Im Gespräch: Carolin Cords

Carolin Cords Leiterin Ronald McDonald Haus Eppendorf

Alles neu macht der Mai! Am 6. Mai bittet Carolin Cords in das Ronald McDonald Haus Eppendorf zum Jahresempfang. Die Hamburger PR-Managerin und Fundraiserin arbeit seit sechs Jahren im Non-Profit-Bereich und leitet das Ronald McDonald Haus Hamburg-Eppendorf, das zur bundesweiten McDonald’s Kinderhilfestiftung gehört. Davor war sie über zehn Jahre im Medienbereich (u.a. NDR) tätig. Zu ihren Aufgaben gehören aber nicht nur die Betreuung und Kontaktpflege zu Spendern, sondern auch die Leitung des haupt- und ehrenamtlichen Teams und die Betreuung der in der Einrichtung wohnenden Familien schwer kranker Kinder.

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche auf Ihrem „Chefsessel“?

Jede Menge, aber selten länger als 30 Minuten im Stück. Denn als Leiterin des Ronald McDonald Hauses, einem Zuhause für Familien schwer kranker Kinder, gibt es auch an anderer Stelle immer etwas zu tun: Besucher durch das Haus führen, Kontakte zu Spendern pflegen, Familien begrüßen, den Milchtank der Kaffeemaschine auffüllen usw. Zeit für neue Ideen und spannende Konzepte bleibt da nur in den frühen Morgenstunden.

„Arbeitstabu“ haben sie zu welchen Zeiten?

Mein Biorhythmus gibt hier den Takt vor, ich bin ein absoluter Morgenmensch (siehe oben). Abends bin ich häufig und gerne auf Veranstaltungen, um zu Netzwerken und um neue Menschen für die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung zu begeistern. Wenn dann noch Zeit bleibt, denke ich eher weniger an meinen Job. Aber hat man nicht eigentlich die besten Ideen, wenn man gerade nicht daran denkt?

Wollten Sie schon immer das werden, was Sie jetzt sind?

Ich habe mehr als zehn Jahre in der Medienbranche im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet und war zuletzt Pressesprecherin einer kleinen Filmproduktionsfirma. Dann bin ich in den Non-Profit-Sektor gewechselt, weil ich mich der Part des Fundraisings, des Spendensammelns, gereizt hat. Man wird dabei zu einer Art Glücksbote. Denn man tut nicht nur etwas Gutes, sondern hilft Menschen – Spendern – auch dabei sich glücklich zu fühlen, in dem sie für andere etwas Gutes tun.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an junge Frauen, wenn sie ins Berufsleben starten?

Offen sein und erst einmal jede Menge auszuprobieren. Wer gleich in seinem ersten Job hängen bleibt, verpasst die große Chance unterschiedliche Arbeitsstile, Unternehmensphilosophien, Menschen und Persönlichkeiten kennenzulernen. Erst auf dieser Basis kann man langsam herausfinden, was man wirklich will und wo und in welchem Bereich man auch wirklich gut ist.

Handtasche Carolin Cords

Handtasche Carolin Cords

Was finden wir in Ihrer Schreibtischschublade, Handtasche oder Businesstasche?
– Hand aufs Herz – was ist eigentlich überflüssig, aber muss einfach immer dabei sein?

Die Zeilen hier werden kaum ausreichen um den Inhalt meiner Handtasche (XXL) wiederzugeben. Deswegen ist auch nichts davon überflüssig. Im Moment dabei: Sonnenbrille, Handy, Terminkalender, Notfalltäschchen, Nasenspray und kleinen Super-Spender-Goody, den ich im Moment persönlich an unsere Großspender verschenke.

Wenn Sie ein Bewerbungsgespräch führen, was ist für sie ein generelles Ausschlusskriterium?

Ein solches Gespräch geht schnell zu Ende, wenn ich das Gefühl habe, dass sich jemand fast gar nicht mit seinem zukünftigen Arbeitsplatz auseinandergesetzt hat. Absoluter Pluspunkte sind ein offenes, selbstbewusstes Auftreten und eine Portion Humor.

Welche Berufe sind unterbezahlt?

Eigentlich alle Berufe, in denen heutzutage im 21. Jahrhundert, Frauen noch 20 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Arbeitskollegen.

Erfolg setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Welchen Rat würden Sie geben, um dorthin zu kommen, wo man hin will?

Zum großen Teil sind es wirklich die Klassiker: Verantwortungsgefühl, Fleiß, Disziplin und die Fähigkeit auch bei Schwierigkeiten und Widerständen eine Sache bis zum Ende durchzuziehen. Gleichzeitig sollte man sich nicht verzetteln und seine eigenen Ziele keinesfalls aus den Augen verlieren. Wichtig finde ich auch die Wertschätzung für die Leistung anderer und die Fähigkeit auch einmal über sich selbst lachen zu können. Eigentlich ist das der größte Erfolgsfaktor.

Für wie wichtig halten Sie “Networking“ unter Frauen? Und warum?

Ganz, ganz wichtig, obgleich ich beim Netzwerken mit Frauen und Männern keinen Unterschied machen würde. Es bringt einfach Spaß neue Leute kennenzulernen, Menschen miteinander zu vernetzen, auch wenn man selbst manchmal im ersten Schritt gar nichts direkt davon hat. Aber irgendwann kommt immer etwas zurück, meistens ganz unerwartet. Kurzum, „Networking“ lohnt immer.

„Geld allein macht nicht glücklich“? Wie wichtig ist Wertschätzung für Sie im Berufsleben?

Ganz wichtig. Gott sei Dank habe ich derzeit das große Glück in einem Job zu arbeiten, bei dem ich ganz nah dran bin an denjenigen, für die ich die Spendentrommel rühre. Wenn man erlebt, wie dankbar Menschen sind, wenn sie spüren, dass ihnen geholfen wird, fällt es auch leicht selbst immer wieder neu zu geben.

Spielt „social media“ in Ihrem Leben eine Rolle?

Wird immer wichtiger. Privat darf man nur nicht verlernen, das Handy auch einmal beiseite zu legen.

Was muss in Hamburg anders/geändert sein/werden?

Alles das, was uns noch daran hindern könnte, den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2024 zu erhalten!

Was ist IHR Wunschprojekt für 2015?

Ich wünsche mir, dass es mir und meinem Team vom Ronald McDonald Haus Hamburg-Eppendorf gelingt, für alle unsere 14 Familienapartments Menschen oder Unternehmen zu finden, die Lust haben eine Patenschaft zu übernehmen. Als Apartment-Pate tut man wirklich jede Menge Gutes und unterstützt direkt Familien, die sich in einer absoluten Ausnahmesituation befinden. Mehr Infos: www.mcdonalds-kinderhilfe.org.

Elbe oder Alster?

Ganz klar, die Elbe. Gern auch schon um halb sieben Uhr morgens bei der morgendlichen Laufrunde.

Hamburg im Mai, Carolin Cords

www.mcdonalds-kinderhilfe.org/was-wir-machen/ronald-mcdonald-haeuser/hamburg/unser-haus/
Wer mehr über die Arbeit der Stiftung erfahren möchte, ist herzlich eingeladen sich direkt vor Ort zu informieren. Kontakt: Carolin Cords carolin.cords@mdk.org

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