Medizintourismus – Hinweise zu einer Augenlaser-OP im Ausland

AugenFoo: pixabay.com © PublicDomainPictures (CC0 1.0)

Der Markt für Laserbehandlungen an den Augen boomt, dies gilt sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland. Dort locken günstigere Angebote, jedoch eilt diesen der Ruf voraus, qualitativ unter den hygienischen Standards hierzulande zu liegen. Was gilt es bei einer Augenlaserbehandlung im Ausland zu beachten?

Skepsis vor einer Augenoperation im Ausland

Eine aktuelle Studie der EU-Kommission offenbart nach Auskunft dieser Quelle, dass sich nur wenige Bürger bewusst für eine medizinisch nicht notwendige Behandlung im Ausland entschieden haben. Demnach haben sich fünf Prozent der insgesamt 28.000 befragten Personen im letzten Jahr im europäischen Ausland behandeln lassen. Die grundsätzliche Bereitschaft sei bei jedem zweiten vorhanden, hierbei sei die Aussicht auf eine qualitativ bessere Behandlung der entscheidende Faktor für den Antritt der Reise.

Ein wesentlicher Grund für die Skepsis vor einer Behandlung in einem anderen Land: Eine ausführliche Voruntersuchung sowie Nachsorge durch den behandelnden Arzt ist in den wenigsten Fällen möglich, dabei spielt dies neben dem eigentlichen Eingriff eine entscheidende Rolle. 

Wer ist für eine Laser-OP grundsätzlich geeignet?

Laserbehandlungen an den Augen zur Korrektur der Fehlsichtigkeit sind weniger vom Alter des Patienten abhängig, vielmehr ist es wichtig, dass die zu korrigierenden Werte seit etwa zwei Jahren stabil sind. Im Gegensatz zum Körper, der in jungen Erwachsenenjahren (in der Regel mit 20 Jahren) ausgewachsen ist, kann der Augapfel in diesen Jahren noch wachsen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, frühestens ab dem 22. Lebensjahr einen solchen Eingriff vornehmen zu lassen.

Des Weiteren sind für das Laser-Verfahren grundsätzlichen Personen geeignet, die eine Kurzsichtigkeit von bis zu minus acht Dioptrien oder eine Weitesichtigkeit von bis zu plus vier Dioptrien vorweisen. Zudem sollte keine zu starke Hornhautverkrümmung vorhanden sein. Entscheidet sich ein Patient trotz einer stärker ausgeprägten Sehschwäche zum Eingriff, ist mehr Hornhaut zu entfernen, dies kann zu einer nachhaltigen Schwächung der Augen führen.

Um zu überprüfen, ob eine Person für eine Augenlaser-OP infrage kommt, empfiehlt sich vor der umfangreichen Voruntersuchung einen umfangreichen Kurztest zu absolvieren. Hierbei werden die elementarsten Daten zu den Augen erfasst. Stellt sich der Verlauf der Daten als stabil heraus, ist der nächste Schritt eine detaillierte Voruntersuchung. 

OP Lampe

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Präoperative Phase – Erstberatung und Voruntersuchung

Im Rahmen der Erstberatung werden die Augen des Patienten auf die generelle Tauglichkeit für einen Eingriff getestet. Voraussetzung für einen erfolgreichen Eingriff ist eine professionelle und umfangreiche Voruntersuchung. Hierbei sind der Zustand und die Beschaffenheit der Augen detailliert zu überprüfen. Am Anfang einer qualitativ hochwertigen Vorsorge stehen die folgenden drei Messungen:

  • Vermessung der Pupille unter verschiedenen Lichteinflüssen
  • Bestimmung der Hornhautdicke
  • Messung des Augeninnendrucks

Ferner sind die Brechkraft der Augen (Dioptrienzahl), die Augenoberfläche und die Krümmung der Hornhaut, der maximale Durchmesser der Pupillen bei Nacht, die Länge des Augapfels sowie die Beschaffenheit der Netzhaut zu überprüfen.

Der operative Eingriff selbst

Der Arzt, der den Eingriff durchführt, sollte ebenfalls gründlich ausgesucht werden. Bei erfahrenen Ärzten treten in der Regel weniger Komplikationen auf. Da die Ärzte im Ausland in der Regel gut ausgebildet sind, besteht hier kein erhöhtes Risiko. 

Das bewährte LASIK-Verfahren

Ein häufig angewandtes Verfahren ist das sogenannte Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK). Im Ausland wird diese Laser-Operationstechnik diesem Artikel zufolge häufig deutlich günstiger angeboten als in Deutschland. Da es sich bei einer Laserbehandlung der Augen um einen medizinisch nicht notwendigen Eingriff handelt, übernehmen die Krankenkassen den Eingriff in der Regel nicht. Die Kostenersparnis ist demnach ein entscheidendes Argument für den „Medizintourismus“.

Bei der LASIK-Technik wird die Hornhautlamelle (Flap) mit einem speziellen Laser-Geräte (Femtosekundenlaser) präpariert. Für jedes Auge wird spezifisch ausgemessen, in welchem Winkel die Hornhaut des Patienten abzutragen ist.

Das innovative SMILE-Verfahren

Ein neueres Verfahren ist die sogenannte SMILE-Methode (Small Incision Lenticule Extraction). Diese kommt ohne den sogenannten Flap aus. Das vom Laser modellierte Gewebe wird durch einen minimalen Schnitt entfernt. Detaillierte Informationen zu dieser innovativen Technik finden sich an dieser Stelle. 

Augenbehandlung im Ausland – Moderne Technik, häufig keine umfassende Nachsorge

Die medizinischen Geräte in den meisten Kliniken im Ausland sind modern und qualitativ hochwertig, da sie unter anderem aus Deutschland importiert sind. Die Ärzte sind in der Regel auch gut ausgebildet. Probleme kann es mit der Kommunikation geben, ein guter Übersetzer ist hier sehr wichtig. Die größten Schwierigkeiten bereiten der zeitliche Druck unter dem die Ärzte stehen, die häufig nicht ausreichende Nachsorge sowie mögliche mangelnde Hygiene. 

Mögliche Probleme durch Zeitdruck und mangele Hygiene

Bei einer Behandlung im Ausland wird der gesamte Behandlungsprozess vom Beratungsgespräch über die Voruntersuchung bis zum eigentlichen Eingriff und der Nachkontrolle in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage abgewickelt. Im Fall eines Auslandsaufenthaltes werden die Erstberatung und Voruntersuchung, der operative Eingriff sowie das Abschlussgespräch in wenigen Tagen abgewickelt. In den meisten Fällen erfolgt die Abreise direkt im Anschluss an das abschließende Gespräch. Das gesamte medizinische Personal steht somit unter erhöhtem Zeit- und Leistungsdruck. Dadurch erschwert dies eine detaillierte Voruntersuchung. Eine umfangreiche Nachsorge ist im Regelfall nicht möglich.

Eine große Gefahr stellt auch das Risiko mangelnder Hygiene dar. Bei der Durchführung des Eingriffs muss der Operationssaal absolut steril sein, da die Hornhaut während des Eingriffs teilweise offen und ungeschützt liegt. Sind Keime oder Bakterien im OP-Saal vorhanden, steigt das Risiko von Komplikationen. In nicht wenigen Fällen müssen Patienten nach einem operativen Eingriff im Ausland zur Nachbehandlung in Deutschland. In diesen Fällen entstehen dann zusätzliche Kosten, durch die sich das vermeintliche Schnäppchen im Ausland als Trugschluss erweist.

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