Stadtleben- eine wirklich erstaunlich Begegnung in einem Hamburger Hotel

Frauenbeine mit SchuhenSehr verführerisch © ganz-hamburg.de

Hamburger Stadtgeschichten, hier hatte unsere Autorin Isabelle van Horn eine sehr erstaunliche Begegnung und ein noch interessantes Gespräch

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Termin, der zum Glück weniger Zeit als geplant in Anspruch nahm und positiv verlief, in der City. Es gab also einen guten Grund für einen Sundowner. Die sehr angenehme (kühle) Bar eines bekannten Top-Hotels war um die Ecke und dort wird auch eine ordentliche Mixology gepflegt. Aus Diskretionsgründen verrate ich das Hotel natürlich nicht.

Obwohl es noch früh am Abend war, waren alle Tische belegt, so setzte ich mich an die Bar und bestellte einen Aperol Sprizz. Zufällig saß ich neben einer gut dreißigjährigen sehr gepflegten professionellen Businessfrau. Es ist wirklich nicht häufig, dass zwei Frauen zusammen an der Bar sitzen. Wie es so ist wir kamen bei ein paar geräucherten Mandeln ins Gespräch. Ich trank meinen Aperol und sie hatten einen Disaronno Sour als Getränk.

In der Tat, ich war erstaunt

Wirklich, ich saß einer faszinierenden und attraktiven Frau gegenüber. Vom Small Talk kamen wir schnell auf unseren Beruf zu sprechen. Als ich sagte, dass ich als Journalistin arbeitete, musste Mia K. lächeln.

Isabelle, ich glaube sie werden sehr erstaunt sein womit ich mein Geld verdiene.“ 

Ich musterte sie noch einmal, sie trug ein elegantes schlichtes graphitgraues Seidenkleid, hatte sehr dezenten Schmuck, einen Tag-Heuer Stahl-Chronographen und eine Prada Laptop-Tasche.

So ins Blaue hinein sagte ich: „Genau kann ich es nicht sagen. Ich vermute einmal, Sie sind Anwältin oder vielleicht im Bereich Consulting, Finanzen oder Immobilien tätig.“

Na ja, ich gebe zu, das war nicht originell. Eine Freundin einer gutenFreudin ist bei einer internationalen Unternehmensberatung und bevorzugt ähnliche Outfits. Ich erntete vor ihr ein belustigtes, aber sehr schönes Lächeln.

„Oh, Isabelle, das war sehr kalt oder doch sehr zutreffend,“ erwiderte sie mit einem ganz leichten Baltischen Akzent. „Also, genau diesen Eindruck vermittele ich häufiger. Besonders wenn ich beruflich unterwegs bin. Aber, ich mache etwas ganz anderes –  wirklich anderes. Ich glaube, Sie werden mich jetzt mit anderen Augen sehen, denn ich arbeite als Escort Dame.“ Dabei machte sie eine Kunstpause, um zu sehen, wie ich reagiere.

Ganz ehrlich, ich war irritiert und musste etwas schlucken. Denn, dass eine Frau so offen und direkt damit umgeht, das hat mich überrascht. Es war das erste Mal, dass ich mit einer ‚Professionellen‘ sprach. Ich hätte nie gedacht, dass sie so etwas machen würde. Im Kopf hat frau ganz andere Klischees. Meine Neugier war natürlich erwacht. Ich wollte mehr erfahren. So erzählte mir Mia ein wenig aus ihrem Leben.

So fing es an

Mia wurde in Lettland geboren und zog, als sie neunzehn war, nach Deutschland um zu studieren. Mit einigen Jobs als Promotiongirl konnte sie ihr Studium und das WG-Zimmer finanzieren. Das kenne ich, auch ich habe während meines Studiums auf Messen gearbeitet und Produktproben verteilt. Durch die Mühle müssen viele. Auch Jobs als Model wurden Mia angeboten.

Langnese Eiscreme Verkauf

Promotion für Eiscreme

Eines Tages war sie wieder auf einem Casting. Als es schon fast zu Ende war, wurde sie noch einmal ganz gezielt angesprochen und um Vertrauen gebeten. Da kam ganz überraschend das Angebot, ob sie sich vielleicht auch vorstellen könnte als Escort zu arbeiten?

