Im Gespräch: Flavia Fauth

Flavia Fauth Portät

Anfang 2014 übernahm die ehemalige PR-Frau und Moderedakteurin den exklusiven Second Hand Store “Zweite Liebe” in Hamburg Uhlenhorst von seiner Vorbesitzerin. Sie brachte nicht nur Farbe ins Sortiment, sondern erweiterte auch die Auswahl an Größen.

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche auf Ihrem „Chefsessel“ (Alternativ Bürostuhl)

Zwischen 45 und 50 Stunden.

„Arbeitstabu“ haben sie zu welchen Zeiten?

Ich persönlich habe eigentlich gar kein Arbeitstabu, gesetzlich darf ich mein Geschäft aber sonntags nicht öffnen. Obwohl ich es gerne tun würde 😉

Wollten Sie schon immer das werden, was Sie jetzt sind?

Klares nein! Dass ich mal ein Einzelhandelsgeschäft haben werde, habe ich noch nicht mal vor zwei Jahren in Erwägung gezogen. Jetzt ist es für mich aber der schönste Beruf der Welt 😉

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an junge Frauen, wenn sie ins Berufsleben starten?

Hört in erster Linie auf euch selbst! Ihr kennt Euch und Eure Fähigkeiten am besten. Seid mutig und wagt auch Umwege, um zu Eurem beruflichen Ziel zu gelangen!

Die Handtasche von Flavia Fauth

Die Handtasche von Flavia Fauth

Was finden wir in Ihrer Schreibtischschublade, Handtasche oder Businesstasche?

OMG das reinste Chaos ist in meiner Handtasche! Angefangen von EC und Kreditkarten, Berge von Kleingeld, Doggybags, Hundeleckerlies, Teile meiner Buchhaltung, Deo, Handcreme, Kopfschmerztabletten, Kugelschreiber, Smartphone, Kaugummi und endet bei Socken. Ich habe immer so kalte Füße 😉

Hand aufs Herz – was ist eigentlich überflüssig, aber muss einfach immer dabei sein?

Lippenstift! Immer dabei, aber nie genutzt.

Wenn Sie ein Bewerbungsgespräch führen, was ist für sie ein generelles Ausschlusskriterium?

Schwer zu sagen! Grundsätzlich keine abgeschlossene Berufsausbildung. Selbst wenn man nicht mehr in seinem erlernten Beruf arbeiten möchte, halte ich einen Berufsabschluss für wichtig. Ein Bewerber, der sich überhaupt nicht mit meinem Geschäft und den Zusammenhängen damit beschäftigt hat, hat ebenfalls schlechte Karten. Und schlechte Umgangsformen sind ein klares K.O. Kriterium.

Welche Berufe sind unterbezahlt?

Soziale Berufe! Angefangen bei der Arzthelferin bis zur Erzieherin. An diese Berufe werden hohe Anforderungen gestellt, geistig wie körperlich, aber in den Gehältern wird das nicht berücksichtigt. Das muss sich ändern!

Erfolg setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Welchen Rat würden Sie geben, um dorthin zu kommen, wo man hin will?

Erfolg definiert jeder anders, von daher ist es nicht einfach, etwas allgemein Gültiges zu sagen. Wichtig glaube ich, ist, dass man immer an sich selbst glaubt, sich von Niederlagen nicht abschrecken lässt und wieder aufsteht. An Erfolg muss man arbeiten und oft auch ungewöhnliche Wege gehen, um da hinzukommen, wo man hin möchte. Ich selbst habe keinen geraden Lebenslauf, habe mir meine „Karriere“ hart erarbeitet und bin heute da, wo ich sein möchte.

Für wie wichtig halten Sie “Networking“ unter Frauen? Und warum?

Ohne „Networking“ läuft heute wenig. Sei es in der Kundengewinnung, aber auch einfach im Brainstormen mit anderen. Ich würde das auch nicht nur auf Frauen beschränken. Ein Networking unter Frauen unterscheidet sich aber meiner Meinung nach insofern von Networking mit Männern, als dass auch emotionale Aspekte eine Rolle spielen. Die sind mir persönlich sehr wichtig.

„Geld allein macht nicht glücklich“? Wie wichtig ist Wertschätzung für Sie im Berufsleben?

Sie ist sehr wichtig! Als Dienstleister versucht man alles, um seine Kunden glücklich zu machen und da kann es schon bitter sein, wenn die eigene Arbeit so überhaupt nicht wertgeschätzt wird. Bevor ich selbst ein Geschäft hatte, habe ich mir nie wirklich Gedanken über all die Verkäuferinnen und Kassiererinnen in Geschäften gemacht. Heute weiß ich, was die für einen harten Job habe und es gehört viel mentale Stärke dazu, am Abend immer noch zu lächeln und freundlich zu sein. Denn gerade diese Berufe bekommen selten mal ein freundliches Wort zu hören, oft gibt es noch nicht mal ein Guten Tag oder Auf Wiedersehen, von Bitte und Danke ganz zu schweigen.

Spielt „social media“ in Ihrem Leben eine Rolle?

Ich lebe quasi im Social Media 😉 Da ich ursprünglich aus dem Journalismus komme, hat das Internet immer schon eine große Rolle in meinem Leben gespielt. Und jetzt als Ladeninhaberin ebenfalls für PR-Zwecke. Eine sehr gute Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und mit seinen Kunden ins Gespräch zu kommen.

Was muss in Hamburg anders/geändert sein/werden?

Hamburg ist für mich die schönste Stadt Deutschlands, verkommt aber leider gerade zur größten Spießbürgergesellschaft der Nation. Hamburger fühlen sich von allem und jedem belästigt, alles soll verboten werden, Egoismus schlägt Toleranz. Und all das wird politisch von SPD und Grünen unterstützt und gefördert. Das muss sich ändern, damit die Millionenmetropole lebens- und liebenswert bleibt!

Was ist IHR Wunschprojekt für 2015?

Als bekennende faule Nuss in sportlichen Angelegenheiten steht Sport auf dem Programm. 😉

Elbe oder Alster?

Beides! Ich lebe an der Alster, liebe die Alsterperle, aber mit meinem Hund fahre ich lieber raus an die Elbe.

Flavia Fauth

im Mai

Weitere Informationen zu ihrem Second Hand Store „Zweite Liebe“ findet ihr unter: www.zweiteliebe-hamburg.de

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