Pirates of Pop auf der Leinwand: Stars – oder Leute wie du und ich

Michael Habbel für der Popstreet GalerieMichael Habel alias MicArt63 vor der Popstreet.shop Galerie. Foto: Cyrh Rhida

Kunstszene Hamburg: MicArt63 alias Michael Habel gefällt die Doppelrolle als Künstler und Galerist.

Künstler gelten im Allgemeinen als kreative Menschen, die immer tolle Einfälle haben, diese auch ästhetisch umsetzen können, aber für profane Tätigkeiten wie die Organisation und Leitung eines kleinen Unternehmens einfach nicht die erforderliche Disziplin besitzen. Nun, egal wie wahr dieses Klischee ist oder nicht, im Falle des Hamburger Künstlers MicArt63 muss die berühmte Ausnahme von der Regel konstatiert werden. Er erschafft nicht nur sehenswerte, in verschiedenen zeitgenössischen Kunstrichtungen gehaltene Werke, sondern leitet auch seit fünf Jahren gemeinsam mit seinem Compagnon Stephan Krüll erfolgreich die Galerie Popstreet.shop (über deren neulich erfolgten Umzug in größere Räumlichkeiten berichtete ganz-hamburg.de erst vor wenigen Wochen).

Bitte beachten: ganz-hamburg.de verlost ein Original-Kunstwerk von MicArt63 im Wert von 250 Euro. Näheres dazu weiter unten im Artikel.

Erste künstlerische Aktivitäten und Ausstellungen

Angefangen hatte Habels Faszination für schöpferische Tätigkeiten wie fast wie immer bei Künstlern bereits in der Jugend. Doch zunächst tat er sich der Welt mit Kurzgeschichten kund, wechselte dann mit 18 zur bildenden Kunst, sprühte erstmal kleine Bilder auf Zeichenpapier – die dann auch prompt ausgestellt wurden. Sieben Jahre später war dann ein weiterer Meilenstein in der Kunstvita fällig: MicArt63, wie er sich inzwischen als Künstler nennt (Kürzel aus „Michael“, „Art“ und seinem Geburtsjahr 1963), schnappte sich eine Fotokamera und begann, Porträts mit Pyrotechnik abzulichten. Auch hier gab’s zur Premiere gleich eine Ausstellung, diesmal sogar im berühmten Künstlerviertel in Greenwich Village in New York. Dadurch rutschte er immer mehr in die Kunstszene hinein und begann damit, Künstler fotografisch zu porträtieren. Auch Kooperationen im Bereich Layouts waren angesagt, etwas was nach seinem Studium noch weiterging.

„Ja, und dann habe ich mich irgendwann, genauer gesagt im Jahre 2014, angefangen zu fragen, ob ich es wagen sollte, meine gesamten beruflichen Aktivitäten in den Kunstbereich zu legen. Zwei Jahre habe ich darüber gebrütet und mich dann dazu entschlossen, es zu tun“,

so der Galerist und Künstler in einer Person, Michael Habel.

Berufsjahre in den Medien als Vorbereitung auf selbstständige Tätigkeit als Künstler und Galerist

Bis es soweit war, musste aber zuerst ein Geschichtsstudium mit Neuerer Deutsche Literatur und Politologie in den Nebenfächern absolviert und ein Volontariat bei einem Surf-Magazin in Hamburg abgeschlossen werden. Lange Jahre verbrachte er in den Medien, auch im Bereich Corporate Publishing, wo er mit den Kollegen aus der Grafikabteilung eng zusammenarbeitete.

„Dabei wurde ich schon stark von den plakativen und werblichen Elementen beeinflusst, die eine schöne Illustration ausmachen. Also genau die Elemente, die in der Pop Art, aber ebenso in der Street Art zu finden sind. Auch die Reduktion von Inhalten auf das Wesentliche hat mich fasziniert und natürlich der Gedanke der Reproduktion à la Andy Warhol“,

erinnert sich Habel.