„Normalerweise, wenn Menschen mich fragen, warum ich zu einer Escort-Dame geworden bin, erwarten sie eine traurige Geschichte. Sie möchten hören, dass es eine Frage des Überlebens war. Es eine vielleicht eine ausweglose Situation war. Aber ich hatte einen anderen Grund dafür.” Erläuterte Mia.

Ihre Interviewerin war die Geschäftsführerin der Model-Agentur, eine fünfzigjährige kultivierte Frau. Schnell kam Vertrauen und Offenheit auf. Ohne dass es Mia bewusst war, wurde über Erotik und Sex sehr freizügig gesprochen.

Mia gab ihm Gespräch zu verstehen, dass sie Erotik genießt, Sex liebt, gern etwas Neues einmal versuchen möchte. Sich etwas leisten können und Luxus zu leben, dass war reizvoll für Mia.

Lippen

Rote Lippen © ganz-hamburg.de

Zum Ende des vertrauensvollen Gespräches wurde Mia das Angebot gemacht für eine Begleitagentur zu arbeiten. Nach einer kurzen Bedenkzeit fing sie mit einem Stundensatz von 130 Euro an. Schnell konnte sie sich einen Kundenstamm aufbauen. Ihr Honorar erhöhte sich auf 300 Euro pro Stunde. Zum Ende ihrer Karriere waren es dann 1.500 Euro.

„Ein Escort arbeitet selten den ganzen Tag. Es sei denn man ist für ein Wochenende oder ähnliches engagiert. So konnte ich weiter studieren und hatte Zeit für interessante Reisen. Natürlich habe ich in der Zeit auch meine Persönlichkeit entwickelt. Ich habe viele Kurse besucht und meine Wissensgebiete planmäßig erweitert. Ich gehörte schon zu bestbezahltesten Huren Frankfurts,“ fuhr Mia fort.

Schnell konnte sie von ihrem WG-Zimmer, das war wirklich ziemlich abgewrackt, in ein modernes Apartment in einem angesagten Stadtviertel ziehen und es schön einrichten. Ihr guter Ruf und ihre sehr gepflegten Umgangsformen sprachen sie herum.

Mias Erfahrungen in der Escort Branche

„Ich bin nie in einem Hotel, Restaurant oder woanders aufgefallen. Einige Gesprächspartner haben mich für eine Mitarbeiterin oder Beraterin gehalten. Das war alles auf Augenhöhe und so habe ich wirklich spannende und einflussreiche Menschen kennengelernt. Viele interessante Gespräche waren dabei. Ihre Welt wurden luxuriöse Hotels, hervorragende Restaurant, Bars und exklusive Clubs. In Frankfurt, München, Hamburg, Berlin oder im Ausland. Ihr Koffer war immer gepackt.“

Ich spürte, Mia ging es darum einmal falsche Wahrnehmungen und Vorurteile zurechtzurücken.

„Aber, warum nehmen Männer und nur sehr wenige Frauen, die Dienste einer Begleitagentur an. Was sind das für Männer? fragte ich sie.

„Eigentlich sind es ganz normale Männer. Sie sind meist überhaupt nicht schüchtern oder haben merkwürdige erotische Neigungen. Natürlich verfügen die Männer über ein hohes Einkommen, denn eine Escort Dame ist nicht billig. Aber, Ihnen ist es besonders wichtig, dass alles perfekt abläuft und dass es Niveau hat.“

„Die meisten sind beruflich und gesellschaftlich sehr eingespannt und haben wenig Zeit. Zeitintensive Dates oder komplizierter Beziehungsaufbau sind einfach nicht möglich. Sie wollen Erotik und Sex, gerade auch, um nach harten Tagen sich zu entspannen. Sie erwarten von der Frau Augenhöhe.“

 „Zumeist sind die Männer zwischen 30 bis 55 Jahre alt. Häufig selbstständig, beruflich und geschäftlich erfolgreich. Sie wissen was sie wollen. Einige suchen einfach guten unkomplizierten Sex auf höchstem Niveau ohne Verpflichtungen. Anders wollen durchaus erotische Fantasien ausleben…“  

 Nicht ganz so einfach sind jüngere Männer fuhr sie fort:

Männer weit unter dreißig. Das ist so eine Sache. Sie wollen irgendwie mehr sei: älter und cooler und erfolgreicher erscheinen. Für Sie ist ein Escort ein Zeichen ihres Erfolgs. So wie ein Luxus-Cognac in einer Bar.“

 Ihr Fazit:

“Professionalität bedeutet hier also so schnell wie möglich zu begreifen, was der Kunde möchte und ihm das auch zu geben,” fügte Mia hinzu.

