Neue Inhaber setzen weiter auf die beliebte, hochqualitative Küche

Doch nicht nur der Re-Start wird gefeiert, sondern auch das neue Management. Seit Kurzem leiten Dzemazi Saini und Caglar Bozkurt das renommierte Restaurant mit der französisch-orientalischen Küche in der Hamburger Neustadt (Wexstraße 33). Die beiden sind zwar Quereinsteiger, machen das aber mit ihrer großen Leidenschaft für kulinarische Genüsse leicht wieder wett.

“Als Gast war ich schon immer absolut begeistert von den raffinierten Gerichten im La Chance. Die Mischung aus französischer und orientalischer Küche ist einmalig”,

sagt Saini.

Und genau diese Tradition wollen er und sein Geschäftspartner fortführen, haben sich auch dafür einiges vorgenommen. “Vor der Pandemie war das La Chance einer der Gastronomie-Hotspots in dieser Gegend. Da wollen wir wieder hin”, erläutern die beiden sympathischen Unternehmer ihr Vorhaben. Die Aussichten, dass dies gelingen wird, sind auszgezeichnet, denn das wichtigste Ziel lautet erstmal: das hohe Niveau des La Chance halten, darum gibt es auch beispielsweise fast keine Veränderungen im bewährten Team. Damit dürfte die bestehende Kundschaft in jedem Fall erhalten und neue Kulinarik-Freunde hinzugewonnen werden können.

Sündhaft lecker – die Mezze-Vorspeisen

Begibt man sich in die dekorativ-gemütlichen Räumlichkeiten mit einigen schönen schwarz-weiß Fotografien von französischen Filmstars aus vergangenen Zeiten, so fällt zunächst der imposante Kronleuchter auf, der einen sofort daran erinnert, dass man sich hier in einem Kulinarik-Tempel befindet. Einmal Platz genommen, bleibt bei der Durchsicht des Menüs der Blick gleich bei der Seite mit den Vorspeisen hängen. Diese sind orientalisch geprägt und heißen auch entsprechend “Sünde des Orients”.

Bei diesem orientalischen Vorspeisen-Allerlei handelt es sich um auserwählte Kreationen des Kochs, diese Mezzes sind eine der Highlights des Hauses und haben mit für einen exzellenten Ruf des La Chance gesorgt. Unter diesen “orientalischen Sünden” befinden sich beispielsweise Datteln im Speckmantel mit Hirtenkäse gefüllt und frischer Minze verfeinert, gebackener Ziegenkäse mit Rosmarinhonig auf Orient-Feige oder Arabische Teigtaschen mit Karotten, Erbsen und Kartoffeln gefüllt und Joghurt-Dip. Da könnte der Gast schon bei allen zur Auswahl stehenden Mezzes zugreifen und sich mehr als satt essen – doch es gibt ja noch die ebenfalls herausragenden Hauptspeisen, etwas Zurückhaltung ist also (vorerst) angesagt.

la Chance Burger
Burger aus der Küche des La Chance. Foto: Cetin Yaman

Hauptgerichte locken mit raffinierten Eigenkreationen und Klassikern

“Die Speisekarte werden wir noch leicht überarbeiten, aber die bisher so beliebten Gerichte bleiben natürlich weiterhin im Angebot”, kündigt Bozkurt an. Bei den Hauptgerichten schlägt das französische Element des Lokals zu: selbstverständlich ist Flammkuchen als Highlight der gallischen Cuisine mit dabei, namentlich ein original Elsässer Flammkuchen mit Speck und Lauchzwiebeln sowie ein Roquefort Flammkuchen mit Birne und Walnusspaste.

