Saisonvorbereitung des HSV – Wieder ein Neuanfang

Volksparkstadion HamburgHamburger Volksparkstadion commons.wikimedia.org © TheBlues~commonswiki (CC0 1.0)

Der Hamburger SV steckt noch in der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison 2015/2016. Nachdem der HSV zwei Mal nacheinander jeweils erst knapp in der Relegation den Klassenerhalt geschafft hat, will der Verein zum wiederholten Male einen Neuanfang starten. Wie lief die bisherige Vorbereitung?

Trainingsauftakt und Start in die neue Saison

Nach einer Pause von 28 Tagen im Anschluss an die vergangene Saison hat der Hamburger SV Anfang Juli die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit begonnen, zu diesem Zeitpunkt noch ohne neue Spieler. 19 Spieler, unter ihnen vier Amateure, absolvierten die erste Trainingseinheit neben dem Volksparkstadion unter Aufsicht von Trainer Bruno Labbadia. Die Hamburger Arena hat nach über 14 Jahren seinen alten Namen Volksparkstadion zurück. 2001 wurde das Stadion in AOL-Arena umbenannt, 2007 in HSH-Nordbank-Arena, von 2010 an lautete der Name Imtech-Arena. Investor Klaus-Michael Kühne zahlt 16 Millionen Euro, damit das HSV-Stadion zunächst bis 2019 seinen traditionellen Namen zurückerhält.

Vorbereitung bislang erfolgreich

Im Rahmen der Vorbereitung auf die neue Saison absolviert der HSV zwei Trainingslager, das erste im schweizerischen Graubünden, das zweite findet im ostwestfälischen Harsewinkel statt. Den ersten Test im Anschluss an das erste Trainingslager konnte der Bundesliga-Dino – der HSV ist der letzte Verein, der seit der Gründung der Bundesliga 1963 immer in der höchsten deutschen Spielklasse gespielt hat – erfolgreich gestalten. Der HSV hat den in Mönchengladbach ausgetragenen Telekom-Cup gewonnen, im Finale konnte der FC Augsburg besiegt werden.

Interne Streitigkeiten gehen weiter

Nach der turbulenten letzten Saison, unter anderem mit vier Trainerwechseln, kommt der HSV in der laufenden Vorbereitung nicht vollends zur Ruhe. Der Aktionär Klaus-Michael Kühne bietet den Verkauf sämtlicher Anteile am Verein als Reaktion auf die Kritik von HSVPlus-Initiator Otto Rieckhoff an. Dieser moniert, dass sich der Hamburger SV zu abhängig von Kühne mache.

Eine erfreuliche Nachricht gibt es indes aus dem Bereich Sponsoring zu vermelden. Die Zweigniederlassung Nord der REWE Markt GmbH und der Hamburger SV haben sich auf eine zweijährige Partnerschaft geeinigt. Beide Seiten nennen dieser Quelle zufolge die gemeinsamen Anknüpfungspunkte wie gesunde Ernährung und Sport sowie das Engagement für Familien und Kinder als zentrale Gründe für die Zusammenarbeit. Für die Fans des Hamburger SV, die Entwürfe für das neue Design des HSV-Teambusses einreichen können, bleibt zu hoffen, dass es bis zum Saisonstart und in Zukunft weitere solcher positiven Nachrichten zu berichten gibt.

HSV im Eröffnungsspiel gegen den FC Bayern

Das Spiel des amtierenden Meisters FC Bayern München gegen den Hamburger SV am 14. August 2015 eröffnet die 53. Bundesliga-Saison. Zwei weitere Duelle von Traditionsklubs stehen ebenfalls am ersten Spieltag an: Der 1. FC Köln gastiert in Stuttgart und Werder Bremen empfängt den FC Schalke 04. Zudem steht noch das Duell von Dortmund und Gladbach an und weitere interessante Aufeinandertreffen werden ausgetragen, wie an dieser Stelle nachzulesen ist.

