Wasserstoff-LKW-Roadshow: Der Hyundai Xcient machte letzten Stopp in Hamburg

H2 Green Power & Logistics Roadshow: Hyundai Xcient Fuel Cell Truck © Norbert Schmidt

Wasserstoff LKWs haben das Potential zum King of Road in der Zukunft.

Das große Thema ist die Dekarbonisierung des Straßenverkehrs. Im privaten Personenverkehr sind alle Weichen für E-Mobility gestellt und kann heute schon PKW-seitig als gelöst betrachtet werden. Ein Großteil der Probleme sind nur noch technischer und logistischer Art, wie z.B. die Ladeinfrastruktur, das Verteilnetz und eventuelle Batteriewechselsysteme. Dafür müssen genügend Investitionsmittel, Techniker- und Ingenieurkapazitäten bereit gehalten werden.

Doch beim gewerblichen Gütertransport sieht es anders aus. Hier ist die Batterietechnologie kein tragfähiger Lösungsansatz. Schlichtweg, weil die Batterien viel zu schwer sind und erzielbare Reichweiten zu klein sind. Die Ablösung des Dieselmotors muss anders laufen.

Die H2 Green Power & Logistics Roadshow

Eine Lösung ist der Wasserstoffantrieb mit Brennstoffzellen. Wie, das wurde heute bei winterlichem Wetter beim letzten Stopp der H2 Green Power & Logistics Roadshow, die durch elf Städte in sieben Bundesländern führte, am Alten Hauptzollamt in der Speicherstadt mit dem Hyundai Xcient Fuel Cell LKW eindrucksvoll aufgezeigt. Denn der Hyundai Xcient ist ein wirklich serienmäßig gebauter H2 Truck und keine Vorserien-Bastellösung.

Dr. Ludger Hellenthal (geschäftsführender Gesellschafter der H2 GreenPowerLog) hat auf der Roadshow rund 300 interessierten Unternehmen, Flottenkunden, Entscheidern und Praktikern den Hyundai Xcient H2 Truck vorgestellt. Der mittelständische Wasserstoffpionier aus Münster zeigt damit dem Markt sein komplettes, auf grünem Wasserstoff bestehendes, Ökosystem für Nutzfahrzeugmobilität und stationäre Großkunden. Im gewerblichen schweren Lastverkehr, da wo es um Performance, hohe Leistungung und ausgesprochene Effizenz geht, ist ein Antrieb mit Batterien, die automatisch die Zuladung und damit die Wirtschaftlichkeit mehr als beträchtlich verringern, nach Expertenmeinung nur schwer denkbar.

Problemfeld Güterverkehr

Auch wenn die Politik seit gefühlt 40 Jahren verspricht, den Bahngüterverkehr zu stärken. Die Realität ist definitiv anders. Auf jede Tonne Fracht, die per Bahn transportiert wird, kommen 10 Tonnen Ladung, die per Truck ihren Empfänger erreichen. Die Infrastruktur für den Bahngütertransport schrumpft seit Jahrzehnten in Deutschland.

Auf vielen Bahnstrecken wurde der Güterverkehr eingestellt. Es gibt kaum noch Güterbahnhöfe und Ladegleise. Nur wenige deutsches Gewerbegebiete haben einen Bahnanschluss. Die Anzahl der privaten Gleisanschlüsse sind in 25 Jahren um 80% (!) zurückgegangen. Auf den LKW kann beim Transport und Verteilung von Waren definitiv nicht verzichtet werden. Batterie Leicht-Lieferwagen für die Paketzustellung und Lastenfahrräder in den Innenstädten sind ein nettes Projekt auf der ‘letzten Meile’, aber lösen nur ein Mikro-Problem in den privilegierten schicken Wohlfühl-Wohnquartier eines links-grünen Milieus.

Dabei ist nur das deutsche Transportvolumen auf rund 3,2 Milliarden Tonnen LKW-Fracht gewachsen. Nicht in der Rechnung enthalten ist dabei der Transitverkehr durch Deutschland. Dekarbonisierung im Güterverkehr ist kein Blümchenprojekt, sondern erfordert klare Strategien, langfristiges Denken und verlässliches Handeln. Etwas, was der Politik bekanntermaßen schwer fällt, wie man gerade beim aktuellen Parteien-, Politik- und Staatsversagen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie feststellen konnte.

Grüner Wasserstoff ist die Basis für die dekarbonisierten Güterverkehr

Hellenthal zieht als Fazit aus der Roadshow, „dass Bereitschaft und Fähigkeit vorhanden sind, den Schwertransport auf grünen Wasserstoff umzustellen und Mobilität zu dekarbonisieren.“ H2 GreenPowerLog wird zur CO2-freien Nutzfahrzeug-Logistik H2-Trucks von Hyundai im pay per use-Modell oder im Einkaufsverbund und den grünen
Wasserstoff zur Verfügung stellen.

