Sag zum Abschied leise Kantersieg summten die Hamburg Giants am Samstag

Ammar Abbas (Hamburg Giants) arbeitet seine To Do-Liste gegen Arkadiusz Szwedowicz (UBV Schwedt) ab Foto: Torsten Helmke

Sehr gelungen, Hamburg Giants verabschiedeten sich mit Kantersieg über Schwedt von den Hamburger Fans

Kurz vor Ende der Bundesliga-Saison der Boxer gaben die Hamburg Giants noch eine Schippe Kohlen hinzu. Der souveräne Erfolg gegen Hertha BSC fand am Samstag gegen die Fäusteschwinger vom UBV Schwedt mit 14:10 zu Hause eine deutliche Fortsetzung.

Vielleicht lag es auch an dem traditionsreichen Austragungsort des letzte Heimkampfes. Die Haubachstraße ist immerhin seit 1952 die traditionelle Box-Sporthalle des SV Polizei Hamburg.

„Das war natürlich ein ganz besonderer Moment hier einzulaufen, die Stätte, an der wir täglich trainieren und für den Erfolg kämpfen“, unterstreicht  Anatoli Hoppe (Cheftrainer und selbst beim SV Polizei).

Im übertragenen Sinn haben Christian Morales (Teammanager) und Hoppe wohl die „110“ gewählt und der Polizei-Riege kam im Giants-Kader ein tragende Rolle zu. Mit Ahmed Aljabar, Edison Zani, Nawid Asefi, Berat Tolga Aceksari und Ammar Abbas Abduljabar stiegen insgesamt fünf Boxer in den Ring, die die Gegebenheiten vor Ort in- und auswendig kennen.

Alle Anfang ist schwer

Auch wenn die Giants schon im Hinkampf gegen Schwedt deutlich punkten konnten, die Brandenburger von der Oder waren gut besetzt. Der dänische Meister Frederik Lungaard, der polnische Meister Arkadiusz Szwedowicz oder der mehrfachen lettischen Titelträger Evander Servuts sind allesamt kein Fallobst.

Der Kampfabend in der Haubachstraße startete holprig. Zu Beginn musste Ahmed Aljabar sich dem Norddeutschen Meister Achraf Godje geschlagen geben. Es gelang ihm einfach nicht gegen den spritzig agilen Schwedter seine Reichenweitenvorteile auszuspielen.

Nach dem Fehlstart wurde schnell das Turboloch überbrückt und das Blatt wendete sich. In Kampf zwei bezwang Saisondebütant Nenad Stancic sein Gegenüber Rafael Piraliev vorzeitig durch Aufgabe in der zweiten Runde. Bisher konnte Stancic aufgrund von Krankheiten und internationalen Aufstellen leider nicht eingesetzt werden. 

Edison Zani wurde seiner Rolle als Leistungsträger im Halb-Weltergewicht mehr als gerecht. Er dominierte insbesondere in der zweiten und dritten Runde den erfahrenen Dänen Lungaard nach Belieben.

„Wir haben im Hinkampf gesehen, dass er gefährlich sein kann und uns diesmal noch besser auf ihn eingestellt“, freute sich Hoppe anschließend über die Leistung seines Schützlings.

Nawid Asefi sorgte dann für ein beruhigendes zwei Punkte-Polster zur Halbzeit. Allerdings, das war kein Ostersparziergang mit Mutti, Papi, Onkel & Tante. Im dem hart umkämpften Fight mit Jeremy Gonschorek musste Asefi bis an seine Grenzen gehen. 

„Ich sah ihn vorne, auch wenn es ein hartes Stück Arbeit war. Gonschorek hat sich teuer verkauft und bis zum Ende Gegenwehr geleistet.“ so Asefi über den sicherlich härtesten Fight des Abends.

Nach der Pause – die schweren Jungs

Berat Tolga Aceksari ruhte sich nicht auf dem Punktepolster aus und holte einen souveränen Punktsieg gegen Florian Henke.

Danach wurde es richtig spannend, denn dem  Halbschwergewichtler Ammar Abbas Abduljabar fiel eine Doppelrolle zu. Es lag an ihm den Mannschaftserfolg vorzeitig perfekt zu machen. Aber, auf dem Zettel von Abduljabar stand noch die persönliche Revanche. Im Hinkampf musste er sich dem starken polnischen Meister Arkadiusz Szwedowicz knapp geschlagen geben. Kein Wunder, dass er dem Polen einmal zeigen wollte, wo es lang geht in Hamburg. Das gelang, von Beginn an setzte er Szwedowicz immer wieder unter Druck. Der Lohn war ein verdienter Sieg nach drei Runden.

Hamburg Giants

Hamburg Giants Mannschaftsbild Foto :Torsten Helmke

Die Schlusspunkte setzten dann die schweren Jungs 

Max Degenhardt hatte keine Probleme mit Roy Baumann. Im Superschwergewicht wurde es nochmals international.

Auf Collin Biesenberger To Do-Liste stand auch eine Revanche gegen  Evander Servuts. Der Hinkampf war schließlich nur knapp verloren gegangen.  Dem 20-Jährigen gelang es auf Augenhöhe mit den erfahreneren Servuts zu kommen. Aber in der dritten Runde war der Boxgott nicht mehr auf Biesenbergers Seite. Collin verlor zum dritten Mal seinen Mundschutz. Ein folgenschweres Missgeschick, da dies eine Verwarnung und Punktabzug durch den Ringrichter bedeutete.

„Das gab letztlich vielleicht den Ausschlag, denn ein Unentschieden wäre bis dato verdient gewesen. Trotzdem ein großes Kompliment an Collin, der in dieser Saison ins kalte Wasser geworfen wurde“, so Hoppe.

Vor der Sommerpause

Kommenden Samstag stehen die Hamburg Giants vor einer schwierigen Aufgabe. Sie treten auswärts gegen den bereits feststehenden Staffelsieger und Finalisten vom BSK Hannover-Seelze an. Das bisher noch ungeschlagene Team von Trainer Artur Mattheis wird ein harter Gegner. Umso wichtiger ist es mit Kampfgeist und klarer Haltung in der Leinestadt anzutreten. Bekanntlich stirbt die Hoffnung nicht so schnell. Wenn die Hamburger Riesen bei Seelze punkten, dann ist sogar noch ein dritter Tabellenplatz drin. 

 

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