Transfers beim HSV

Neuzugänge – Bisher Verhaltene Transferpolitik

Der Bundesliga-Dino hat kürzlich den schwedischen Nationalspieler Albin Ekdal vom italienischen Erstligisten Cagliari Calcio verpflichtet. Nach Angaben des Tagesspiegels wird der 25-jährige Mittelfeldspieler mit seinen neuen Kollegen ins Trainingslager nach Harsewinkel fahren. Gotoku Sakai wechselt vom VfB Stuttgart an die Elbe. Der 24 Jahre alte japanische Nationalspieler spielt in der Abwehr, die Ablösesumme beträgt rund 700.000 Euro. Neu ist zudem Batuhan Altintas, er kommt für etwa 400.000 Euro vom türkischen Erstligisten Bursaspor. Mohamed Gouaida und Ronny Marcos haben vorher in der zweiten Mannschaft des HSV gekickt, bei zwei weiteren Spielern – Kerim Demirbay (1. FC Kaiserslautern) und Jacques Zoua (Kayseri Erciyesspor) endet jeweils das Ausleihgeschäft.

Neue Chance für Emir Spahic

Der neue Abwehrchef Emir Spahic kommt aus Leverkusen, dort wurde dem Bosnier nach einer Attacke auf einen Ordner im Anschluss an das Spiel im DFB-Pokal gegen Bayern München fristlos gekündigt. Die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verhängte Sperre endete am 12. Juli, in den restlichen Spielen der Vorbereitung will sich Spahic als Führungsspieler präsentieren. Bruno Labbadia plant den Bosnier im Abwehrzentrum einzusetzen, der Routinier soll den jungen Spielern Orientierung geben und ihnen mit seiner Erfahrung helfen.

Marcell Jansen

Marcell Jansen commons.wikimedia.org © Siebrand (CC BY 2.5)

Einige prominente Abgänge

Der HSV hat auch einige Abgänge zu verzeichnen. Wenig überraschend ist der Wechsel von Rafael van der Vaart, er hat einen Dreijahresvertrag bei Betis Sevilla unterschrieben. Der frühere Kapitän der Hamburger erhofft sich von dem Wechsel einen Neuanfang nach einer schwierigen Saison. Die Andalusier müssen für den holländischen Neuzugang keine Ablösesumme zahlen, da sein Vertrag zum Ende der letzten Saison ausgelaufen ist.

Daneben gibt es einige andere bekannte Spieler, die Hamburg verlassen. Maximilian Beister wechselt ablösefrei zum FSV Mainz 05, Valon Behrami schließ sich dem englischen Premier-League-Aufsteiger FC Watford an. Des Weiteren haben Heiko Westermann und Slobodan Rajkovic keinen neuen Vertrag erhalten, sie sind beide noch auf der Suche nach einem neuen Klub.

Jonathan Tah verlässt Hamburg in Richtung Bayer Leverkusen. Der 19 Jahre alte Abwehrspieler reiht sich in die Liste junger HSV-Talente ein, die Leverkusen in den letzten Jahren verpflichtet hat. Hierzu zählen Heung-Min Son, Hakan Calhanoglu und Levin Öztunali, der Enkel von HSV-Legende Uwe-Seeler. Rund sechs Millionen Euro soll der Transfer von Tah in die Kassen der Hamburger spülen. Leihspieler Julian Green geht zum FC Bayern München zurück, zudem wechselt Alexander Brunst zur zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg.

Marcell Jansen – Karriereende mit 29 Jahren

Überraschend ist das Karriereende von Marcell Jansen, der ehemalige deutsche Nationalspieler hört nach 242 Bundesliga- und 45 Länderspielen im Alter von 29 Jahren mit dem professionellen Fußball auf. Jansen will sich der Hamburger Morgenpost zufolge neuen Projekten widmen, darunter seinem Mode-Label, zudem will er ein eigenes Start-up gründen.

Mit seiner Entscheidung folgt Jansen dem Entschluss anderer Spieler, die ebenfalls relativ früh ihre Schuhe an der Nagel gehängt haben. Der ehemalige Bayern-Spieler Tobias Rau (heute 33 Jahre) hat seine Karriere mit 27 Jahren beendet, um ein Lehramtsstudium zu beginnen. Als einen Grund führte der frühere Profi den hohen psychischen Druck im Profigeschäft an. Andreas Hinkel (33 Jahre) entschloss sich mit 30 Jahren aufgrund für ihn sportlich wenig attraktiver Perspektiven zum Rücktritt, Thomas Hitzlsperger (33 Jahre) fasste den Entschluss mit 31 Jahren nach eigenen Angaben als Konsequenz aus vielen Vereinswechseln und einigen Verletzungen. Kurze Zeit nach seinem Rücktritt bekannte er sich öffentlich zu seiner Homosexualität. Diese Spieler haben für sich erkannt, dass es wichtigere Dinge als Fußball gibt.

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