Diese Faszination manifestierte sich dann später in den eigenen Kunstwerken, die er selber als „Pop Art mit Street Art-Techniken“ einordnet. 2016 war aber dann der Übergang von den Medien zu der Kunstbranche perfekt, am Nikolaustag eröffneten er und Stephan Krüll die Galerie Popstreet.shop. Diese gab es zuerst in einer reinen Online-Version, eine physische Galerie folgte einen Nikolaus später.

Michael Habel mit seinem Kunstwerk Pirates of Pop – Marlene Dietrich. Foto: Cyrh Rhida

Neue Bilderserie „Pirates of Pop“

Von Anfang an gab es dabei Kunstwerke von ihm selber, ausgestellt unter seinem Pseudonym MicArt63, zu sehen. Interessenkonflikte dahingehend, dass er als Galerist seine eigenen Werke den Kunstkunden gegenüber mehr anpreisen würde als die der anderen Galeriekünstler, habe es dabei noch nie gegeben, versichert er:

„Grundsätzlich sage ich erst ganz am Ende, wenn sich ein Interessent definitiv für ein Bild von MicArt63 entschieden hat, dass ich selber der Künstler bin. Damit beeinflusse ich niemanden in seiner Wahl und gebe den anderen von uns vertretenen Künstlern eine faire Chance, auch ausgewählt zu werden“.


Michael Habel mit seiner Arbeit Pirates of Pop – Marilyn Monroe. Foto: Cyrh Rhida

Momentan könnten das beispielsweise Bilder aus einer Serie mit dem Titel „Pirates of Pop“ sein. Dabei handelt es sich um Porträts im Pop Art-Stil von Filmlegenden wie Marilyn Monroe oder James Dean, aber auch Hamburger Kultfiguren wie Jan Fedder. Alle diese gestalteten Konterfeis haben die Gemeinsamkeit, dass das Fundament des Bildes von einem Jolly Roger (Totenkopf-Motiv) gebildet wird. Für den stets relaxt wirkenden Künstler hat dies mehrere Gründe:

„Jolly Roger deswegen, weil das alle für mich Piraten der Pop Art gewesen sind oder immer noch sind. Und außerdem bildet dies auch den Zusammenhang zu unserem Stadtteil. Die Galerie befindet sich im Quartier Karolinenviertel – kurz: Karoviertel – im Hamburger Stadtteil Sankt Pauli“.

Nicht vergessen dürfe man auch, dass Hamburg mit seinem Hafen eine maritime Stadt ist und auch in puncto Piraten eine Historie aufweisen kann. Allerdings kann es auch mal vorkommen, dass man die gemalte Person aus der Serie „Pirates of Pop“ nicht erkennt. Dies liegt nicht an etwaigen mangelnden handwerklichen Fähigkeiten des Künstlers – diese sind bestens ausgebildet – sondern daran, dass Habel eine ganz eigene Definition des Begriffs „Pirates of Pop“ hat.

„Ein Pirate of Pop kann für mich durchaus auch eine Privatperson sein, der ich diese Kriterien zuspreche. Es müssen nicht unbedingt Menschen sein, die eine mordsmäßige Legende um ihre Person aufgebaut haben, sondern mich einfach auf diese genannte Art positiv ansprechen“. 

Weitere parallel laufende aktuelle Projekte

Der 58-Jährige ist aber gleichzeitig an weiteren Kunstwerken dran. So kreiert er derzeit diverse Auftragsarbeiten für eine große Zahnarztklinik (Zahnarztpraxis für GROSS & klein, Behringstraße 2 in HH-Ottensen), die von ihm mit Kunstwerken mit passenden Motiven ausgestattet werden.