Staatliche Förderprogramme gleichen einen Teil der noch entstehenden Mehrkosten aus. Es darf nicht vergessen werden, dass heute die LKW-Dieselmotoren nicht nur hocheffizient sind. Bei den LKWs gab es keine Dieselskandale, die Normen wurden ohne Herstellertricksereien eingehalten.

„Angesichts der größten Umstellung unserer Industrie auf nicht fossile Brennstoffe, kann man den Verkehrssektor nicht aussparen. Auch hier brauchen wir LKW, die nicht mit Diesel betrieben werden. Insofern ist Wasserstoff eine gute Alternative. Der Hamburger Hafen ist auf so eine Alternative insbesondere im Kurzstrecken- und Regionalverkehr angewiesen.“

Ingo Egloff, Vorstand des Hafen Hamburg Marketing e. V.

Der Hyundai H2 Truck

Hyundai spielt in europäischen Truck-Markt bisher eigentlich keine Rolle. Doch mit dem absehbaren Ende des Dieselmotors als Antrieb könnten die Markanteile neu gemischt werden. Schon im letzten Jahr wurde der H2 Hyundai-LKW in der Schweiz eingeführt und hat sich im Betrieb bewährt. 46 H2 Trucks, die im Verteilverkehr u.a. von Migros und der COOP Schweiz eingesetzt werden, haben bereits ohne Probleme und Störungen eine Fahrleistung von 2,5 Millionen Kilometern erbracht. Wie man hört, fahren die Schweizer Trucker gern mit H2 Truck: Er fährt sich gut, keine Vibrationen, genügend Power auch am Berg und schnelles Tanken.

Jetzt soll Deutschland als wesentlich größerer Markt folgen. Allerdings, ehrgeizige Volumenziele können nur erreicht werden, wenn es eine leistungsfähige Wasserstoffwirtschaft, -Infrastruktur und H2 Tankstellenabdeckung gibt.

Der Hyundai H2 Truck wird von einem neuen Brennstoffzellen-Antriebssystem mit 190 kW, bei dem zwei parallel geschaltete 95-kW-Stacks zum Einsatz kommen angetrieben. In 7 Hochdruck-Wasserstofftanks können knapp 32 kg flüssiger Wasserstoff gespeichert werden.

Auf 100 Kilometer verbraucht er kombiniert kombiniert 840 g flüssigen Wasserstoff. Damit kann der Truck beladen rund 400 Kilometer fahren. Zum Vergleich: Ein Diesel LKW schafft je nach Tankkapazität locker 800 – 2.000 km Reichweite. Für das H2 Tanken werden 8 – 20 Minuten Zeit benötigt.

Hyundai Nexo bei Nacht
Ein Hyundai Nexo bei Nacht fährt zu einer H2 Tankstelle von Airliquide (c) Hyundai

Mit dem Nexo bietet Hyundai auch einen H2 PKW an. Fact am Rande: der H2 Truck wird von einem doppelten Brennstoffzellenblock aus dem Nexo angetrieben. Auch so schafft man kostensenkende Skaleneffekte.

Über Wasserstoff

Das faszinierende an Wasserstoff ist, dass bei der Verbrennung oder in Brennstoffzelle nur Wasser als Endprodukt entsteht. Es gibt kein CO²-Problem, wenn der Wasserstoff mit regenierenbaren Energiequellen erzeugt wird. Wir Hamburger kennen Wasserstoff als Antrieb noch von vier Bussen der Hamburger Hochbahn, die zwischen 2012 und 2019 im Testbetrieb waren. Markant waren die Wasserdampfschwaden an kalten Tagen.

Wasserstoffbus an Wasserstoff Tankstelle
Ein Wasserstoffbus der Hamburger Hochbahn an der H2 Tankstelle HafenCity Foto: HHA / Marc-Oliver Schulz

Wenn Wasserstoff verbrennt entsteht simples H₂O – sprich Wasser. Das ist so sauber, dass Ludger Hellenthal ein Becher aus dem Hyundai am Ende der Wasserstoff-Truck Roadshow vor dem Publikum in Hamburg austrank.

Noch ist das Tankstellennetz dünn. In Deutschland gibt es aktuell 91 öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen und 15 weitere sind im Bau. Hamburg punktet hier als Wasserstoffhauptstadt mit vier H2-Tankstellen: HafenCity, Harburg Großmoorbogen, Bramfeld und beim Hamburger Flughafen.

H2 GREEN POWER & LOGISTICS – Grüner Wasserstoff auf Straße, Schiene, Schiff und per Pipeline

Die H2 GreenPowerLog vertreibt über seine Vertriebstochter H2 Delivery quattromodal per Straße, Schiene, Pipeline und Binnenschifffahrt grünen Wasserstoff aus hauseigenem Grünstrom, der mit Photovoltaik, Windkraft und Biomasse für die H2 Elektrolyse erzeugt wird. Mehr Infos unter www.h2greenpowerlog.de


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