Das Krankenhaus Tabea zum Thema Venenleiden

Dr. Guido Bruning,Dr. Guido Bruning, Chefarzt der Abteilung für Venen- und Dermatochirurgie am Krankenhaus Tabea Foto: Krankenhaus

Modern heißt nicht automatisch besser bei Venenleiden. Entscheidend sind die Ergebnisse.

Gute Medizin heißt eine ständige Optimierung und Verbesserung der Behandlungen und Therapien. Neue moderne Methoden kommen dabei regelmäßig zur Anwendung. Dann gilt es immer zu prüfen, wie hoch ist der medizinische Gewinn und wie hilfreich ist es für Patienten.

Eine neue Studie belegt: Moderne OP-Methoden sind bei Venenleiden nicht immer die besseren. Vielfach werden Venenleiden, immerhin ist jede zweite Frau und jeder vierte Mann davon betroffen, als harmlos von der Allgemeinheit eingestuft. Doch, dem ist häufig nicht so.

Gleichzeitig hat in den letzten zehn Jahren die Zahl der stationären Behandlungen von Beinvenenerkrankungen, u.a. auch durch neue und schonendere Behandlungsverfahren, um fast ein Viertel abgenommen. Eine gute Nachricht, doch leider werden Krampfadern häufig ignoriert und oftmals als rein kosmetisches Problem abgetan.

„Dass es sich um eine behandlungsbedürftige Erkrankung handelt, bei der schwerwiegende Komplikationen wie Venenentzündungen, Vernarbungen bis hin zum offenen Bein entstehen können, ist vielen Betroffenen nicht bewusst“,

sagt Dr. Guido Bruning, Chefarzt im Zentrum für Venen- und Dermatochirurgie am Krankenhaus Tabea

Mittlerweile können durch ein umfangreiches Therapieangebot schwere Verläufe häufig verhindert werden.
Gerade minimalinvasive Techniken haben sich aufgrund ihrer vielen Vorteile zur Behandlung von Krampfadern etabliert. Allerdings, eine neue Studie aus diesem Jahr zeigt auf, dass endovenöse Techniken innerhalb von fünf bis zehn Jahren bis zu fünf Mal häufiger zu einem frühen Rückfall (Rezidiv) der Krampfadern führen, als es bei klassischen Operationen der Fall ist. Dies kann zu einer erheblichen Belastung führen, die sich im Zweifel immer wiederkehrenden Eingriffen stellen müssen.

Bei der Vielzahl der Therapieoptionen mit ihren Vor- und Nachteilen gibt Dr. Guido Bruning Orientierung:

„Es gibt weder ein Patentrezept zur Behandlung von Krampfadern noch die Garantie, dass sie nach dem Eingriff für immer verschwinden. Wichtig ist vor allem die gründliche und fachkundige Anamnese, nach der dann die beste OP-Methode für den jeweiligen Patienten entschieden werden sollte. Die Methode muss immer individuell auf den Befund angepasst werden, da z.B. das Risiko eines Rezidivs bei dickeren Venen bei der Anwendung von endovenösen Techniken überproportional hoch ist. Mit einer klassischen Operation kann hier das Risiko hinausgezögert werden.“

Dr. Guido Bruninng

Fünf wichtige Fakten zu Krampfadern

  1. Krampfadern sind nicht nur unschön, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die einer
    medizinischen Behandlung bedarf.
  2. Bei fehlender Behandlung verschlechtert sich das Krankheitsbild von Jahr zu Jahr mehr.
  3. Vorsorgeuntersuchungen wie Venenmessungen werden von den gesetzl. Krankenkassen
    übernommen, genauso wie die meisten Behandlungsoptionen.
  4. Frühzeitige Diagnostik und Therapie vermeiden Komplikationen.
  5. Die Wahl des Therapieverfahrens muss immer individuell besprochen und auf den Befund
    und den Patientenwunsch angepasst werden.
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