Gedächtnistraining – wirklich hilfreich oder nutzlos?

GedächtnisDemenz stellt Betroffene schon ziemlich bald vor erhebliche Probleme im Alltag. Mit einem gezielten Gedächtnistraining lassen sich entsprechende Erkrankungen zwar nicht aufhalten, aber man kann dezent vorbeugen © geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

In Hamburg sind circa 26.000 Patienten laut hamburg.de von der Erkrankung an einer Form der Demenz betroffen. Alzheimer gilt dabei als die am weitesten verbreitete Demenzerkrankung. 60 bis 65 Prozent der an Demenz erkrankten Patienten sind dem Alzheimer unterlegen, während an der vaskulären Demenz (der gefäßbedingten Demenz) lediglich 20 bis 30 Prozent der Patienten erkrankt sind. Bedingt durch den medizinischen Fortschritt ist die Lebenserwartung heute höher als noch vor einigen Jahren. Und damit ist auch die Anzahl an Demenzpatienten in Zukunft tendenziell steigend.

Je nach Schwere der Erkrankung kann die Demenz zur Beeinflussung des Gedächtnisses, des Denkvermögens, der Sprache oder der Motorik führen. Jedoch ist die Vergesslichkeit nicht immer auf Alzheimer oder eine andere schwere Form der Demenz zurückzuführen, sondern kann in gewöhnlichen Gründen liegen. Um das Gedächtnis zu trainieren – und damit der Vergesslichkeit vorbeugend entgegenzuwirken – können unterschiedliche Gedächtnistrainings absolviert werden. Doch helfen diese Trainings, oder sind sie wirkungslos?

Gedächtnistraining – um was handelt es sich eigentlich?

Wer sich noch an die eigenen Großeltern erinnert, hat womöglich das Bild von Kreuzworträtseln in der Sonntagszeitung oder vom Stift vor dem Sudoku-Heft vor Augen. Dies kann eine Form des Gedächtnistrainings sein, allerdings hat sich die Forschung weiterentwickelt – und damit auch die Möglichkeit, das Gehirn zu trainieren und dauerhaft fit zu halten. Ziel des Trainings ist es, die Leistung des Gehirns zu steigern wodurch sich auch die Leistung in alltäglichen Situationen verbessern kann. Mit dem Gedächtnistraining lässt sich nach Angaben von Neuronation eine Art Meditation für das Gehirn durchführen. Teilnehmer können ihr Hirn dabei auf unterschiedliche Weise fordern und fördern. Das Gedächtnistraining richtet sich nicht an eine spezielle Zielgruppe, sondern eignet sich für junge und ältere Menschen gleichermaßen. Zentrale Merkmale des Trainings sind beispielsweise die Nutzung von Kartenmerkern oder Logik Übungen. 

Vor- und Nachteile im Überblick

Gedächtnistraining kann man schon in jungen Jahren starten. Die Vorteile, die sich aus dem Training für das Gehirn ergeben, sind unterschiedlich und vielfältig. Beispielsweise hilft das Gedächtnistraining, Stress vor Prüfungen und Klausuren zu bewältigen. Doch auch die Steigerung der Leistungsfähigkeit im Beruf oder im Familienleben macht das Gedächtnistraining möglich. Gedächtnistraining fördert beispielsweise die Durchblutung des Gehirns und regt die Bildung neuer Nervenzellenverknüpfungen an. Damit können Trainingsteilnehmer die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Gehirns erzielen. Durch die verbesserte Gehirnaktivität entstehen wiederum weitere Vorteile. Neben der Leistungsfähigkeit werden auch die Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit des Gehirns gesteigert. Das trainierte Gehirn kann außerdem Zusammenhänge in unterschiedlichen privaten und beruflichen Situationen besser erkennen. Prägnant sind dabei die Steigerung von assoziativem und logischem Denken und die Steigerung der Fähigkeit, erhaltene Informationen zu strukturieren. Durch das Training können die Teilnehmer jedoch auch Gehirnaktivitäten wie Kreativität und Fantasie anregen oder die sinnliche Wahrnehmung und gedankliche Flexibilität fördern.

