Das neue S-Bahn Hamburg Liniennetz – Alles wird umgewürfelt

Eine Zugrichtungsanzeige im S-Bahnhof Holstenstraße. Angezeigt wird ein Zug der Linie S31Die Hamburger S-Bahnlinie S31wird bald Geschichte sein © Norbert Schmidt

Nein, zufrieden können wir Hamburger mit der S-Bahn leider nicht sein. Dazu gibt viel zu viele Störungen und Verspätungen. Früher war zwar nicht alles besser, aber in der Vergangenheit gab es kaum Probleme mit der robusten Bahntechnik, heute gehören Störungsmeldungen zum Alltag.

Jetzt soll eine Umstrukturierung des S-Bahn Liniennetzes den Betriebsablauf einfacher machen und die Bahnen sollen deutlicher pünktlicher fahren. Das plant der Hamburger Senat zusammen mit den HVV und den Verkehrsunternehmen. Der neue Netzplan soll für eine klarere Linienführung sorgen. Auch weniger Ausfälle sind geplant. Die hängen aber nicht von der Linienführung, sondern von der Betriebs-, Stellwerk- und Zugtechnik ab. Nur mit zuverlässigerer Technik und besserer Wartung lässt sich dieses Problem nachhaltig lösen. Auch bei den S-Bahn Fahrern gibt es Engpässe.

Der Hamburger S-Bahn Linienplan wurde gründlich überarbeitet. Die einzelnen Linien überschneiden sich weniger. Die Nadelöhre Hauptbahnhof und Altona sollen betrieblich entlastet werden. Ab Dezember 2023 soll die S-Bahn dann nach dem neuen Plan verkehren. Die Planer versprechen damit auch stabilere Anschlussverbindungen. Häufig ist die Fahrt an einer S-Bahnhaltestelle nicht zu Ende. Es ist ärgerlich, wenn der Anschlussbus dann bereits abgefahren ist. Denn fast immer warten Busfahrer nicht, bzw. wissen gar nicht, dass der Zug Verspätung hat.

So sieht der neue Hamburger S-Bahn Linienplan aus

Laut Verkehrsbehörde wird das Liniennetz in zwei Schritten neu geordnet. Mit dem Fahrplanwechsel 2023/2024 werden die Linien S1 (Poppenbüttel/Airport – Wedel), S2 (Aumühle – Altona), S3 (Neugraben – Pinneberg) und S5 (Stade – Elbgaustraße). Im zweiten Schritt folgen die neuen Linien S4 und S6. Die Linie S5 wird weiter nach Kaltenkirchen führen.

Netzplan S-Bahn Planung
S-Bahn Hamburg Netz- und Linienplan 2024 Quelle: HVV

Neu ist die Aufteilung in der City.

Durch den Citytunnel werden nur noch die Linien S1 und S3 geführt. Die Verbindungsbahn ist den Linien S2 und S5 vorbehalten. Das soll die betrieblich schwierigen Querrungen reduzieren.

Die Linien S11 geht in der S1 auf. Die S1 wird dann während der Hauptverkehrszeit zwischen Poppenbüttel und Wedel im dichten Fünf-Minuten-Takt verkehren.

Die S21 entfällt und kommt zur S2. Als einzige Linie endet die S2 im Altonaer Bahnhof.

Für die S3 wird Neugraben die End- und Startstation. Stade wird nicht mehr angefahren. Es werden nur noch lange Wagenreihungen eingesetzt. Denn die Linie ist ab Harburg stadteinwärts sehr stark ausgelastet. Die S-Bahn wird tagsüber keine Kurz- sondern nur noch lange Wagenreihungen einsetzen. Fahrgäste in Richtung Stade steigen ab Dezember 2023 in die S5 um.

Geplanter S-Bahnlinienplan ab 2030 in Hamburg
Der Endausbau des S-Bahnnetzes ab 2030 (c) HVV

Die Integration neuer S-Bahn Linien

Laut HVV werden mit dem neuen Linienplan auch die Grundlagen für die Integration der geplanten Linien S4 nach Bad Oldesloe und S6, als dritte Linie nach Harburg, geschaffen. Die S5 soll zukünftig nach Kaltenkirchen verlängert werden. Auch der geplante Hamburg-Takt ließe sich besser mit dem neuen Linienplan verwirklichen.

Eine offene Flanke ist der überfüllte Hamburger Hauptbahnhof. Auch der Altonaer Bahnhof ist ein Engpass. Aber, der Umbau und die Erweiterung des Hauptbahnhofes ist eine überkomplexe Mammutaufgabe und planerisch wie betrieblich äußerst kompliziert. Die Zugtrennung der S1 in Ohlsdorf Richtung Airport soll wohl bestehen bleiben. Das ist nicht nur zeitaufwendig, gerade Auswärtige haben damit so ihre Schwierigkeiten.

Der HVV plant zusammen mit den Verkehrsunternehmen auf eine Million S-Bahn Fahrgäste/Tag zu kommen. Momentan sind es 750.000 Menschen. Aktuell sind 164 S-Bahn Triebzüge im Einsatz. Im Jahr 2030 sollen es 258 sein. Das sind mit 57% mehr. Bis 2030 muss rein rechnerisch jeden Monat ein Zug ausgeliefert bzw. in Betrieb genommen werden.

Das Fazit zu den neuen S-Bahn Netzplan.

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