„Da bin ich wirklich sehr froh drüber, dass das zustande gekommen ist. Abgesehen davon, dass ein Auftrag immer eine erfolgreiche Angelegenheit ist, kam dieser Deal in der Corona-Zeit mehr als gelegen. Die letzten Wochen und Monate war ich damit – und mit dem Umzug unserer Galerie – schwer beschäftigt, konnte also nicht in Trübsal verfallen“.

Wenn es die Pandemie-Eindämmungsregeln erlauben, soll es auch in der besagten Zahnarztklinik eine Ausstellungseröffnungsfeier geben (ansehen kann man sich die Bilder übrigens jetzt schon: vorherige Anmeldung erforderlich, entweder unter Telefon 040/39 80 77 99 oder via E-Mail info@zpgk.de. Ebenso wird auch noch die offizielle Eröffnung des neuen Standorts (Marktstraße 133) der Popstreet.shop Galerie nachzuholen sein. Zusätzlich ist noch nicht ganz klar, ob die im Sommer 2020 bestens eingeschlagene Kunstausstellung im Hotel Rickmers auf Helgoland dieses Jahr eine Fortsetzung erfahren wird. „Im Moment können wir leider noch nicht viel dazu sagen, wir müssen abwarten. Lust haben wir aber schon große, denn die Aktion hat nicht nur viel Spaß gemacht, sondern war auch in sonstiger Hinsicht ein voller Erfolg“, bilanziert Habel freudig. Dies übrigens auch hinsichtlich der Reaktion in den Medien: die einzigartige Ausstellungsmöglichkeit in einem Transport-Tunnel in einem Berg sorgte deutschlandweit für Furore und sogar große Blätter wie die Süddeutsche Zeitung berichteten darüber. „Der zweite Teil wird einen neuen Ansatz bieten, aber den kann ich noch nicht verraten, das soll vorerst ein Geheimnis bleiben“, ergänzt er seinen Rückblick.

Eines der Kunstwerke, das im vergangenen Jahr für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte und in vier verschiedenen Farbversionen angeboten wurde, stammte von seinem künstlerischen Alter Ego MicArt63. Auf dem Werk „Lange Anna“ stellt eine grobe Pinselwelle den berühmten gleichnamigen Felsen auf der Insel Helgoland dar – ganz im Sinne des berühmten Pop Art-Künstlers Roy Lichtenstein, deswegen trägt es auch den Untertitel „Hommage an Roy“. Für Habel, den Autodidakten in Sachen Kunst, war dies eine enorme Befriedigung:

„Dass meine Idee, Pop Art mit einer deutschen Hochsee-Insel zu verbinden, so gut ankommen würde, hatte ich auch nicht gedacht. Darum habe ich dann das Thema variiert und weitere Bilder in diesem Stil und mit diesem Konzept kreiert“.

Neue Galerieräume inzwischen auch schon für Publikumsverkehr geöffnet – unter Einhaltung der jeweils aktuellen Pandemie-Eindämmungsregeln

Nach fünf Jahren in der Glashüttenstraße war für die Popstreet.shop Galerie im Frühjahr 2021 der Umzug in die Marktstraße angesagt (gleich die nächste Ecke, ebenfalls im Karoviertel), der mittlerweile abgeschlossen ist und wo sogar jetzt schon  Besucherempfang möglich ist. Was man vor Ort vorfindet, sind nicht die klassischen Galerieräume, die man sonst so kennt. Kein großer weißer Raum, an deren vier Wänden sich die Gäste die Kunstwerke mit einigem Abstand betrachten können. Der Galerist Habel sieht das als Vorteil:

„Durch die Anzahl der mittelgroßen Räume bieten wir unseren Kunstinteressierten die Möglichkeit, sich auch mal in Ruhe die Bilder ansehen und überhaupt ganz in Ruhe stöbern zu können. Wir wollen die Leute auch nicht überfallen, wenn sie die Bilder in Ruhe ansehen wollen“.