Dem Genießer läuft auch angesichts der Provenzalischen Nudelpfanne mit feinen Kräutern, dunkel glänzenden Oliven, aromatischem Gemüse und Olivenöl das Wasser im Munde zusammen. Amerikanische Fastfood-Kultur und feine französische Küche mag man ja normalerweise nicht gern zusammenbringen, doch was sich das La Chance mit dem Burger “Der Franzose” ausgedacht hat, hat mit dem allgemein bekannten Schnellimbiss nichts zu tun. Hier handelt es sich um einen Burger mit cremigem Blue Cheese, Walnüssen, Tomaten, Salat und roten Zwiebeln – “Formidable!”, wie der Franzose dazu sagen würde…

Aus der Küche des La Chance. Foto: Cetin Yaman

Marokkanische Merguez auf gegrilltem Kürbis, Süßkartoffeln, Frühlingszwiebeln und Kichererbsen, dazu Couscous und Harissa Aioli lassen wiederum die orientalische Facette des La Chance aufleuchten. Für Fisch- und Fleischfreunde stehen gebratenes Lachsfilet in Zitronen-Butter-Sauce auf Pastinaken-Créme, grünem Spargel und gebackenem Spargel und Lammfilet auf gebratenem Spitzkohl, Wurzelgemüse, mit getrüffeltem Kartoffelpüree und Portwein Jus auf der Karte.

Desserts: 1001 Nacht-Träume gehen in Erfüllung

Bei der Präsentation der Speisekarte mögen die beiden neuen Betreiber natürlich nicht auf die Auflistung ihrer vorzüglichen Desserts verzichten. Denn wofür steht die orientalische Küche bei vielen? Ganz klar, die köstlichen Süßspeisen aus 1001 Nacht sind es, die den meisten sofort einfallen. Und auch hier kann das La Chance punkten: die Safran Creme Caramel mit weißer Orientschokolade gibt es sonst nirgends in Hamburg. Das Dessert mit dem Namen “Nuresabahs Chocolat”, ein warmer Schokoladenkuchen mit Vanilleeis, hat eine hoch interessante Historie zu bieten. Das Rezept dazu stammt von der Großmutter des Gründers von La Chance, Zekeriyya Yurdakul.

“Nuresabah, so heißt meine Großmutter, ist höchstpersönlich hier in die Küche des Restaurants gekommen und hat dem Koch die Herstellung dieses einzigartigen Schokoladenkuchens beigebracht. Das ist immer mit ein Grund unseres Erfolges gewesen: die Geheimformel für den Schokoladenkuchen, ähnlich wie bei Coca-Cola und deren Rezeptur für ihre Brause”,

erzählt Yurdakul andächtig.

Aber auch die Neue Welt ist mit einem Gastspiel im Restaurant in der Hamburger Neustadt zu Gast: zu einem exquisiten amerikanischem Limetten-Cheesecake mit Gewürzpflaumen sagt auch ein Freund französisch-orientalischer Kulinarik ganz sicher nicht Nein.

Weine für den Connaisseur – zu bezahlbaren Preisen

Die Weinkarte hat es ebenfalls in sich, die Auswahl kann sich mehr als sehen lassen. Der Fleur de d’Artagnan, Jahrgang 2015, ist ein leichter Weißwein aus der Cote de Gascogne, der einen leichten Blütenduft in der Nase besitzt. Eine frische Säurestruktur mit Aromen von Zitronen und einer feinen natürlichen Restsüße sorgen für einen reizvollen Geschmack.

Bei den Rotweinen könnte man ebenfalls aufgrund der hohen Qualität alle vorstellen, erwähnt soll hier aus Platzgründen vor allem der 2015er La Petite Perrière Pinot Noir. Hier kommen strahlende Cassis- und Himbeeraromen hinter rauchigen Holztönen zum Vorschein, dazu Anklänge an getrocknete Kräuter. Am Gaumen herrlich geradlinig, saftig und kühl mit Noten von Tabakwürze, feiner Säure und angenehm moderatem Tannin. Hinzufügen sollte man, dass es ebenso eine ausgewählte Liste von Cocktail-Klassikern à la Caipirinha und Ipanema (alkoholfrei) gibt.