Konkrete Nachteile entstehen durch das Gedächtnistraining nicht. Allerdings sollten die Teilnehmer unterschiedliche Merkmale beachten, die für ein effektives Gedächtnistraining relevant sind – und damit auch zu den sieben Vorteilen führen:

  • Bildung neuer Nervenzellverknüpfungen
  • Zusammenhänge (besser) erkennen
  • Steigerung der Leistungs-, Konzentrations- und Merkfähigkeit
  • Steigerung von assoziativem und logischem Denken
  • Strukturierung von Informationen
  • Anregung von Kreativität und Fantasie
  • Förderung von sinnlicher Wahrnehmung und gedanklicher Flexibilität

Was sollte dabei beachtet werden?

Damit das Gedächtnistraining erfolgreich ist, sind verschiedene Merkmale zu beachten. Führen die Teilnehmer das Training ihres Gehirns nicht nach bestimmten Mustern und Regeln durch, lässt sich die Leistung nur schwer steigern und eher selten auf die Bewältigung von Situationen im Alltag übertragen.

  • Individuelle Ausrichtung: Das Gedächtnistraining muss individuell auf den Teilnehmer zugeschnitten sein. Es gibt keine Faustregel, die beim Thema Gedächtnistraining sicher auf jeden Teilnehmer passt. So Individuell wie die Persönlichkeiten der Teilnehmer sind, so sind es auch die Trainingsmethoden. Dabei ist es wichtig, das eigene Lernverhalten kennenzulernen und die Geschwindigkeit und den Leistungsumfang des Trainings individuell auf den einzelnen Teilnehmer anzupassen.
  • Erfolgserlebnisse: Ist das Gedächtnistraining zu schwierig gestaltet und lassen sich nur kaum merkbare Erfolge erzielen, ist das Training des Gehirns wirkungslos. Ohne spürbare Erfolgserlebnisse lassen sich also die Vorteile nicht realisieren.
  • Spaß am Training: Damit man am Gedächtnistraining dran bleibt darf die Freude daran nicht nachlassen. Wie auch im Sport zeigt sich eine Leistungssteigerung vor allem dann, wenn die Trainierenden Spaß an ihrer Disziplin haben. Durch Abwechslung in den Trainingsmethoden oder gemeinsame Aktivitäten mit Freunden oder der Familie lässt sich das Training direkt mit mehr Spaß daran umsetzen.
  • Kontinuität und Abwechslung: Um das Ziel der langanhaltenden Leistungssteigerung des Gehirns zu ermöglichen, sollten Teilnehmer eines Gedächtnistrainings kontinuierlich das Training absolvieren. Bereits ein Training, das einmal in der Woche durchgeführt wird, führt zu einer spürbaren Steigerung der Leistungsfähigkeit des Gehirns bei, so der SWR in einem Beitrag. Durch abwechslungsreiche Übungen und Trainingsmethoden können außerdem unterschiedliche Bereiche des Gehirns gefördert werden, wodurch sich bessere Ergebnisse für die Gehirnleistung, Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit erzielen lassen.
Gedächtnistraining

Gezieltes Gedächtnistraining kann dabei helfen, das Erinnerungsvermögen fit zu halten. Ein Allheilmittel stellt es allerdings nicht da. © Counselling (CC0-Lizenz)/ pixabay.com 

Fazit

Die Zahl an Demenzerkrankungen ist hoch und aufgrund der medizinisch bedingten hohen Lebenserwartung nimmt die Anzahl an Alzheimerpatienten in Zukunft tendenziell auch noch weiter zu. Um das Gedächtnis in Schwung zu halten, greifen viele Menschen gerne auf Kreuzworträtsel oder Sudoku-Hefte zurück. Die Gehirnaktivität wird dabei zwar angeregt, doch durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung in der Forschung konnten bis heute weitere Verfahren zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Gehirns entwickelt werden. Beim Gedächtnistraining, einer Art Meditation für das Gehirn, können positive Ergebnisse erzielt werden die nicht nur für ältere Menschen geeignet sind. Da das Gedächtnistraining unterschiedliche Vorteile wie das Erkennen von (logischen) Zusammenhängen oder die Strukturierung von Informationen bietet, können langjährige positive Steigerungen der Gehirnleistung realisiert werden. Daher können auch junge Menschen von den Vorteilen des Gedächtnistrainings profitieren und ihre gestiegene Leistungsfähigkeit der Gehirnaktivitäten auf Alltagssituationen in Schule, Studium oder bei der Arbeit übertragen.

 

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