Traditionelle Ehe funktioniert nicht mehr

„Eines war erstaunlich,“ merkte Mia an. „Etliche meiner Kunden lebten in einer festen Beziehung oder waren gar verheiratet. In vielen Ländern wird die Ehe ganz anders als bei uns in Mitteleuropa gesehen. Menschen können in mehreren Bereichen progressiv denkend sein, aber ahnungslos und unsicher bleiben, wenn es um Sex oder das Ausleben von erotischen Leidenschaften geht. Sie sei sich ganz sicher, dass fast alle Menschen polygam oder polyamorös sind. Nicht nur Männer, auch auf Frauen träfe das zu. Doch Frauen verstecken das gern.

Lächeln fügte sie hinzu: „Monogamie selbst ist wie ein schmackhaftes Essen. Wenn du Tag für Tag nur dien Lieblingsgericht, sagen wir mal Pasta mit Scampi und vorweg einen Salatteller, isst, dann wirst du irgendwann etwas anders essen wollen. Der Mensch mag und sucht Abwechslung.“

„Ich habe ja viele verschiedene Männer erlebt. Sie sind einfach ganz linear, nicht kompliziert, wenn es um Erotik geht. Sie trennen Dinge im Kopf. Frauen haben es da schwer Sex und Beziehung ist zumeist für seines eines. Für mich nicht, ich trenne das und genieße beides.“

Eine Frau in Dessous - Catonium

Foto: xusenru – Khusen Rustamov /pixabay.com CC0 Public Domain

„Selbst bei aktiven Paaren schläft irgendwann die Erotik ein, erst wird es Routine, dann nicht mehr sehr häufig und irgendwann ist eine eher reizlose Pflichtübung. Fremdheit entsteht in einer Beziehung. Wünsche und Leidenschaften werden nicht besprochen und schon gar nicht ausgelebt.“ Das seien jedenfalls ihre Beobachtungen.

Ich war erstaunt mit welcher ruhigen Klarheit Mia ihre Umgebung beobachtet und analysiert hat. Kein Wunder, dass sie so erfolgreich in ihrem Beruf gewesen ist.

Nun fragte ich Sie: „Und Du bist heute dienstlich hier? Nicht das Dein Kunde wegen unseres Gespräches warten muss.“

„Nein Isabelle, ich habe umgesattelt und die Seiten gewechselt. Ich habe jetzt meine eigene Escort-Agentur in Deutschland gegründet. Bei ‚‘ORHIDI‘ können Männer Damen online buchen sehr diskret buchen.“

ORHIDI Escort Agentur

“Wir haben erstklassige tolle Frauen. Manchmal fragen mich Kunden, wie ich Damen auswähle, sodass die Nacht zu einer wundervollen Erinnerung wird. Die Antwort ist einfach: Zuerst musst du verstehen, was genau du vom Sex erwartest. Was dir gefällt, was du gerne versuchen würdest.“

„Ich plane auf der ORHIDI-Website einen Filter zu installieren, nach der Dienstart und nach Kategorien. Und Sie werden gleich sehen können, was machbar ist und wie viel es kosten würde. Was das Äußere angeht, so unterscheiden sich die Geschmäcker. Das Wichtigste ist, die Fotos von Mädchen so realistisch zu machen, wie es nur geht. Und ich bin überzeugt davon, dass ein kurzes Video über jede Frau ein richtiges Verständnis über sie vermitteln wird.”

Offengesagt ich war überrascht, als Mia mir mitteilte, dass sie sich für eine Feministin halte und nicht denke, dass so ein Arbeitsbereich eine Frau erniedrigen könnte. Sie fügte hinzu: “Ich stimme dafür, dass die Frauen sich damit beschäftigen, was ihnen am Herzen liegt, ob es die eigene Kariere, der Wehrdienst oder die Kinderpflege ist.“

Das ist eine sehr eigene Sichtweise, die aber nachvollziehbar ist. Es war eine faszinierende Begegnung.

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