Im Gespräch: Larissa Peters

Larissa Peters vom Start-up Vantopia

Die Hamburgerin Larissa Peters (31) hat ihren Traum zum Beruf gemacht. Sie ist Co-Gründerin und Geschäftsführerin vom Start-up VANTOPIA Lifestyle Campervermietung. Ihr beruflicher Schwerpunkt lag eigentlich im Marketing, aber als Gründerin einer kleinen Firma ist sie jetzt hauptsächlich Mädchen für alles. Mit Vantopia hat sie ihre Leidenschaft fürs Camping und für das „Gastgeberin sein“ zum Beruf gemacht, um möglichst viele Menschen für die großartige Reiseform Camping zu begeistern.

Seit 2019 ist sie mit ihrem Partner Bastian Gambler in der wachsenden Branche aktiv und vermietet individuelle Caravans. Langfristig soll Vantopia auch noch weiter ausgebaut werden, aktuell werden auch einige Camper bereits zum Verkauf angeboten. Larissa Peters, gebürtig in Wiesbaden, ist in Hamburg aufgewachsen, hat an der HSBA studiert, war auf Weltreise und ist und bleibt in Hamburg, „weil es einfach die schönste Stadt Deutschlands ist“. Bevor sie wieder auf Camper-Tour geht, ist die Start-up-Gründerin heute erstmal im Gespräch bei ‚Hamburgs Ganze Frauen‘:

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche „mit Ihrer Arbeit“/an Ihrem Schreibtisch/Arbeitsplatz?

Im Schnitt verbringe ich ca. 50 bis 60 Stunden in der Woche mit meiner Arbeit bei Vantopia.

 „Arbeitstabu“ haben sie zu welchen Zeiten?

Wenn ich mit unserem Hund draußen bin. Das sind meine Momente, in denen ich abschalten und herunterfahren kann.

Wollten Sie schon immer das werden, was Sie jetzt sind?

Nein, früher wollte ich unbedingt eine Management-Position im Marketing haben, bis ich gemerkt habe, dass das Berufsleben im Konzern gar nichts für mich ist. Man arbeitet sehr fremdbestimmt und kann seine eigenen Vorstellungen kaum verfolgen.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an Frauen, wenn sie ins Berufsleben starten?

Man sollte sich nicht zu sehr von etablierten Rollenbilder beeinflussen lassen, sondern ausreichend Zeit nehmen, herauszufinden, was man selbst wirklich will. Und wenn man dann etwas mit voller Leidenschaft tut, kommt der Erfolg (fast) von ganz allein.

Was finden wir in Ihrer Handtasche?

Neben den Klassikern wie Portemonnaie, Sonnenbrille & Schlüssel, habe ich immer mein Notizheft, einen veganen und gesunden Snack und Handcreme sowie Lippenpflege dabei.

Immer dabei: der Rucksack von Larissa Peters
Immer dabei: der Rucksack von Larissa Peters

Erfolg setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Welchen Rat würden Sie geben, um dorthin zu kommen, wo man hinwill?

Das ist zwar leichter gesagt als getan, aber vor allem sollte man sich nicht unterkriegen lassen – egal wie viele Steine einem in den Weg gelegt werden und wie viele Leute einem sagen, dass man es nicht schaffen kann. Immer an seine Idee glauben, aber nicht an jedem letzten Detail festklammern, sondern auch Ratschläge annehmen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.

Für wie wichtig halten Sie “Networking“? Und warum?

Ich denke, das kommt ganz auf die Branche, die Geschäftsidee und das Finanzierungskonzept an. Schaden kann Networking natürlich nie, aber ich selbst zum Beispiel bin darin ganz schlecht, habe aber auch mit meinem kleinen Netzwerk erfolgreich gegründet.

Welche Frauen/Menschen begeistern Sie?

Generell alle Menschen, die sich für ihre Sachen einsetzen und stark machen und davon gibt es zum Glück sehr, sehr viele. Wenn ich aber eine Person aussuchen müsste, wäre es aktuell tatsächlich Greta Thunberg, weil sie trotz ihres jungen Alters, der vielen Kritik und recht wenig wirklich weitreichender politischer Erfolge so sehr für ihre Ziele einsteht und sie hartnäckig verfolgt.

 „Geld allein macht nicht glücklich“? Wie wichtig ist Wertschätzung für Sie im Berufsleben?

Der Faktor Geld hat bei der Entscheidung zu der Gründung tatsächlich gar keine Rolle gespielt. Viel wichtiger ist mir, etwas zu tun, hinter dem ich zu einhundert Prozent stehe und mit dem ich anderen etwas Gutes tun kann. Die Wertschätzung unserer Kunden macht mich daher sehr glücklich und gibt mir immer wieder Kraft und Motivation, auch anstrengende Phasen gut durchzustehen.

Was ist ihr bisher größter Erfolg?

Ich würde sagen, das große Ganze. Ich bin sehr stolz darauf, gemeinsam mit meinem Partner Bastian Gembler eine Firma und Marke geschaffen zu haben, die funktioniert und unsere Kunden*innen glücklich macht. Wir haben inzwischen 32 Fahrzeuge in der Flotte und konnten seit der Gründung schon über 300 zufriedene Kunden auf die Reise schicken.

Im Camper von Vantopia Richtung Meer

Welche Kanäle im Bereich Social Media sind wichtig für das Berufsleben?

Social Media ist heutzutage für die allermeisten Gründer*innen ein essenzielles Hilfsmittel, um sich und sein Angebot bekannt zu machen und zu positionieren. Insbesondere unser Thema ist omnipräsent in den sozialen Netzwerken – Stichwort #Vanlife – was es teilweise schwer macht, aus der Masse der Beiträge herauszustechen. Außerdem ist es leider ein Thema, welches bei uns schnell mal hintenüberfällt.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Ihre Tätigkeit ausgewirkt und was sind die Aussichten?

Auf unseren täglichen Arbeitsalltag hat die Pandemie relativ wenig Auswirkung. Im letzten Jahr ging die Camping-Saison zwar verspätet los, was auch bei uns zu Umsatzeinbußen geführt hat, aber den Sommer über durfte zu unserem Glück mehr oder weniger frei gereist werden. Die zweite Welle kam dann erst so richtig, als die Saison mehr oder weniger schon vorbei war. Trotzdem hat uns das Thema natürlich stark beschäftigt und das tut es auch immer noch. Die Unsicherheit, wann es nun wie weitergeht oder wann die Lockerungen wieder zurückgenommen werden, ist schon belastend. Mittelfristig erwarten wir aber einen durch Corona noch stärker befeuerten Boom rund um den gesamten Camping-Bereich.

Was ist IHR Wunschprojekt/Ziel für 2021/22?

Wir wollen für die Saison 2022 ein neues Modell entwickeln, darauf freue ich mich jetzt schon sehr.

Welche Fragen hätten wir noch stellen sollen?

Vielleicht, was meine bisher größte Herausforderung seit der Gründung war. Meine Antwort würde lauten: Die dauerhafte Herausforderung, sich trotz „selbst und ständig“ als Gründerin noch genug Zeit zu verschaffen, die man mit Dingen außerhalb der Firma verbringen kann – Stichwort Work-Life-Balance.

Elbe oder Alster?

Auf jeden Fall Elbe, gerne auch eher weiter draußen, wo sich weniger Hamburger*innen hin verirren.

Hamburg im April 2021

Larissa Peters

Link zur Website: Miete deinen Traum-Camper in Hamburg! | VANTOPIA Social-Media-Kanäle: VANTOPIA Campervermietung (@vantopia_hh) • Instagram-Fotos und -Videos

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