#Vanlife – Viel Platz heißt nicht sicher, sondern birgt auch Gefahren

#vanlife: VW California am Strand mit Paar und Flugdrachen#vanlife: Der VW T6 California am Strand (c) Volkswagen

#Vanlife: Lassen Sie sich nicht täuschen, Größe bringt keine zusätzliche Sicherheit, sondern erfordert Risikobewusstsein, Training und eine defensive vorausschauende Fahrweise.

#Vanlife – Urlaub mit einem Camper oder Wohnmobile sind aktuell der Trend, den Herstellern und Händlern werden die Fahrzeuge fast aus den Händen gerissen und Gebrauchte erzielen hohe Preise. Egal ob man ein Fahrzeug mietet oder kauft, eine Tour mit einem Camper oder Reisemobil macht einfach Spaß. Man hat viel Platz, Snacks und kühle Getränke sind in Griffweite und Pausen einlegen ist bequem. Außerdem, für Outdoor Aktivitäten sind besonders die Camper und Reisemobile ideal, ob es Surfboard, Bike, oder Roller.

Das sind die Sonnenseiten, aber die geräumigen große Fahrzeuge vermitteln bei unerfahrenen Fahrern ein falsches Gefühl von Sicherheit und verführen darüber hinaus auch zur Überbeladung. Das ist gefährlich.

Infografik #Vanlife Risiko Quelle: AXA Versicherung

Die Versicherungsstatistiken der AXA für Camper und Reisemobile zeigen:

  • Sie haben 150% mehr Streifkollisionen
  • Es passieren 33% mehr Unfälle beim Rückwärtsfahren
  • Camper-Fahrer scheuen Vollbremsungen: 44% verzichten auf Rücksicht auf die Ladung auf ein Vollbremsung und gehen damit ein erhöhtes Risiko ein.
  • 30% Beifahrer legen gern einmal die Füße aufs Armaturenbrett. Fatal bei einem Unfall.

„Trotz viel Stauraum verfügen die Fahrzeuge häufig über eine verhältnismäßig geringe Nutzlast. Das kann schon an zusätzlich verbauten Teilen wie der Klimaanlage oder dem Allradantrieb liegen, die nicht nur für mehr Fahrkomfort, sondern auch für mehr Gewicht sorgen. Eine vierköpfige Familie und ihr Reisegepäck erreichen so bereits schnell die Grenze der vorgeschriebenen Maximallast – ohne zusätzliche Campingmaterialien oder Sportgeräte“, 

erklärt Michael Pfäffli, Leiter der Unfallforschung bei AXA in der Schweiz. 
#vanlife ein schwerbeschädigter VW t3 nach einem Unfalltest
Axa Crash Test, den kultigen T3 zerlegt es fast. Das war Stand der Technik vor rund 40 Jahren. Zwei beladene Kleinbusse prallen bei einer Geschwindigkeit von 60kmh frontal ineinander, aufgenommen am Donnerstag, 24. Juni 2021 in Wildhaus. (KEYSTONE/Melanie Duchene).

Camper und Reisemobile basieren auf Nutzfahrzeugen

Eines darf man nicht vergessen. Wohnmobile und Camper basieren auf Transportern und bieten im Vergleich zu PKWs eine wesentlich geringen Insassenschutz. Das haben aktuelle Crash-Tests der AXA gezeigt. Bei einem Frontalcrash eines Campers mit 60 km/h in einen Baum, wird die Fahrgastzelle massiv eingedrückt . Die vorderen Insassen werden dabei schwer verletzt. Wer hinten sitzt, sitzt nicht sicherer und muss auch mit schweren Unfallverletzungen rechnen.

#vanlife VW T6 nach einem Unfall
Axa Crash Test: Der T6 zeigt, die Sicherheitszelle bleibt erhalten. Zwei beladene Kleinbusse prallen bei einer Geschwindigkeit von 60kmh frontal ineinander, aufgenommen am Donnerstag, 24. Juni 2021 in Wildhaus. (KEYSTONE/Melanie Duchene).