Zahlreiche Preise abgestaubt – das La Chance ist Liebling vieler Kritiker

Angesichts dieser aufgeführten imponierenden Speise- und Getränkekarte verwundert es wenig, dass das La Chance seit seiner Gründung bereits viele Ehrungen seitens der Fachwelt erhalten hat. So durfte man sich 2016 über den Preis “Mein Lokal, dein Lokal” des TV-Senders Kabel 1 freuen, in den Jahren 2017 bis 2019 war man jedes Jahr in der Liste der besten Hamburger Restaurants des Magazins “Szene Hamburg”.

Und jetzt, frisch nach der Pandemie, haben sich weitere bekannte Rezensenten angekündigt, um sich von der hochgelobten Küche des Hauses selbst zu überzeugen. “Wir freuen uns sehr darüber, dass das La Chance nicht nur die Gäste, sondern auch die Experten von seiner Qualität überzeugt hat und auch noch ganz sicher überzeugen wird”, sagt Dzemazi Saini.

Blick ins Restaurant
Blick in die Räumlichkeiten des La Chance. Foto: Cetin Yaman

Woher kommt eigentlich die Mixtur französisch-orientalisch?

Die Geburtsstadt des Gründers Zekeriyya Yurdakul spielte eine große Rolle bei der Konzeptfindung für das La Chance. Denn Antakya, in der heutigen türkischen Provinz Hatay gelegen, war nach dem Ersten Weltkrieg bis 1938 unter französischem Protektorat. Die Franzosen prägten in dieser Zeit Antiocha, wie die Stadt in der Antike hieß, mit ihrer Architektur und ihrer Kultur, auch die Esskultur.

“Als ich 2009 ein Restaurant aufmachen wollte, war es mein Anliegen vom Klischee des typisch türkischen Restaurants mit vielen Döner-Gerichten wegzugehen und etwas Besonderes anzubieten. Da besann ich mich auf meine eigenen Ursprünge und die meiner Geburtsstadt, so kam die Kombination französisch-orientalisch zustande, die auch auf Anhieb prima funktionierte”,

erinnert sich Yurdakul.

Bereits drei Jahre danach zog er in größere Räumlichkeiten um, diese waren praktischerweise nur ein Haus weiter in der selben Straße. Ganz zurückgezogen hat sich der Gastronom aber nach seinem Verkauf des La Chance in Hamburg nicht aus der Branche, er betreibt ein ebenfalls sehr gut laufendes Restaurant mit demselben Namen in Kellenhusen an der Ostsee. Und außerdem bleibt Yurdakul den beiden Jung-Gastronomen in der Hansestadt auch noch als Berater erhalten.

La Chance auch für Privatfeiern zu buchen

Das La Chance hat innen eine Kapazität für ca. 60 Gäste, bei schönem Wetter kommt noch ein halbes Dutzend Sitzplätze im Freien hinzu. Geöffnet ist es derzeit täglich, sieben Tage die Woche von 11 bis 23 Uhr. Seit Neuestem ist auch ein Mittagstisch-Angebot vorhanden, weitere Infos dazu gibt es auf der Website. Wer hier seinen Geburtstag, seine Verlobung, Hochzeit oder andere Anlässe feiern möchte, ist jederzeit willkommen. “Wir freuen uns über alle Interessenten und geben unser Bestes, damit es eine unvergesslich schöne Feierlichkeit für unsere Gäste wird”, versprechen Caglar Bozkurt und Dzemazi Saini.

La ChanceRestaurant mit französisch-orientalischer Küche
Wexstraße 33, 20355 Hamburg Neustadt
Telefon: 040/38 637 431 – www.lachance-restaurant.de
Die Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 11:00 bis 23:00 Uhr
Samstag und Sonntag 17:00 bis 23:00 Uhr

vonCetin Yaman

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