Kaum Derbyfieber in Hamburg vor dem Duell zwischen dem HSV und St. Pauli

Das Volksparkstadion die gute Stube des HSVDas Volksparkstadion die gute Stube des HSV © HSV

Die Corona Pandemie killt das Derbyfieber wenn der HSV und FC St. Pauli gegeneinander antreten.

Von einem innigen Verhältnis der Fans des HSV und FC St. Pauli kann man nicht sprechen. Oft musste auch schon die Polizei eingreifen. Das gehört leider zu den unschönen Begleiterscheinungen der Fan-Szene. zwischeBald steht das nächste Stadtderby in Hamburg an. Doch steht die Partie zwischen dem Hamburger Sportverein und dem FC St. Pauli dieses Mal unter ganz besonderen Vorzeichen. Da aktuell im Herbst des so außergewöhnlichen Jahrs 2020 die Zahlen der mit Corona Infizierten deutschlandweit in die Höhe schnellen und die Regierung über neue schärfere Bestimmung zur Eindämmung der Pandemie berät, will nicht so richtig Derbyfieber aufkommen.

Die Lokalderby-Bilanz in den letzten Jahren

LigaSpieltagHSV ToreFC St. Pauli ToreSieger
2. BL30.10.202011unentschieden
2. BL22.02.202002FC St. Pauli
2. BL16.09.201901FC St. Pauli
2. BL10.03.201904HSV
2. BL30.09.201800unentschieden
1. BL16.02.201101FC St. Pauli
1. BL19.09.201011unentschieden
1. BL19.04.200240HSV
1. BL02.12.200143HSV
Alle Angaben ohne Gewähr

Normalerweise bedeutet das Stadtderby in Hamburg Ausnahmezustand. Zehntausende Fans strömten in der Vergangenheit ins Stadion und in die Kneipen der Stadt, um gemeinschaftlich das Derby zu verfolgen. Lediglich 1.000 Fans sind aktuell für das Spiel, welches im Volksbadstadion, der Heimspielstätte des HSV stattfinden wird, zugelassen. Es ist aber gut möglich, dass diese Zahl noch kurz vor dem Spiel deutlich reduziert wird.

Die Stadt Hamburg, in der aktuell das Treffen von maximal 10 Personen aus zwei Haushalten zugelassen sind, wappnet sich trotzdem speziell für das Derby. Laut Innenbehörde der Stadt wird man die Bestimmungen strikt umsetzen und vermehrt die Kneipen kontrollieren, die das Spiel live übertragen. Bei Verstößen gegen die Reglungen drohen dabei nicht nur Ordnungsgelder, sondern in besonders schweren Fällen die Schließung der Gaststätten.

All diese Umstände sorgen dafür, dass in Hamburg kaum Derbyfieber herrscht. Verantwortliche und Fans der beiden Erzrivalen bedauern es sehr, dass die Umstände des Spiels nicht deren Bedeutung gerecht werden. So äußerte sich die Aufsichtsrat-Chefin des FC St. Pauli im Vorfeld sehr traurig. „Es breche ihr Herz, dass nur wenige oder keine Fans im Stadion sein werden – besonders beim Derby.“ Diese Umstände „zerstören die Vorfreude auf das Derby ein bisschen“. Der größte Verlust sei der des Gemeinschaftserlebnisses, welches man beim Sieg in der vergangenen Saison deutlich spüren konnte. „Die zwei Derbys der vergangenen Saison führten zu einem Gefühl, gemeinsam etwas geschafft zu haben. Es herrschte ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl.“

Natürlich sind die Umstände für Hamburg und ganz Deutschland traurig. Die geringe Anzahl an Fans in den Stadien, die aktuell noch zugelassen sind, kann nicht für eine Atmosphäre sorgen, die einem Derby gerecht wird. Dies konnte auch schon bei anderen Derbys wie dem Revierderby festgestellt werden. Doch lassen die Infektionszahlen in Deutschland den Behörden aktuell keine Wahl. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Anzahl der Fans, die ins Stadion dürfen, weiter reduziert wird. So ist nicht ausgeschlossen, dass bald auch wieder Geisterspiele, bei denen kein einziger Fan ins Stadion darf, für alle Profifußballclubs in Deutschland vorgeschrieben werden. Steigt die Zahl der mit SARS-CoV-2 Infizierten weiter an, könnte sogar der Spielbetrieb der Bundesliga erneut ausgesetzt werden. Dies würde besonders den HSV, der bei den Sportwettenexperten von bwin aktuell als absoluter Aufstiegsfavorit gilt, hart treffen.

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