Das Sicherheitsniveau bei Vintage Campers ist niedrig. So werden die angesagten VW T3 Camper fast auf Neuwagen-Niveau gehandelt. Der Kult ist nicht nur teuer. Denn, während der ähnlich teure, aber nicht so kultige, VW T6 eine ausreichend große Knautschzone und stabile Fahrgastzelle haben, zerlegt es im direkten Vergleich die nostalgischen charmten Camper geradezu. Das ist die Schafftenseite von #vanlife mit Vintage Campern.

Die dunkle Seite des #vanlife ein Offsetunfall mit einem Wohnmobil
Axa Crash Test, Ein Wohnmobil prallt mit 60 km/h gegen einen Baum. Der ganze Aufbau zerlegt sich. Ob vorn oder hinten das Verletzungsrisiko ist sehr hoch. Aufgenommen am Dienstag, 22. Juni 2021 in Wildhaus. (KEYSTONE/Melanie Duchene).

#vanlife – Sicherheitstipps von den AXA Unfallforschern:

  • Assistenzsysteme verhindern präventiv schwere Unfälle. Sie unterstützen besonders ungeübte und Seltenfahrer von Campern und Wohnmobilen. Achten Sie bei Kauf oder Miete darauf. Das ist sicherheitsrelevant. Sparen Sie lieber an anderen Dingen.
  • Auch wenn die Fahrzeugte oft aus dem Nutzfahrzeugbereich kommen und schwer sind. Die Aufbauten selbst sind leicht und bieten so gut wie keinen Schutz im Vergleich zu einem PKW. Besonders wenn das Basisfahrzeug ein älteres Transportermodell ist.
  • Fahren und Gefahren frühzeitig erkennen und einzuschätzen lernen Sie nur durch Fahrpraxis, sprich Routine,. Auch die Teilnahme an einem Sicherheitstraining z.B. beim ADAC in Embsen bei Lüneburg ist sinnvoll. Deshalb, nicht gleich zu einer großen Europatour ohne Fahrpraxis am ersten Ferientag aufbrechen.
  • Sie bewegen ein leichtes Nutzfahrzeug, das kann so schnell wie ein PKW fahren. Hat aber viel mehr Masse. Deshalb vorausschauend und defensiv Fahren. Im Zweifeln in Baustellen nicht überholen. Vor Kurven abbremsen und Sicherheitsabstände großzügig einhalten.
  • Vintage Camper sind besonders schön, aber ihr Sicherheitsstandard ist wesentlich niedriger. Die Bremswege sind sehr viel länger. Sie fast immer keine Assistenzsysteme. Die Straßenlage ist unausgewogener und ist nicht ansatzweise mit einem modernen PKW zu vergleichbar. Stellen Sie die Fahrweise darauf ein.
  • Es ist banal, viele Schäden, Dellen und Schrammen entstehen beim Rückwärtsfahren sowie durch die falsche Einschätzung des Lichtraumprofils. Deshalb, selbst wenn Sie eine Rückwärtskamera haben: Zurücksetzen nur mit Einweiser. Nehmen Sie sich Zeit. Vermeiden Sie Hektik. Allerdings, die Kommandos müssen klar geregelt sein. Neben dem Ärger, Reparaturen an Aufbauten können schnell teuer werden.

Auf das zulässige Gesamtgewicht und Ladungssicherung achten:

  • Überladen Sie nie das Fahrzeug! Lasten dürfen nicht zu hoch im Fahrzeug angebracht werden. Ein hoher Schwerpunkt bedeutet immer Gefahr. Das Fahrverhalten kann sich an einem Kipppunkt abrupt verändern. Das ist unberechenbar und für Normalfahrer kaum beherrschbar. Deshalb: Alles was schwer ist nach unten.
    Lassen sie ihren Camper oder das Wohnmobil auf einer LKW-Waage z.B. bei HME in der Andreas-Meyer-Str. 39 in Billbrook wiegen. Das geht ruckzuck, ist nicht teuer und Sie sind auf der sicheren Seite, denn Sie bekommen ein Ausdruck.
  • Nicht umsonst ist Ladungssicherung bei Truckern das A&O. Verstauen und fixieren sie alles sicher. Ansonsten verwandeln sich selbst kleine leichte ungesicherte Gegenstände zu Geschossen.

Hier können Sie in Hamburg Camper, Vans und Wohnmobile kaufen und mieten.

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