Leben mit der Volkskrankheit Diabetes

Deabetes Messung mit etwas Blut auf dem FingerBild von Tesa Robbins auf Pixabay

Diabetes ist in Deutschland zu einem Volksleiden geworden.


In den Industrienationen haben immer mehr Menschen mit der Zuckerkrankheit zu kämpfen – rund sieben Millionen Menschen allein in Deutschland. Was sind die Ursachen und wie kann man sein Leben mit Diabetes gestalten?

In Hamburg sind etwa 150.000 Einwohner aufgrund eines Diabetes Typ 2 in ambulanter ärztlicher Behandlung. Das geht aus dem Bericht “Risikofaktoren und Prävention von Diabetes in Hamburg” der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) aus dem vergangenen Jahr hervor. Bereits ein Jahr zuvor kam die Allgemeine Ortskrankenkasse AOK in der Hansestadt zu ähnlichen Ergebnissen.

Bei der Diagnose Diabetes kommt es vor allem auf eine Maßnahme an. Der Blutzucker-Wert muss gesenkt werden. Die Normwerte des Blutzuckers liegen nüchtern zwischen höchstens 50 und 110 Milligramm pro Deziliter. Nach dem Essen kann dieser Wert bis auf 140 Milligramm pro Deziliter steigen. Alles, was darüber liegt, kann zu Symptomen wie Müdigkeit, Schwindel oder Konzentrationsschwäche führen. Mehr noch: Bleibt ein Diabetes unbehandelt, kann er zu einem lebensbedrohlichen diabetischen Koma führen.

Drei Formen der Zuckerkrankheit

Diese Folgen gelten für alle Formen des Diabetes. Denn es gibt bei der Zuckerkrankheit drei Typen:

Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit, bei der die Immunabwehr die Insulin-bildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Von dieser Variante sind lediglich fünf Prozent der Patienten betroffen.

Die am weitesten verbreitete Form der Erkrankung ist Diabetes Typ 2. Hier produziert die Bauchspeicherdrüse zwar Insulin, die Körperzellen haben jedoch ihre Fähigkeit verloren, auf Insulin zu reagieren. Dadurch kann nicht genug Zucker in die Zellen aufgenommen werden, sondern verbleibt im Blut. Die häufigste Ursache für diesen Diabetes-Typ ist Übergewicht.

Diabetes Typ 3 dagegen hat zwar die gleichen Symptome wie die beiden anderen Formen, entsteht aber durch eine Erkrankung oder Verletzung der Bauchspeicheldrüse. Darüber hinaus können auch genetische Defekte oder eine Erkrankung des Hormonsystems Ursache für Typ 3 sein.

Übergewicht Bild von Bruno /Germany auf Pixabay

Ernährung und Bewegung als Therapie

Vor allem der Diabetes Typ 2 hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Nannte man diese Form der Zuckerkrankheit früher auch “Altersdiabetes”, so sind heute auch mehr und mehr jüngere Menschen betroffen – auch Kinder.

Männer haben generell ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes. Das liegt primär daran, dass sie mehr Bauch- und Leberfett aufweisen, während sich Fett bei Frauen mehr an Bauch und Po anlagert. Bei Männern geht Diabetes zudem auch oft mit einer Erektionsstörung einher.

Da Diabetes Typ 2 beinahe immer durch Übergewicht ausgelöst wird, ist die Ernährung ein wichtiger Faktor. Eine Studie aus England hat sogar gezeigt, dass eine Diät dabei helfen kann, Diabetes ohne Medikamente zu behandeln. Allerdings ist es sinnvoll, eine Diät oder Umstellung der Essgewohnheiten nicht allein anzugehen. Diabeteszentren wie das im Hamburger Stadtteil Bergedorf leisten dabei wertvolle Hilfe

Neben der Ernährung spielt auch Sport und regelmäßige körperliche Bewegung eine wichtige Rolle beim Kampf gegen Diabetes. Denn körperliche Bewegung senkt den Blutzuckerspiegel und verbessert die Aufnahmefähigkeit der Zellen für Insulin. Das Angebot an ganz unterschiedlichen Sportarten ist heute riesig – da findet jeder seinen ganz persönlichen Weg, um fit zu werden – und den Diabetes in den Griff zu kriegen. Oder schwingen Sie sich regelmäßig aufs Rad bzw. lassen Sie das Auto stehen und fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit.

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