Jeder der fünf separaten Räume bietet einen Mix der Popstreet-Künstler. „Möglicherweise werden wir aber noch die Räume einzeln stilistisch sortieren, mal sehen“, sagt er. Die Möglichkeit, wieder Vernissagen ausrichten zu können, egal, ob Einzel- oder Gruppenausstellungen, erfüllt den Künstlergaleristen mit Wohnsitz im schleswig-holsteinischen Schenefeld mit Freude. Die Galerie zählt mittlerweile so zwischen 50 und 60 Künstler, die sie vertritt. Darunter sind beispielsweise CRIB (Camilla Ramsrud, Oslo/Norwegen), Leon GSK (Zagreb/Kroatien), liz_art_berlin (Berlin), Steffen Kindt (Kopenhagen/Dänemark), Alesh One (Hamburg) oder Maaike Dirkx (Niederlande & Hamburg).   

Optimistisch in die Zukunft

Auf die Frage, wie man langfristig im als schwierig und nicht leicht zu knackenden Kunstmarkt Hamburg überleben will, antwortet der Galerist ganz entspannt: „Das ist richtig, doch nimmt man sich aus den Kunstrichtungen den Bereich heraus, in dem wir unterwegs sind, haben wir ein wesentlich rosigeres Bild“. In Sachen Contemporary Art, insbesondere im Teilbereich Street Art, würde die Hansestadt ziemlich gut dastehen, hätte auch international ein sehr gutes Renommee. „Vergleich‘ mal dazu eine Stadt wie Kopenhagen, immerhin eine europäische Hauptstadt, die kann in Sachen Street Art mit Hamburg überhaupt nicht mithalten. Wir haben Künstler hier aus dem Viertel, aber auch aus ganz Deutschland und aus dem Ausland. Es hat sich herumgesprochen, dass Hamburg ein gutes Pflaster für diese neuartige Kunstrichtung ist. Wir bekommen sogar Anfragen von Künstlern aus nicht-europäischen Ländern, ob wir sie nicht auch vertreten könnten“. Die Zufriedenheit kann man Michael Habel alias MicArt63 im Gesicht ablesen – trotz Pandemie läuft es für ihn. Und das Beste scheint dabei erst noch zu kommen: der neue Standort befindet sich in der Haupteinkaufsmeile für ausländische Touristen, die etwas Besonderes suchen – zum Beispiel geistreich-anregende zeitgenössische Kunstwerke aus einer Galerie namens Popstreet.shop. Fehlt nur noch ein Sommer ohne Lockdowns …

Ein super Kunstwerk von MicArt63 aus der Serie PIRATES OF POP. Das Original, das Jan Fedder zeigt, ist 34 x 44 cm groß und wurde auf 300 g Künstlerpapier gesprüht. Es wurde ganz frisch nur für diesen Zweck vom Künstler erstellt.

GEWINNSPIEL VON ganz-hamburg.de und der Galerie Popstreet.shop

Bitte folgende Frage beantworten: Der Künstler MicArt63 (alias Michael Habel) verwendet in seiner neuen Bilderserie PIRATES OF POP als Hintergrund einen sogenannten „Jolly Roger“. Was ist das?

Lösung bitte bis zum 10. Juni 2021 an folgende E-Mail-Adresse senden: winwinwin@ganz-hamburg.de.
Achtung: Teilnahme ab 18 Jahren. Der Links- und Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Vergessen Sie bitte nicht, Ihre vollständige Adresse anzugeben (Datenschutzerklärung und GAllgemeine Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele/Verlosungen). Der Links- und Rechtsweg ist ausgeschlossen. Bon Chance!

Der Gewinn:

Ein super Kunstwerk von MicArt63 aus der Serie PIRATES OF POP. Das Original, das Jan Fedder zeigt, ist 34 x 44 cm groß und wurde auf 300 g Künstlerpapier gesprüht. Es wurde ganz frisch nur für diesen Zweck vom Künstler erstellt. Wert beträgt 250 Euro. 

Von unserem Gastautor Cyrh Rhida