Im Gespräch: Christin Siegemund, Foodlab Hamburg

Christin Siegemund Foodlab Hamburg

Sie liebt Hamburg und das Essen. Ist Zwillingsmädelmama, bekannte Bloggerin, Marketing-Expertin und jetzt Founderin und CEO vom foodlab, das im Juli 2020 in der Hamburger Hafencity eröffnet hat. Die 39jährige Christin Siegemund bezeichnet sich selber als waschechte Hamburger Deern und hat ihre Gründungsidee daher auch in der heimlichen Food-Hauptstadt Hamburg umgesetzt. Foodlab – ein Ort für Foodies mit Coworking Space, verschiedenen Küchen zum Testen, Produzieren und Fermentieren, einem Popup Restaurant, in dem alle vier Wochen das Konzept wechselt, einem Café und einem Media- & Eventstudio. Eine einzigartige Idee auf einer 1200 Quadratmeter großen Fläche, in der Christin Siegemund gerade ihre meiste Zeit verbringt. Langfristig soll sich das wieder ändern und heute ist sie die Unternehmerin erstmal im Gespräch bei ‘Hamburgs Ganze Frauen‘:

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche „mit Ihrer Arbeit“/an Ihrem Schreibtisch/Arbeitsplatz?

Zurzeit: zu viel. Was aber daran liegt, dass ich das foodlab gerade erst eröffnet habe. Langfristig möchte ich auf einen 30-Stunden-Job hinarbeiten.

 „Arbeitstabu“ haben sie zu welchen Zeiten?

Am Wochenende.

Wollten Sie schon immer das werden, was Sie jetzt sind?  

Nein, ich glaube, diesen Job gab es auch noch nie vorher. Aber ich könnte sagen, dass dieser Job so ziemlich alles vereint. PS. Eigentlich wollte ich immer Schriftstellerin werden…

Sitzen Sie wg der Corona-Pandemie gerade im Homeoffice?

Nein. Ich sitze in meinem Coworking Space des foodlab.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an junge Frauen, wenn sie ins Berufsleben starten?

Netzwerken, sich austauschen, sich Zeit nehmen um herauszufinden, wofür man wirklich brennt.

Was finden wir in Ihrer Handtasche?

Laptop, Notizbuch, Schüssel, Geldbörse, Lippenstift, Stift, Notfall-Beutel, Kaugummis…

Handtascheninhalt von Christin Siegemund

Erfolg setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Welchen Rat würden Sie geben, um dorthin zu kommen, wo man hinwill?

Leidenschaft für das, was man tut, sonst wartet man nur auf den Feierabend. Und ein nettes Umfeld. Wenn das nicht passt, kann einem das den schönsten Job vermiesen.

Für wie wichtig halten Sie “Networking“? Und warum?

Früher war mir Netzwerken sehr suspekt, was aber auch daran lag, dass ich nichts zu erzählen hatte, für nichts gebrannt habe. Seitdem ich mein eigenes Unternehmen betreibe, habe ich quasi einen offiziellen Grund und zum Glück ist das foodlab auch so unique, dass es ein gutes Thema ist. Aber: Netzwerken ist wichtig! Kontakte schaden niemanden.

Was halten Sie von Challenges wie #womensupportwomen #challengeaccepted die gerade mit s/w-Frauenporträt-Foto viral auf Instagram präsent sind?

Ich bin Zwiegestalten. Meistens mache ich bei solchen Aktionen nicht mit, schon gar nicht, wenn es an irgendwelche Bedingungen geknüpft ist. Und wenn es die Masse macht, gehen die Posts leider unter. Viel mehr Spaß habe ich daran, einfach aus dem Nichts heraus Frauen vorzustellen, die meiner Meinung nach Aufmerksamkeit verdient haben.

Welche Frauen/Menschen begeistern Sie?

Menschen, die ihren Weg gehen. Völlig egal, ob er allgemein als erfolgreich oder nicht angesehen wird. Da stellt sich mir immer die Frage: Was bitteschön, ist denn Erfolg?

 „Geld allein macht nicht glücklich“? Wie wichtig ist Wertschätzung für Sie im Berufsleben?

Für mich stimmt dieser Satz.  Geld kann natürlich viele einfacher machen, aber glücklich macht mich ein guter Zusammenhalt, wenn ich etwas bewegen kann und ich unterstützen kann.

Spielt Social Media in Ihrem Leben eine Rolle?

Für mein Unternehmen ist Social Media wichtig. Wir beantworten darüber (Service)Fragen, teilen News mit und geben ein Einblick „hinter die Kulissen“.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Ihre Tätigkeit ausgewirkt und was sind die Aussichten?

Corona hat Themen aufgeworfen, mit denen wir uns im foodlab ohnehin schon beschäftigen. Daher gab es für uns keine großen Auswirkungen, außer, dass wir nicht mit der geplanten Bestuhlung starten konnten.

Was ist IHR Wunschprojekt/Ziel für 2020/21

Zeit zu haben, Struktur und Routine in den Abläufen zu haben, damit wir für die ohnehin schon schnellen Themen eine gute Vorbereitung haben können.

Sie haben Freunde zu Besuch, das erste Mal in Hamburg. Wo gehen Sie mit ihnen hin?

Natürlich ins foodlab 🙂

Welche Fragen hätten wir noch stellen sollen??

Darf ich auch ins foodlab kommen, wenn ich nichts mit Food zu tun habe und einfach nur gerne esse: JA!

Elbe oder Alster?

Morgens Elbe, abends Alster. Ich habe das Glück, beides vor der Tür zu haben.

Hamburg im August 2020

** Christin Siegemund

www.foodlab.hamburg

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