Gesund ist das ja: Kalte Dusche? Ja, bitte!

Frauengesicht unter der DuscheFoto von Leah Kelley von Pexels

Die Vorstellung, ab sofort nur noch kalt zu duschen, dürfte für die meisten Menschen nicht unbedingt verlockend sein. Und dann auch noch im Winter!?

Für viele klingt ein kalter Schauer wie ein Albtraum – stellt doch die wohlig warme Dusche eine kleine Auszeit im ungemütlichen Hamburger Winter dar. Wer den Sprung unters kalte Wasser wagt, ist jedoch in der Regel schon nach kurzer Zeit überzeugt. Zahlreiche „Influencer“ propagieren die Methode als den ultimativen Gesundheits-Hack. Neu ist das Ganze nicht: Die Kneipp’sche Hydrotherapie gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Tatsächlich sind die gesundheitlichen Vorteile gut belegt – schlank und schön sollen kalte Duschen darüber hinaus auch machen.

Bessere Durchblutung, fitte Gefäße

Bei einer kalten Dusche sind die Lymphgefäße gezwungen, sich zusammenzuziehen – in beheizten und klimatisierten Räumen tun sie das nicht mehr oft genug. Die Lymphflüssigkeit verteilt sich im Körper und sorgt dafür, dass Abfälle ausgespült werden. Der Körper muss sich zudem mehr anstrengen, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, das Blut zirkuliert dadurch schneller. Experten gehen davon aus, dass kaltes Duschen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt und Entzündungen reduziert.

Frau hinter Duschglas küsst
Bild von Joe Garma auf Pixabay

Abhärtung für das Immunsystem

Der Kältereiz stärkt das Immunsystem. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig kalt duschen, mehr weiße Blutkörperchen haben als Warmduscher. Diese Abwehrzellen sind dafür verantwortlich, Krankheiten im Körper zu bekämpfen. Zusätzlich wird die Herstellung des Antioxidans Glutathion angeregt – ein weiteres körpereigenes Abwehrmittel.

Braune statt weißer Fettzellen

Bei einer kalten Dusche kriegt der Körper buchstäblich sein Fett weg – allerdings nur das weiße. Bei regelmäßigem Kältereiz beginnt der Körper, weißes Fettgewebe in braunes umzuwandeln. Braunes Fettgewebe macht nur einen kleinen Teil des Fettgewebes im Körper aus. Je mehr davon, desto besser – im Gegenteil zum weißen Verwandten speichert es das Fett nämlich nicht im Körper, sondern verbrennt dieses, um Wärme zu produzieren.

Haut und Haar

Heiße Duschen entziehen Haut und Haaren Feuchtigkeit. Kalte Duschen dagegen fördern die Durchblutung und lassen die Haut frisch und rosig leuchten. Auch die Haare sind dankbar für einen kalten Schauer: Das kalte Wasser sorgt dafür, dass sich die obere Schuppenschicht schließt, dadurch sieht das Haar glatter und glänzender aus.

Dusche
Dusche Foro: pexels.com CC0 License

Aller Anfang ist schwer

Ein gar nicht so unwesentlicher Faktor ist die Gestaltung des Duschraums. Wer sich das Badezimmer freundlich einrichtet und die Brausen individuell auswählt, fühlt sich beim Duschen wohler – auch beim Kaltduschen.

Der Körper gewöhnt sich schon nach kurzer Zeit an den zunächst ungewohnten kalten Guss. Meist ist die Vorstellung schlimmer als die eigentliche Prozedur. Empfehlenswert ist es, sich zunächst an klassischen Wechselduschen zu versuchen: Zuerst eine warme Dusche, dann langsam kühler stellen, mit den Füßen beginnen und langsam zum Oberkörper hocharbeiten. Profis stellen sich direkt komplett unter den kalten Guss. Untersuchungen zeigen jedoch, dass das Wasser nicht unbedingt während der gesamten Dusche kalt sein muss, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Wem es zu sehr davor graut, direkt nach dem Aufstehen einen kalten Schauer zu erleben, der kann zunächst warm duschen und die Armatur erst dann Richtung Blau verschieben.

Die ideale Dauer einer kalten Dusche liegt etwa zwischen 30 Sekunden und drei Minuten. Generell gilt: Je kälter, desto kürzer, und danach unbedingt schnell wieder aufwärmen. Menschen mit schwachem Immunsystem oder bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vorab ihren Arzt fragen, da eine plötzliche Abkühlung den Körper auch überfordern kann.

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