Teamsport: Die Geschichte des Handballs

Handballspiel - Mann wirft BallMännerhandball Bild von Raul Fonseca Cortizo auf Pixabay

Bei dem Handball handelt es sich um eine der beliebtesten Teamsportarten in Deutschland – und das nicht erst, seit das deutsche Handballteam im Jahr 2007 den Weltmeistertitel für sich beanspruchen konnte.

Die Nachfrage im Handballshop nach professioneller Handballausrüstung war schon vorher überaus groß. Doch auf welche Geschichte blickt die beliebte Ballsportart eigentlich zurück? Der folgende Artikel zeigt es.

Handball in der Antike – Harpaston

Spiele, die dem Handball ähnlich sind, wurden bereits im antiken Rom und in Griechenland leidenschaftlich gerne gespielt. Harpaston, welches mit „schnell wegnehmen“ oder „rauben“ zu übersetzen ist, war dabei eine der bekanntesten Aktivitäten. Das Spiel war im Kulturkreis der Römer außerdem unter dem Namen Harpastum bekannt – die Übersetzung dafür lautet „Übungen mit einem kleinem Ball“.

Bei den Römern und Griechen wurde dieses Spiel vor allem bis in das 5. Jahrhundert überaus oft gespielt. Dafür wurden zwei Mannschaften ausgewählt, die aus fünf bis zwölf Spielern bestanden und auf einem Spielfeld in Form eines Rechtecks angeordnet waren. An jedem Ende befand sich eine Linie, hinter die der Ball befördert werden musste. Geworfen oder geschlagen werden durfte der Ball dabei lediglich mit der Hand.

Der Feldhandball

Der deutsche Handball wurde dagegen im Jahr 1915 erfunden. Gespielt wurde das Teamsport-Spiel jedoch bis in die 1970er Jahre vorrangig auf dem Rasen, weshalb Handball auch als Feldhandball bezeichnet wurde. Eine Feldhandball-Bundesliga existierte sogar zwischen 1967 und 1973.

Die Fläche, die für Feldhandball genutzt wurde, entsprach etwa der Größe eines Fußballplatzes. Auch die Regeln des Feldhandballs unterschieden sich von dem heutigen Hallenhandball. Pro Mannschaft traten so zehn Feldspieler plus Torwart an. Der Feldhandball verlief eher passiv und es ist weit weniger trickreich und bei weitem nicht schnell wie Hallenhandball. Dafür sind die Laufwege einfach zu lang.

Teamsport: Handball eine Frau wirft den Ball
Teamsport Frauenhandball Bild von Christoffer Borg Mattisson auf Pixabay

Der Hallenhandball

Die Beliebtheit des Feldhandballs ging gegen Ende der 1960er Jahre langsam, aber stetig zurück. Grund dafür war vor allem die Wetterabhängigkeit des Spiels. Zuerst führten daher die Länder Skandinaviens das Handballspiel in der Halle als Teamsport ein. Der Siegeszug des Hallenhandballs schritt von dort aus kontinuierlich voran und das Spiel breitete sich in der gesamten Welt aus.

Das Handballspiel in der Halle überzeugte außerdem durch den weiteren Vorteil, dass der Boden, auf dem gespielt wurde, eben war. Bis zu dieser Zeit spielten aufgrund der schwierigen Rasenoberfläche viele Mannschaften Feldhandball auch auf Hartplätzen, was jedoch etliche Schürfwunden nach sich zog.

Dadurch, dass das Handballfeld in der Halle wesentlich kleiner ausfiel, wurde das Spiel trickreicher und das Tempo wesentlich erhöht. Auch die Mannschaftsgröße wurde auf lediglich sieben Spieler inklusive des Torwarts reduziert. Angepasst wurde daneben ebenfalls das Regelwerk.

Der Beachhandball

Einer steigenden Beliebtheit erfreut sich seit Mitte der 90er Jahre eine weitere Form des Handballs, nämlich der Beachhandball. Diese Variante des Ballspiels wird auf sandigem Untergrund barfuß ausgeführt.

Vier Spieler kämpfen bei dem Beachhandball in einer Mannschaft, inklusive dem Torhüter. Das Spielfeld fällt wesentlich kleiner als bei dem Hallenhandball aus, denn es misst nur 27 mal 12 Meter.

Abhängig von dem jeweiligen Wurf erhalten die Mannschaften verschiedene Punktzahlen. Ein einfaches Tor bringt so zum Beispiel einen Punkt. Gelingt dagegen einem Schlüsselspieler, beispielsweise dem Torwart, ein Treffer, so bekommt die Mannschaft zwei Punkte. Außerdem wird der Ball nicht geprellt – stattdessen haben die Spieler die Möglichkeit, ihn auf dem Sand zu rollen.

Mit dem SG Flensburg-Handewitt, dem THW Kiel und dem Aufsteiger Handball Sportverein Hamburg spielen in der kommenden Saison 2021/2022 drei Nordverein in der Männer-Handballbundesliga. In der Frauenbundesliga spielen der Buxtehuder SV und Die Luchse von der HL Buchholz 08-Rosengarten in der höchsten Spielklasse.

Print Friendly, PDF & Email