Lastenbikes sind Trend auf Hamburgs Straßen und das neue Taxi zur Kita

schwarze Lastenbike mit Windschutz aus PVC-KlarsichtUrban Arrow Lastenbike © ganz-hamburg.de

Ob Altona, Eimsbüttel, Ottensen oder Winterhude, das Lastenbike (Cargobike) ist nicht nur bei Hamburger Hipstern ein angesagtes, weil praktisches, Transportmittel geworden. Das Cargobike war früher fast immer für Ladungen aller Art auf kurzer Entfernung zuständig. Seit einigen Jahren sieht man jedoch zunehmend mehr Lastenräder, in denen Kinder einfach und praktisch mitgenommen werden können. Gerade in Städten ist dieses Familienrad oft auch eine Alternative zum Auto geworden.

Das Lastenbike ist ein Verkaufsrenner geworden

Aus dem Lastenesel ist ein Lifestyle-Produkt geworden. Richtig Schub kam in die Marktentwicklung durch den E-Antrieb. Mit Pedelecs-Lastenfahrräder kann man schon einiges an Zuladung (in der Spitze bis 450 kg) transportieren. Ob die Getränkekisten vom Getränkemarkt, Einkäufe vom Wochen-, Super- und Biomarkt oder als Kita-Taxi. Was insbesondere im Fall von Kindern ziemlich bequem ist, denn sie finden auf der Ladefläche gut Platz.

Immer beliebter werden Lastenräder als Pedelecs, denn für den zusätzlichen Lastentransport sollte man, wenn es keine E-Motorunterstützung gibt, über stramme Waden verfügen, besonders wenn Steigungen zu bewältigen sind. Wenn denn einmal das Radschnellnetz in der Metropolregion Hamburg fertiggestellt ist, sind Ausflüge ins Umland per Lasten-Bike auch kein Problem mehr.

Viele steigen vom Fahrrad-Anhänger auf ein Lastenbike um. Obwohl die Cargo-Bike Preise happig sind, 3.500 bis 6.000 Euro für ein Pedelec-Lastenbike sind keine Seltenheit. Manufaktur-Pedelec-Räder kosten in der Spitze schon einmal knapp 9.000 Euro. Zu einem ähnlichen Preis gibt es bei Dacia mit dem Sandero in der Basisversion bereits ein Neuwagen. Das zeigt, welches Preissenkungspotential Fahrradhersteller bei Pedelecs haben oder wie überhöht, da die Herstellungskosten noch zu hoch sind, vielleicht die Preise sind.

Der Fahrrad- und Lastenbike-Mitnahme von Kindern

Nicht nur die Sicherheits- auch die Rechtslage ist beim Transport von Kindern klar, bemerken die Verkehrsexperten vom KRAFTFAHRER-SCHUTZ e.V. (KS): Die Straßenverkehrsordnung ist hier eindeutig: Kinder bis zum 7. Lebensjahr dürfen auf Rädern und Anhängern nur mitgenommen werden, wenn die fahrende Person mindestens 16 Jahre alt ist und eine Kindersitzeinrichtung, die positionsbedingte Verletzungsgefahren ausschließen kann, verwendet wird. Die Straßenverkehrsordnung unterschiedet nicht nach mehrspurigen und einspurigen Modellen oder Anhängern.

„Wir raten auf jeden Fall dazu, dass Kinder auf einem Lastenrad immer mit einem Anschnallsystem gesichert sind und einen Helm tragen.“

Die Verkehrsexperten des KS
Trike Lastenfahrrad mit Kindersitzen und Schutzplane
Vorbildlich: Ein Trike-Lastenbike mit eingebauten Kindersitz und Gurten © Norbert Schmidt

Lange Zeit wurden Kinder auf dem Fahrrad hauptsächlich in einem Kindersitz, der direkt auf dem Rad montiert wird, oder in einem Kinderanhänger mitgenommen. Dann kamen Marken wie u.a. Babboe aus Dänemark, HASE BIKES, Riese & Müller oder Urban Arrow aus den Niederlanden, sie haben die praktischen Cargobikes trotz hoher Preise populär gemacht. Heute gibt es rund 40 Hersteller die Cargobikes bauen. Rund acht von zehn Rädern sind dabei Pedelecs oder S-Pedelecs (bis 45 km/h)

Für die Verwendung von Lastenrädern im Straßenverkehr gibt es keine gesonderten Verkehrsregeln, daher sind die Vorschriften für den Verkehr mit Fahrrädern anzuwenden.“

Die Verkehrsexperten des KS

Ob es nun einspurige oder mehrspurige Lastenräder sind, beide eignen sich gleichgut für die Mitnahme von Kindern. Es wird zwischen den Frontloadern – hier befindet sich die Ladefläche vor dem Fahrer – und den Backpackern – hier befindet sich Ladefläche hinter dem Fahrer – unterschieden. Welche Lösung bevorzugt wird, ist Geschmackssache.

Lastenfbike Mutter mit zwei kleinen Kindern mit Helm
Ein Frontloader Lastenfahrrad mit Kindern (c) Reise & Müller

Lastenbikefahren sollte geübt werden

Grundsätzlich fährt sich eine Lastenbike wie ein normales Rad. Beachten sollte man immer, dass ein beladenes Lastenbike sich anders als ein leeres verhält. Der Bremsweg wird um einiges länger. Der Wendekreis ist wesentlich größer. Deshalb müssen Kurven vorsichtiger und vorausschauender gefahren werden. Auf das Bremssystem sollte man beim Kauf besonders achten. Normale Fahrradbremsen sind, wenn man beladen bergab fährt, unterdimensioniert. Rollenbremsen sind im Flachland ausreichend. Vollbeladen hügelabwärts aber oft schnell an der Leistungsgrenze.

Es ist daher immer empfehlenswert mit dem Lastenrad einige Übungstouren (Kurvenfahrten, Bremsen, Halten, Kantsteine überfahren, Schnellbremsungen) auf weniger belebten Straßen und Velorouten zu machen. Vor allem dabei auch mit Zuladung zu fahren. Auch das Überqueren von Fahrbahnen sollte geübt werden. Achtung, je nach Bauart ragt das Rad weit nach vorn oder ist als Trike wesentlich breiter als ein normales Rad. Egal ob Kinder oder Ladung mit dem Cargo Bike transportiert werden, beides muss gesichert bzw. verrutschfrei gepackt werden.

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