Escort – ein ungewöhnlicher und verschwiegener Job in Hamburg

Die Brust einer FrauFoto von Rodolfo Clix von Pexels

Gut ausgebildet, perfekt gekleidet und weltgewandt

Wenn sie ihnen auf der Straße in Business-Kleidung entgegenkommen würde, würden Sie sie für eine junge ehrgeizige Frau die in einer Unternehmensberatung, einem Hotel, einer Agentur oder einem Industrieunternehmen arbeitet, halten. 

Frau mit Tasche

Frau mit Tasche Foto von Vinta Supply Co. | NYC von Pexels

Ich traf eine Escort-Dame

Doch diese Hamburgerin hat sich für einen anderen und ungewöhnlichen Weg entschieden. Sie arbeitet für einen Escort Service. Eine Service wie ihn die Agentur www.escort-deluxe.net anbietet.

So wie Pia*. Sie lebt in einer hellen sehr gepflegten Wohnung direkt an einem Alsterkanal. Eine junge Frau Anfang dreißig. Pia ist sportlich, und sehr dezent geschminkt. Sie hat ihre langen blonden Haare nach oben gebunden. Obwohl sie lässig gekleidet ist, auf den zweiten Blick sieht man die teure Designer-Jeans und ein ebenso schlichtes wie edles Seidentopp von einem angesagten Modelabel. Ihr Schmuck ist unauffällig, aber edel. An ihrem Armgelenk erspähte ich eine elegante Girard-Perregaux Laureato. Die fast perfekte junge Bilderbuch Hanseatin.

Pia hat BWL mit Abschluss studiert und in großen Hamburger Werbeagenturen mehrere Jahre als Client-Service-Managerin, davon auch 24 Monate in London, gearbeitet.

Die goldenen Zeiten in den Agenturen sind lange vorbei. Der Job hat mir viel Spaß gemacht. Wir waren ein gutes Team. Doch 50-60 Stunden waren keine Seltenheit, das ist ein offenes Geheimnis in der Branche. Aber, bezahlt werden die Stunden nicht und Gehaltserhöhungen sind so selten wie Schnee im Hamburger Winter.“ berichtet Pia. „Irgendwie war das nicht alles, ich wollte mehr vom Leben.“

In ihrem Fitnessclub lernte sie Joanna* kennen. Immer wieder traf man sich beim Training oder danach in der Sauna. Eine zuerst lockere Freundschaft entstand. So ging es zum Quatschen häufig auf eine Latte ins Elbgold. Am Wochenende machten beide Frauen gemeinsam kleine Ausflüge ins Umland oder an die Ostsee. Manchmal trafen sich beide abends auf einen Löffel Suppe. 

Allerdings gab es auch Störungen. Ein paarmal sagte Joanna schon fest geplante Treffen ganz kurzfristig ab. Sie sagte dann immer, ihr sei etwas dringendes Ungeplantes dazwischen gekommen. Obwohl Pia dafür Verständnis hatte, es fiel ihr auf. Pia wunderte sich und vielleicht war sie ein wenig verärgert. Bei einem ihrer Treffen sprach sie Joanna direkt darauf an. 

Die Antwort verblüffte sie. Joanna, wurde etwas verlegen und bat dann um absolute Vertraulichkeit. Fragte ob sie auch, ob tolerant sei. Dann eröffnete sie Pia, dass sie schon seit einigen Jahren als Escort-Dame arbeitet. Immer wenn sie abgesagt hat, standen da natürlich Kundendates dahinter. Zuerst war Pia baff, denn das hätte sie Joanna nicht zugetraut. Pia erzählte von ihrer Tätigkeit, wie es anfing und das sie sehr gut verdient und ausschließlich davon lebt. Pia war fasziniert von der Offenheit und der Welt, die sie schilderter. Scherzhaft sagte sie, da kannst Du auch anfangen Pia. 

Ein Umbruch stand an

Pias Agentur kam in eine Krise, ein großer Kunde kündigte den Beratungsvertrag. Pia wurde vor die Alternative Gehaltsverzicht oder Kündigung gestellt. Keine wirklichen Alternativen, doch Pia akzeptierte den Gehaltsverzicht. Auf dem Stellenmarkt war Flaute. Das Arbeitsklima in der Agentur kippte. Das Geld fing an knapp zu werden und einige große Ausgaben standen an. Schulden wollte Pia keinesfalls machen und ihre Eltern wollte sie schon gar nicht fragen. Pia hat schon immer Spaß an Sex und Erotik gehabt. Beides auch nicht unbedingt mit echter Liebe verknüpft. 

Eines Tages, traf sie zufällig Joanna im Fitness-Studio und anschließend besuchten sie da ein Café in Eppendorf.

„Ich weiß nicht was mich damals geritten, aber ich fragte Joanna spontan- ob sie sich nicht vorstellen könnte, ob ich vielleicht auch als Escort arbeiten könnte?“ erzählte Pia. 

Zuerst fragte Pia sie, ob sie sich das gut überlegt hätte und wüsste was das bedeutet. Dann machte Pia ihr einen Kontakt zu ihrer Agentur. Dort traf man sich und besprach die Einzelheiten.

Eine Frau liegt im dunklen auf deinem Ledersofa

Foto von Marx Ilagan von Pexels

Inszenierte Begegnungen

Irgendwann war es soweit. das erste Kundendate. Es ist das alte Spiel, doch die Frau bestimmt hier die Regeln. Man trifft sich auf ein paar Stunden. Der Mann bezahlt alles. Eine Inszenierung, ein gutes Restaurant mit erstklassigem Essen. Die Frau ist gut gestylt, eingehüllt in einen exklusiven Duft und pflegt die Konversation, die oft sogar interessant ist, mit ihrem Begleiter. Dann geht man auf Zimmer (meist gute Hotels) und lebt dann die Erotik aus. Meistens kleidet sie sich danach an. Bestellt sich ein Taxi und duscht in ihrer Wohnung. Auch ganze Wochenenden oder Kurztrips werden von den Kunden gebucht. Die Diskretion wird dabei immer gewahrt. Keine Handynummer, E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und Pia nutzt auch einen anderen unverfänglichen Namen. 

Zuerst übernahm Pia ein paar Dates. Dann war sie sich sicher, sie kündigte den ungeliebt und unterbezahlt gewordenen Agenturjob. Seitdem ist sie hauptberuflich Escort-Dame. Untätig ist sie nicht. In ihrer freien Zeit besucht Kurse und  bildet sich weiter. Ihren Freunden und Bekannten erzählte sie von einer Erbschaft und gelegentlichen Jobs.

Escort Agenturen bieten Begleitservice. Sei es zu einem Essen oder zu gesellschaftlichen Anlässen. Überwiegend geht es dabei um Erotik und Sex. Die Kunden sind meist gut verdienende Männer zwischen 35 bis 55 Jahren. Mittlerweile buchen auch Frauen männliche oder weibliche Begleitung. Viele Kunden sind verheiratet oder haben feste Beziehungen. Mindestens werden zwei Stunden gebucht. Sehr wichtig sind Kultiviertheit, Diskretion, ein sicherer gepflegter Auftritt, Konversationsfreude und Aufgeschlossenheit im zwischenmenschlichen Bereich. Grenzen werden klar beachtet und besprochen.

*Name geändert