Sonne, die Dosis macht es, sagt das Krankenhaus Tabea

Dt. Thorsten Mathes Arzt im Krankenhaus Tabea HamburgDt. Thorsten Mathes © Krankenhaus Tabea

Zu intensive Sonnenbäder? Nicht nur die Haut altert schneller, auch Hautkrebs droht.

Sommersonnengebräunte Haut gehört zu unseren Schönheitsidealen und gilt als Ausdruck einer sportlich-gesunden Lebensweise. Doch die Sonnenstrahlung hat nicht nur positive Folgen. Übermäßige Sonnenbäder verursachen nicht nur einen unangenehmen Sonnenbrand.

Am 21. Juni, dem Tag des Sonnenschutzes, hält Dr. med. Thorsten Matthes, Chefarzt der Dermatochirurgie im Krankenhaus Tabea in Hamburg Blankenese, ab 18:30 Uhr einen Online-Patientenvortrag über alle Fragen rund um das Thema Haut und Sonne. Dabei gibt er hilfreiche Tipps zum Schutz der Haut und klärt über Gefahren und Therapiemöglichkeiten bei Hautkrebs auf.  Im Anschluss an den Vortrag steht der Experte live für Rückfragen bereit.

Intensive Outdoor-Sonne: Die Dosis macht das Gift

Endlich Sommer sagen viele. Die dunkle Jahreszeit ist vorbei, die Sonne steht hoch am Himmel und die Tage sind lang. Wir Menschen brauchen die Sonne, denn sonnenarme Zeiten belasten uns psychisch, bis hin zu schweren Depressionen, stark. Sonnenmangel fördert auch die Rachitis. Doch ein zu viel an Sonne, besonders wenn man helle und empfindliche Haut hat, bewirkt das Gegenteil. Ohne ausreichenden textilen und Haut-Sonnenschutz drohen Rötungen und Sonnenbrände, die es unbedingt, um das Hautkrebsrisiko zu mindern. zu vermeiden gilt. Besonders empfindliche Haut muss sich nach den Wintermonaten langsam wieder an die Sonne gewöhnen.

„Wir sollten die Sonne nicht pauschal als Feind bezeichnen, denn sie hat auch viele positive Effekte auf unseren Körper und hebt unser allgemeines Wohlbefinden. Dennoch muss klar sein: UV-Strahlung erhöht das Hautkrebsrisiko. Deshalb sollten wir die Sonne sicher wahrnehmen: Das bedeutet, sich langsam und mit Sonnenschutz draußen aufzuhalten und die Mittagszeit zu meiden.“

Dr. med. Thorsten Matthes, Chefarzt der Dermatochirurgi

Obacht bei den Sonnenterrasse

Die Sonnenterrassen sind Partien des Körpers, die besonders anfällig für weißen oder schwarzen Hautkrebs sind. Dazu gehört vor allem der Kopf: Nacken, Ohren, Schläfen, Stirn, Nase, Nasenrücken, Augeninnenwinkel, Kinnregion, Lippen, hier vor allem die Unterlippe. Also alle Körperteile die der Sonne permanent ausgesetzt sind.

Die Stellen, die am häufigsten von Hautkrebs betroffen sind, liegen im Gesicht. Besonders die Augeninnenwinkel und die Rückseiten der Ohren, die oft beim Eincremen vergessen werden, sind prädestiniert dafür. Deshalb meine goldene Regel: eincremen, Haut bedecken und die Mittagssonne vermeiden – auch jetzt im Frühsommer. Das Sonnenbad mit dem Ziel der Hautbräunung ist ungesund und das falsche Ziel“,

führt Dr. Thorsten Matthes weiter aus.

Mit fünf einfachen Tricks zeigen Sie dem Hautkrebs die rote Karte:

  • Nach Möglichkeit die pralle Sonne vermeiden und sich im Halbschatten aufhalten. Gerade wenn es heiß ist, ist das viel angenehmer. Die gefährliche UV-B-Strahlung hat ihren Höhepunkt zwischen 11:00 – 15:00 Uhr.
  • Textilien schützen, besonders wenn sie UV-undurchlässig sind. Das sind nicht alle Gewebe! Denken Sie an eine Kopfbedeckung, die auch den Nacken einschließt.
  • Sonnencreme oder -lotion: Für den Anfang und je nach Region empfiehlt sich ein hoher Lichtschutzfaktor, da die meist blasse Haut sehr empfindlich ist.
  • Sicheres Sonnen: Die Haut muss sich langsam an die Sonne gewöhnen. Um Sonnenbrand und Rötungen zu vermeiden, die in Summe das Hautkrebsrisiko erhöhen, sollte sich der Sonneneinstrahlung nur mäßig ausgesetzt werden, selbst mit Schutz.

Wie erkenne ich Hautkrebs? Der erste Selbsttest: ABCDE-Regel

Auch beim Hautkrebs gilt, je eher er erkannt und behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

  • Zur Selbstuntersuchung von Pigmentmalen eignet sich im ersten Schritt die ABCDE-Regel. Wenn mindestens eines der fünf Merkmale zutrifft, sollte der Rat eines Arztes hinzugezogen werden:
  • A = Asymmetrie: Ein neuer dunkler Hautfleck ist ungleichmäßig geformt.
  • B = Begrenzung: Die Ränder des Fleckes sind rau, ausgefranst, verwaschen und weisen keine Kontur auf.
  • C = colour (Englisch für Farbe): Der Fleck weist unterschiedliche Färbungen – hell bis dunkel – auf.
  • D = Durchmesser: An der breitesten Stelle beträgt der Durchmesser des Hautfleckes mehr als fünf Millimeter.
  • E = Evolution: Innerhalb der letzten drei Monate kommt es zu einer Veränderung des Hautfleckes.

Weißer Hautkrebs vs. schwarzer Hautkrebs

Weißer Hautkrebs tritt sehr viel häufiger auf und verläuft in den meisten Fällen unproblematischer. Die Erkrankung äußert sich zunächst durch trockene und wunde Hautstellen, die auch nach Wochen nicht verschwinden oder verheilen. Eine Behandlung kann medikamentös erfolgen. Häufig kommt es auch zu einer operativen Entfernung, das hängt von der Größe und Aggressivität des Tumors ab.

„Man nimmt an, dass weißer Hautkrebs eine Kumulation vieler Rötungen und Sonnenbrände über die Lebenszeit ist. Das heißt, dass aus demografischer Sicht potenziell jeder Mensch im Laufe des Lebens von weißem Hautkrebs betroffen sein wird. Für die Entstehung von schwarzem Hautkrebs hingegen sind wohl starke Sonnenbrände in der Jugend entscheidend“, s.

agt Dr. Thorsten Matthes

Der schwarze Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, ist die aggressivste Form einer Hautkrebserkrankung. Erkennbar ist sie an der braun-schwärzlichen Färbung der Haut, die im schlimmsten Falle auch tödlich enden kann. Deutschland treten jährlich über 37.000 Neuerkrankungen des schwarzen Hautkrebses auf[1]. Im Gegensatz zum weißen Hautkrebs muss das maligne Melanom zwingend operativ entfernt werden, was zusätzlich mit einer Immuntherapie oder einer Targeted Therapie mit Medikamenten einhergehen kann.


[1] Hautkrebsreport 2019. Prof. Dr. Matthias Augustin und Prof. Dr. Gerd Glaeske (Hrsg.). Ergebnisse von Routinedaten-Analysen der Techniker Krankenkasse aus den Jahren 2015 bis 2017.

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